Auto
Sportliche Autos in allen Klassen auf Genfer Automobilsalon

Die Lust an der Motor-Leistung ist offensichtlich ungebrochen. Diesen Eindruck vermitteln zumindest viele der Neuheiten auf Genfer Automobilsalon (2. bis 12. März).

dpa/gms GENF. Die Lust an der Motor-Leistung ist offensichtlich ungebrochen. Diesen Eindruck vermitteln zumindest viele der Neuheiten auf Genfer Automobilsalon (2. bis 12. März).

Zwar wird auf der Messe in der Schweiz viel von sauberen und sparsamen Verbrennungsmotoren, neuen Kraftstoffen oder alternativen Antriebstechnologien gesprochen. Doch auf fast allen Ständen stehen neben entsprechenden Modellen vor allem sehr sportliche Serienfahrzeuge im Scheinwerferlicht.

An der Spitze der aktuellen Leistungsträger stehen mit dem neuen Ferrari F599b und dem überarbeiteten Lamborghini Murciélago zwei Supersportwagen aus Italien, die nach Angaben der Hersteller beide deutlich über 300 Kilometer pro Stunde (km/h) erreichen. Schließlich schöpft der Zwölfzylinder aus Maranello nun nach Angaben von Ferrari aus sechs Litern Hubraum 456 kW/620 PS, der auf 6,5 Liter vergrößerte Lamborghini-V12 kommt nun sogar auf 471 kW/640 PS.

Die deutschen Hersteller stellen in Genf zwar nicht die stärksten Sportwagen vor - dafür aber die meisten. Bei Porsche geben nach Angaben des Herstellers zwei stärkere Varianten des ohnehin schon kräftigen 911 ihren Einstand: Der neue Porsche Turbo mit 353 kW/480 PS und der neue GT3, der immerhin auf 305 kW/415 PS kommt.

Bei Mercedes dürfen sogar vier neue Modelle des Haustuners AMG im Rampenlicht stehen. Sie alle werden vom einem neuen V8-Motor mit 6,3 Litern Hubraum angetrieben, der erstmals bei AMG ohne Kompressor oder Turbolader auskommt: Die Leistung liegt je nach Modell zwischen 354 kW/481 PS und 378 kW/514 PS.

Ebenfalls mit neuen Sportmodellen nach Genf gekommen ist die Audi: Enthüllt wurden das RS4 Cabrio und der RS4 Avant. Beide werden laut Audi angetrieben von einem 4,2 Liter großen Achtzylindern mit 309 kW/420 PS und sollen bereits in wenigen Wochen auf den Markt kommen.

Auch die M Gmbh von BMW will nach Angaben ihres Geschäftsführers Ulrich Bruhnke ihr Produktprogramm weiter ausbauen. Deshalb stehen in Genf die 252 kW/343 PS starken M-Version von Z4 Roadster und Z4 Coupé. „Und künftig werden wir jedes Jahr mindestens ein weiteres M-Modell vorstellen“, kündigte Bruhnke im Vorfeld der Messe an.

Aber der sportliche Auftritt ist kein Privileg der Oberklasse. Bei Klein- und Kompaktwagen geht es ebenfalls kräftig zur Sache. So stellt Renault in Genf den Clio Sport mit 145 kW/197 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 215 km/h vor, der zudem noch relativ zahm aussieht. „Weil wir einen aus der Formel 1 abgeleiteten Diffusor am Heck und spezielle Entlüftungsschlitze in den vorderen Kotflügeln haben, entsteht ein Luftstrom, der den Wagen förmlich auf die Straße saugt, ohne dass ein Spoiler die Optik verschandelt“, sagt Renault-Sprecher Thomas May-Englert.

In der gleichen Liga wie der Clio fährt der Smart Forfour, den Tuning-Partner Brabus nun nach Angaben des Unternehmens in einer kleinen Auflage erstmals mit mehr als 147 kW/200 PS anbietet: Der Smart „SBR“ leistet 155 kW/210 PS und kommt auf eine Höchstgeschwindigkeit von 226 km/h. Ebenfalls zu dieser Kategorie zählt der Peugeot 207 Rcup, der nach Angaben des Unternehmens als Basis für ein künftiges Rallye-Modell dient.

Eine Klasse darüber bereitet Honda den Start des neuen Civic Type R vor, der es nach Abgaben von Firmensprecher Alexander Heintzel auf 147 kW/200 PS bringen wird. Er trifft auf Konkurrenten wie den Mazda drei MPS, der dem Unternehmen zufolge im Herbst „mit mehr als 184 kW/250 PS“ zu den Händlern kommt.

Selbst an sportliche Menschen mit Sinn für das Praktische wird gedacht. Für eilige Familienväter gibt es den frisch gelifteten Opel Meriva nun in einer 132 kW/180 PS starken Variante des Opel Performance Centers (OPC). Und der Europa-Debütant Dodge rüstet seine Kompaktvan-Studie Hornet mit einem 1,6-Liter-Motor aus, der es auf 127 kW/170 PS bringt.

„Das wachsende Angebot insbesondere an sportlichen Versionen konventioneller Großserienfahrzeuge ist angesichts der Zulassungszahlen durchaus gerechtfertigt“, sagt Nick Margetts vom Marktforschungsinstitut Jato Dynamics in Limburg (Hessen). „Zwar wäre es unter den umweltbewussten deutschen Bürgern zu erwarten, dass die Anzahl der PS-Protze zurückgehen würde. Doch die Realität sieht anders aus.“

So bleibe das Segment der reinen Sportwagen über 184 kW/250 PS zwar mit jährlich knapp 25 000 Zulassungen relativ konstant. Aber der wahre PS-Wahn finde woanders statt: Bei den Luxuslimousinen, Geländewagen und eben sogar in der Kompaktlasse und bei Familienfahrzeugen. „Insbesondere in diesen Segmenten haben wir für das letzte Jahr große Anstiege der starken Motorvarianten registriert. Mit fast 55 000 Zulassungen fanden beinahe 40 Prozent mehr Benziner mit über 250 PS Käufer“, sagt Margetts.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%