Auto - Technik
Rapsöl statt Benzin im Tank

Biodiesel, Bioethanol, Erdgas – es gibt schon heute zahlreiche Alternativen zum Benzin. Je höher der Benzinpreis steigt, umso mehr lohnen sie sich.

FRANKFURT. Der deutsche Autofahrer schiebt Frust. Mehr als 1,40 Euro kostet ein Liter Superbenzin. In der vergangenen Woche stieg der Preis binnen 48 Stunden um sage und schreibe 18 Cent. Viele lassen das Auto da lieber stehen. Andere denken über Alternativen zu Benzin und Diesel nach. Es gibt sie bereits.

Biodiesel

Biodiesel ist in Deutschland der am weitesten verbreitete alternative Kraftstoff. Er wird aus Raps gewonnen und ist von der Mineralölsteuer befreit. An der Tankstelle ist er deshalb derzeit rund 20 Cent günstiger als herkömmlicher Diesel. Allerdings ist Biodiesel nicht für alle Motoren geeignet. Er greift bestimmte Arten von Schläuchen und Dichtungen an. Deshalb müssen Neuwagen mit einer speziellen Biodiesel-Ausrüstung bestellt werden. Nicht alle Autohersteller bieten diese an. Wo sie angeboten werden, sind sie allerdings nicht teuer. VW etwa verlangt dafür 195 Euro – eine Investition, die sich schon nach gut 10 000 Kilometern Fahrt lohnt. Zahlreiche ältere Fahrzeuge sind sogar ohne Spezialausrüstung zum Tanken von Biodiesel freigegeben. Angeboten wird der Biosprit ausschließlich an freien Tankstellen.

Bioethanol

ETBE, ein aus Ethanol gewonnnenes verethertes Produkt, wird Normal- und Superbenzin beigemischt. Vor der Beimischung von reinem Alkohol schrecken die Mineralölkonzerne bislang zurück. Zu Unrecht, meint Jürgen Zeddies, Professor für landwirtschaftliche Betriebslehre an der Universität Hohenheim: „Wenn nicht mehr als zehn Prozent beigemischt werden, hat dies keine schädliche Wirkung – weder auf den Motor noch auf die Leistung. Die Verbrennung verbessert sich sogar leicht.“ Wie Biodiesel ist auch der Bioethanolanteil im Benzin von der Mineralölsteuer befreit. In Brasilien ist Bioethanol weit verbreitet und ersetzt Benzin auch komplett. In Deutschland wurde das erste dafür taugliche Fahrzeug im August vorgestellt, ein Ford Focus.

Erdgas

Erdgas wird an der Tankstelle nach Gewicht verkauft. Ein Kilogramm kostet derzeit rund 75 Cent. Nach Angaben des Bundesverbands der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft entspricht dies einem Benzinpreis von 53 Cent je Liter. Auch Erdgas ist weitgehend von der Mineralölsteuer befreit. Die Umrüstung ist für alle Otto-Motoren möglich, sie ist allerdings relativ aufwändig. Für den Opel Zafira etwa kostet die Aufrüstung 2550 Euro. Ein weiteres Problem: Der Tank nimmt in der Regel viel Platz ein. Das Tankstellennetz ist mit 600 Tankstellen in Deutschland inzwischen relativ dicht. Zur Sicherheit können Gasautos wahlweise mit Benzin betrieben werden.

Quelle: »NEWS Frankfurt

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