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Tücken beim Kfz-Versicherungswechsel beachten

Viele Autofahrer suchen nach Wegen, die laufenden Kosten für ihren Wagen zu verringern. Eine Möglichkeit bietet sich nun wieder bei der Kfz-Versicherung.

dpa/gms HENSTEDT-ULZBURG/MüNCHEN. Viele Autofahrer suchen nach Wegen, die laufenden Kosten für ihren Wagen zu verringern. Eine Möglichkeit bietet sich nun wieder bei der Kfz-Versicherung.

Der 30. November ist der Stichtag für den Wechsel zu einem günstigeren Anbieter. Doch Experten warnen vor übereilten Aktionen. Neben den Prämien sollten auch die Konditionen verschiedener Angebote genau verglichen werden.

Jedes Jahr passen die Versicherer ihre Prämien für die Kfz-Haftpflicht- und Kaskoversicherung dem Schadensaufkommen an. Sie berücksichtigen dabei die Regional- und Typklassen, die sich aus den Statistiken des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ergeben. Darin sind nach Angaben des GDV in Berlin die Zahl und die Schwere der Schäden berücksichtigt, die durch Fahrzeuge in einer bestimmten Region und von Fahrzeugen eines Typs verursacht wurden. In Gegenden mit vielen Schäden ist die Regionalklasse entsprechend hoch. Ebenso verschlechtert sich die Typklasse eines Automodells, wenn Fahrzeuge dieses Typs häufig in Unfälle verwickelt waren.

Adac-Sprecher Jochen Oesterle in München empfiehlt Autofahrern, sich rechtzeitig vor dem 30. November bei ihrer Versicherung zu erkundigen, ob sich an ihrem Vertrag etwas ändert. Denn Änderungen würden ihnen nicht gesondert mitgeteilt. Stattdessen erhielten die Kunden die nächste Abrechnung gleich mit dem angepassten Beitrag. Oesterle weist auf einen wichtigen Punkt hin: „Wenn sich die Versicherung auch nur um einen Cent erhöht, hat der Kunde ein Sonderkündigungsrecht und darf auch nach dem 30. November kündigen.“

Den 30. November einhalten müssen jedoch Autofahrer, die bei unveränderten Prämien zu günstigeren Anbietern wechseln wollen. Der Wechsel kann sich lohnen: Nach Angaben der Unternehmensberatung Steria Mummert Consulting in Hamburg können Autofahrer beim Umstieg vom teuersten auf den billigsten Anbieter bis zu 65 Prozent sparen.

Der Preis allein sollte jedoch nicht das Ausschlag gebende Kriterium für einen Wechsel der Versicherung sein, warnt Lilo Blunck vom Bund der Versicherten in Henstedt-Ulzburg (Schleswig-Holstein): „Man sollte tunlichst nicht nur die Beiträge vergleichen, sondern auch die Konditionen und den Leistungsumfang der einzelnen Anbieter.“

Blunck nennt die Deckungssumme für Personen-, Sach- und Vermögensschäden in der Haftpflicht als ein Beispiel. Sie sollte mindestens 100 Mill. Euro betragen. Manche Anbieter begrenzten sie aber auf geringere Summen, wodurch sich das Risiko des Versicherten bei von ihm verursachten hohen Unfallschäden vergrößert.

Adac-Sprecher Jochen Oesterle nennt als weiteren Knackpunkt bei der Kasko den Einschluss der groben Fahrlässigkeit: „Die sollte auf jeden Fall dabei sein.“ Sonst seien etwa selbst verursachte Unfallschäden nach einer übersehenen roten Ampel nicht mitversichert.

Gerade bei den Billigangeboten sollten Autofahrer kritisch prüfen: „Was bietet mir die Versicherung eigentlich?“, sagt Oesterle. Vermeintlich günstige Versicherungen entpuppten sich sonst womöglich im Schadensfall als teure Wahl: „Die 20 Euro, die Sie an Prämie einsparen, zahlen Sie beim ersten Schaden wieder drauf.“

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