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Viele Autos mit Beleuchtungsmängeln

Wenn die Dunkelheit anbricht, wird im Auto das Licht angeschaltet und so sollte auf der Straße wieder gute Sicht herrschen. Das Problem besteht aber darin, dass funktionierende Beleuchtung keine Selbstverständlichkeit ist.

dpa/gms BONN/LIPPSTADT. Wenn die Dunkelheit anbricht, wird im Auto das Licht angeschaltet und so sollte auf der Straße wieder gute Sicht herrschen. Das Problem besteht aber darin, dass funktionierende Beleuchtung keine Selbstverständlichkeit ist.

Alljährlich zeigt sich bei Beleuchtungsaktionen im Herbst, dass mehr als ein Drittel der Fahrzeuge mit Lichtmängeln unterwegs sind. Die Palette der Probleme reicht von defekten Lampen über falsche Einstellungen bis hin zur Unwissenheit über die Einstellung einer Leuchtweiten-Regulierung.

„Bei dem Lichttest im Jahr 2004 waren 37,5 Prozent der geprüften Fahrzeuge nicht in Ordnung“, sagt Michael Hartje, Verbandsdirektor der Deutschen Verkehrswacht (DVW) in Bonn. Die DVW bietet jährlich in einer Gemeinschaftsaktion mit dem Zentralverband des deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) in Bonn den kostenlosen Test an. Dabei werden in Werkstätten und an mobilen Prüfständen die Beleuchtungsanlagen von Kraftfahrzeugen überprüft. Im vergangenen Jahr nahmen rund elf Mill. Fahrzeuge daran teil. Der diesjährige Lichttest startet mit einer Auftaktveranstaltung am 29. September in Hamburg und dauert bis Ende Oktober.

„Bei neun Prozent der geprüften Fahrzeuge waren beide Scheinwerfer nicht in Ordnung“, so Hartje. Außerdem hat man es mit einem neuen Trend bei den Lichtmängeln zu tun: „In letzter Zeit steigen die Mängel bei der rückwärtigen Beleuchtung an“, erklärt ZDK-Sprecher Helmut Blümer in Bonn. Gab es hier in der Vergangenheit eher wenige Beanstandungen, stieg die Mängelquote zuletzt in den zweistelligen Bereich. Eine Erklärung dafür gibt es laut Blümer bisher noch nicht.

Ohnehin stecken hinter Beleuchtungsmängeln unterschiedliche Ursachen. Ein Grund für den Ausfall einer Lampe kann natürlicher Verschleiß sein. „Zum Teil gibt es aber auch Überspannungen im Bordnetz der Autos“, erläutert Ulrich Köster, Sprecher des Beleuchtungsspezialisten Hella in Lippstadt (Nordrhein-Westfalen). Die Spannung soll bei zwölf Volt liegen. Es werden aber auch höhere Werte gemessen - und dadurch kann es eben zu Ausfällen kommen.

Ein zusätzliches Problem ist, dass nicht jeder Autofahrer umgehend Ersatz für eine defekte Lampe beschafft. So beobachtet der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) in Bonn eine steigende Zahl „einäugig“ fahrender Autos. „Das könnte daran liegen, dass der Austausch von Lampen bei modernen Fahrzeugen teils recht kompliziert ist und die Arbeiten daher hinausgezögert werden“, meint DVR-Sprecher Bernd Kulow. Auch die Kosten für den Lampenkauf oder Werkstattbesuch könnten Ursache für ein Zögern sein. Aus Gründen der Verkehrssicherheit ist das Fahren mit einem derart defekten Licht aber unbedingt zu vermeiden.

Doch defekte Lampen sind nicht die einzigen Mängel - oft sind es falsche Einstellungen der Scheinwerfer. „Eine falsche Einstellung kann auch Folge eines Glühlampenwechsels sein“, warnt Ulrich Köster. Denn grundsätzlich müsste ein Scheinwerfer nach jedem Lampenwechsel auch noch nachjustiert werden.

Ein weiteres Problem ist der falsche Umgang mit einer Leuchtweiten-Regulierung. Dies ist bei modernen Autos mit selbst einstellendem Xenon-Licht zwar Vergangenheit. Doch der große Teil der Autos auf den Straßen verfügt nicht über derart moderne Lichttechnik. „Der Fahrzeugbestand wird immer älter“, sagt Helmut Blümer. „18 bis 20 Mill. der Fahrzeuge sind acht Jahre und älter.“

Und bei vielen Fahrern hat sich noch nicht herumgesprochen, wie das kleine Rädchen der Leuchtweiten-Regulierung zu bedienen ist - beziehungsweise, dass es auf die jeweilige Beladungssituation eingestellt werden muss. „Manche Leute lassen es einfach auf einer Einstellung“, so Blümer. Tatsächlich aber macht der Umgang damit doppelt Sinn: Er sorgt für gute Sicht und dafür, dass andere Verkehrsteilnehmer nicht geblendet werden.

So weist Hella darauf hin, dass bei Touren im beladenen Auto die richtige Einstellung Blendungen des Gegenverkehrs verhindert: Ist das Auto hinten schwer, bedeutet dies, dass sich die Front anhebt und die Scheinwerfer in die Höhe strahlen. Mit der Leuchtweiten-Regulierung lässt sich das Problem umgehen. Umgekehrt darf die Einstellung dann aber nach dem Entladen nicht in dieser Einstellung bleiben - das Licht würde die Straße nicht mehr optimal ausleuchten. Zu finden sind Informationen über den Umgang mit der Regulierung in der Betriebsanleitung des Autos.

Doch die Autofahrer sind nicht die einzigen, die sich auf die dunkle Jahreszeit vorbereiten müssen. „Sichtbarkeit beruht auf Gegenseitigkeit“, erinnert Michael Hartje. Denn auch wenn die Scheinwerfer den Fahrbahnrand perfekt ausleuchten, kann in der Dunkelheit ein schwarz gekleideter Fußgänger erst spät erkannt werden. Um das Unfallrisiko zu vermindern, sollte im Herbst auf helle Kleidung und reflektierende Materialien gesetzt werden.

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