Auto-Weltmarkt
Hilfe - ist das das Auto der Zukunft?

Auf den Automessen glänzen die Konzerne mit modernsten Supersportwagen. Doch Experten sagen: Wer kein Billigauto anbietet, kann nicht Weltmarktführer werden. VW hat den Ehrgeiz, aber die passenden Vehikel haben andere.
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Frankfurt, HamburgNur 20 PS bei 0,2 Liter Hubraum, die Höchstgeschwindigkeit bei 70 Kilometern pro Stunde - der RE 60 ist ein Kleinwagen, der auf einer der großen Automessen im Westen kein Aufsehen erregen würde. Doch das Bonsai-Auto des asiatischen Herstellers Bajaj, das wie ein schlecht kopierter Bruder des Kleinwagens Smart von Daimler aussieht, war Anfang dieses Jahres auf der indischen Motorshow in der Hauptstadt Delhi der heimliche Star. Gerade einmal 2,75 Meter lang und 1,31 Meter breit, aber trotzdem für vier Personen zugelassen, soll der RE 60 umgerechnet weniger als 2000 Euro kosten.

„Wir sehen den RE 60 als Alternative zu den Abertausenden Autorikschas, die in unseren Innenstädten als Taxis unterwegs sind“, sagte Marketingchef Aschok Jaiswar.

Noch vor wenigen Jahren wurden Billigautos wie die Modelle der rumänischen Renault-Tochter Dacia in Deutschland belächelt. Doch heute ist der Spott über die technisch wenig raffinierten Autos verflogen. Auch die etablierten Konzerne haben inzwischen erkannt: Der Automobilmarkt steuert auf einen rasanten Wandel zu.

Besonders in den wachsenden Märkten Osteuropas, Asiens und Südamerikas hätten Fahrzeuge, die ein gutes Drittel günstiger seien als konventionelle Autos, großes Potenzial, prognostiziert das CAR-Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen in einer aktuellen Analyse: Fasse man die Entwicklungen zusammen, dürften um das Jahr 2030 weltweit 25 Millionen Billigautos verkauft werden. Im Jahr 2011 waren es erst 6,5 Millionen, sagt CAR-Chef Ferdinand Dudenhöffer.

Das Musterbeispiel für den Erfolg mit „Billigautos“ liefert Dacia. Die Marke kam 2004 mit dem knapp 7.000 Euro teuren Logan auf den Markt und bietet mittlerweile auch einen Kombi an, einen Pick-up, einen Kleinwagen, einen Geländewagen und einen Van.

„Dacia ist durch diese Vielfalt zum erfolgreichsten Autobauer in der Geschichte des Automobils geworden. Noch nie hat es ein Hersteller geschafft, in weniger als zehn Jahren praktisch von null über 800.000 Fahrzeuge pro Jahr zu produzieren“, betonte Dudenhöffer.

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  • Nicht so verbissen sehen. Ein moderner Superbilligkleinwagen kann mehr transportieren und ist sicherer als ein kleines Motorrad:
    http://www.youtube.com/watch?v=5Ua8ysw02T4
    In Asien fahren viele so durch die Gegend - nur ohne Helm und zum Teil abenteuerlich beladen. Der Traum vom einem Auto bleibt für viele ein Traum und jeder Sturz mit Billigmopeds in Einfachtechnik, kann nicht nur das Arbeitsleben beenden.

    Als Ingenieur empfinde ich den Reiz ein Superbilligfahrzeug zu konstruieren - toller als eine Luxusfahrzeug zu bauen. Luxus kann fast jeder, aber ein Billigauto zu bauen, welches noch gut ausieht ... ist schwerer.

    Ein relativ sicheres Superbilligauto ist SICHERER als ein Moped. Das ist doch schon eine ganze Menge. Es ist sicherer als ein Supermotorrad, welches über 200 km/h fährt. Motorräder haben halt NULL passive Sicherheit - das sieht das konstruktive Verfahren nicht vor. Der Fahrer sitzt halt locker darauf; er sitzt wie auf einem Pferd und anstelle von den Zügeln, hält er sich an den Drehgriffen des Lenkers fest. Halt archaisch - wie im Mittelalter, aber ... es macht Spaß. Nur hier ist ein Umfaller ab ca. 85 km/h i.d.R. tödlich.

    Ein Superbilligauto bietet eine viele größere Chance. Dank extremer Standardisierung und einfachem Konzept kann es auch billig sein. Es soll sicherer von A nach B fahren - sicherer als ein Moped und es soll mehr transportieren; auch das ist möglich.

  • Hat eben jemand zdf-info gesehen (Thema Apple)? WIR DEUSTCHEN sind verantwortlich für die Sozialstandrds in Asien. DAS IST RICHTIG. SO LANGE WIR KEINE EUROPÄISCHEN PRODUKTE KAUFEN. Und das fängt bei den CPUs aus DRESDENer Fertigung statt aus Kalifornien an.

  • PS: Wer gerne langsam fährt, soll dies tun. Aber bitte auf der rechten Spur. Dann braucht er sich auch nicht über "Drängler" oder "Raser" aufregen!

    ...mit dieser Einschätzung wäre ich vorsichtig...: ...manch einem ist mnl selbst auf der rechten Spur noch zu langsam, so daß gerne einmal auf die Standspur ausgewichen wird... (oft genug erlebt)

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