Auto: Wunschkennzeichen und ähnliche Sonderwünsche

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Wunschkennzeichen und ähnliche Sonderwünsche

Für manche ist ein Autokennzeichen nur eine Notwendigkeit - viele Fahrer sehen in den rechteckigen Teilen an Front oder Heck aber auch eine Möglichkeit, etwas auszudrücken. Sie legen Wert auf bestimmte Buchstabenkombinationen.

dpa/gms KöLN/MüNCHEN. Für manche ist ein Autokennzeichen nur eine Notwendigkeit - viele Fahrer sehen in den rechteckigen Teilen an Front oder Heck aber auch eine Möglichkeit, etwas auszudrücken. Sie legen Wert auf bestimmte Buchstabenkombinationen.

Andere wiederum betrachten Form und Größe unter ästhetischen Gesichtspunkten. Mittlerweile haben Autobesitzer tatsächlich einige Freiheiten bei der Suche nach dem gewünschten Kennzeichen. In manchen Fällen werden sie bei den Zulassungsstellen aber auf Granit beißen.

„Bei einem Wunschkennzeichen ist im Grunde jede Kombination möglich“, erzählt Adac-Sprecher Jochen Oesterle in München. „Besonders beliebt sind zum Beispiel Kennzeichen, bei denen die Kombination der Buchstaben einen Namen ergibt.“ Doch es gibt noch eine Reihe weiterer Wünsche, die sich in das Blech der Schilder pressen lassen.

„Gefragt sind auch Initialen oder Schnappszahlen“, sagt Barbara Metzmacher, Leiterin der Zulassungsstelle in Köln. Hinzu kommen Buchstabenkombinationen, die der Kurzbezeichnung des bevorzugten Sportvereins entsprechen. „Geburtstage oder die Daten von Hochzeitstagen werden ebenfalls gern genommen.“

Grundsätzlich ist die Umsetzung solcher Wünsche bei den Zulassungsstellen kein Problem. „Wir versuchen den Wünschen nachzukommen. Wenn das Kennzeichen bereits vergeben ist, suchen die Mitarbeiter nach Alternativen“, sagt Metzmacher. In vielen Regionen wird der Service angeboten, ein Kennzeichen online bis zur Zulassung reservieren zu lassen. Die Beliebtheit der individuellen Kennzeichen führt allerdings dazu, dass es nicht immer möglich ist, exakt das gewünschte Nummernschild ans Auto schrauben zu können. „Schnapszahlen sind zum Beispiel meist kaum noch verfügbar.“

So vielfältig die Möglichkeiten auch sind, nicht alles lässt sich auf das Nummernschild schreiben. „Erlaubt ist grundsätzlich, was gefällt - aber die Freiheit hat Grenzen“, warnt Oesterle. So werden gerade Buchstabenkombination, die in Verbindung mit dem Dritten Reich stehen, grundsätzlich nirgendwo vergeben - „SA“ oder „SS“ beispielsweise tauchen auf deutschen Nummernschildern nicht auf.

Grundsätzlich vorgeschrieben sind auch Kennzeichenform und -größe, erklärt Hans-Joachim Wein vom TÜV Nord in Hannover. Doch es gibt Fälle, bei denen Ausnahmen von den Regeln gewünscht werden. „Immer ein Thema in diesem Zusammenhang sind US-Fahrzeuge.“

In deren Kennzeichenhalterungen passen häufig nicht die typischen länglichen Kennzeichen. „Man kann dann bei den Zulassungsstellen nachfragen, ob es entsprechend kurze Buchstabenkombinationen gibt“, rät Wein. Dann passt unter Umständen auch ein deutsches Standard-Schild im Kurzformat in die Halterung. Nur mit Glück und gutem Willen der zuständigen Ämter kann der Fahrer zu einem Kennzeichen mit kleineren Buchstaben und Zahlen kommen. Denn so manches ist auf diesem Gebiet auch Ermessenssache.

Das gilt auch für die so genannten Folien-Kennzeichen - sie werden nicht angeschraubt, sondern auf das Blech geklebt. „Diese Schilder werden nur in Absprache mit den Zulassungsstellen vergeben, da sie nicht den üblichen DIN-Normen entsprechen“, erläutert Sandra Hoffmann, Prokuristin des Schilder-Herstellers EHA Schilder & Werbetechnik in Siegen. „Sie kommen auch nur an speziellen Fahrzeugen zum Einsatz, an denen es keine Vorrichtung zum Anbringen herkömmlicher Kennzeichen gibt.“

Allerdings ist die Chance recht gering, dass ein Auto ein solches Kennzeichen bekommt. „Wir lassen uns das Fahrzeug zeigen“, sagt Barbara Metzmacher. Nur wenn es am Wagen wirklich keine Möglichkeit gibt, ein Blechschild anzubringen, wird ein Folienkennzeichen zugeteilt. Laut dem Adac können bis zu einem gewissen Maße sogar Umbauten gefordert werden, damit ein herkömmliches Schild passt.

Mehr Freiheit gibt es auf einem anderen Gebiet - denn auch wenn es im Straßenbild anders aussieht, muss ein Kennzeichen nicht zwingend mittig am Auto sitzen. Wichtig ist vielmehr, dass es aus den vorgeschriebenen Richtungen gut sichtbar ist, richtig befestigt wird und auch über die geeignete Beleuchtung verfügt.

Info-Kasten: Ein Wunschkennzeichen gibt es nicht umsonst

Eine bestimmte Buchstaben- oder Zahlenkombination auf dem Nummernschild gibt es nicht kostenlos. In der Gebührenordnung ist für Wunschkennzeichen eine Gebühr von 10,20 Euro verankert, heißt es bei der Zulassungsstelle in Köln. Auch das Prägen der Schilder und der Zulassungsvorgang kosten Geld: „Da kommt schnell eine Summe von 70 Euro zusammen“, sagt Adac-Sprecher Jochen Oesterle.

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