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Autobatterien versagen im Winter oft

Der Anlasser eines Autos gibt nicht unbedingt die schönsten Geräusche von sich - schlimmer ist es für Autofahrer jedoch, wenn das Bauteil ganz schweigt. Gerade beim morgendlichen Startversuch an kalten Tagen ist dies häufig der Fall.

dpa/gms HANNOVER/KöLN. Der Anlasser eines Autos gibt nicht unbedingt die schönsten Geräusche von sich - schlimmer ist es für Autofahrer jedoch, wenn das Bauteil ganz schweigt. Gerade beim morgendlichen Startversuch an kalten Tagen ist dies häufig der Fall.

Grund dafür ist in der Regel die Batterie. Sie liefert nicht mehr die nötige Leistung, um den Motor in Schwung zu bringen. Umgehen lassen sich Probleme durch richtige Behandlung von Batterie und Auto.

Im Grunde ist das Prinzip ganz einfach: Die Batterie liefert die Energie für den Start, während der Fahrt wird sie umgekehrt wieder aufgeladen. Bei bei Kälte funktioniert das aber nicht immer. „Im Grunde findet in der Batterie ein chemischer Umwandlungsprozess statt, der abhängig von der Temperatur ist“, erklärt Hans-Ulrich Sander vom TÜV Rheinland in Köln. Temperaturschwankungen haben großen Einfluss auf das Laden oder Entladen der Batterie.

Bei sinkenden Temperaturen geht die Reaktionsgeschwindigkeit im inneren System der Batterie zurück. In der Folge sinkt auch die Batterieleistung. „Selbst eine gesunde Batterie hat bei minus 20 Grad nur noch etwa 50 Prozent ihrer eigentlichen Leistung“, sagt Helmut Schmaler vom Adac-Technikzentrum in Landsberg (Bayern).

Wenn die Batterie im Winter schwächelt, braucht der Motor aber gleichzeitig mehr Hilfe. Weil durch die Kälte auch das Motoröl dicker wird, ist nämlich laut Winfried Dohmeyer vom Batterie-Hersteller Varta Automotive in Hannover höhere Karft notwendig, um die nötigen Umdrehungen für das Starten zu erreichen.

Unter normalen Bedingungen sollte ein Start aber auch im Winter keine Probleme bereiten. Dass dies trotzdem häufig vorkommt, liegt an weiteren Faktoren. „Die Batterie wird meist schon im Sommer geschädigt“, warnt Helmut Schmaler. Sie reagiert nämlich nicht nur empfindlich auf Kälte, sondern auch auf hohe Temperaturen. Hitze führt dazu, dass die Batterieflüssigkeit verdunsten kann. Auch das hat eine Schwächung des Stromspeichers zur Folge.

Hierbei kommt es auch auf die Art der Batterie an. Es gibt geschlossene System und offene. „Die Verdunstung ist bei den geschlossenen Systemen geringer“, so Schmaler. Allerdings ist hier auch kein Auffüllen der Flüssigkeit möglich. „Bei den offenen Systemen lassen sich die so genannten Stopfen auf der Oberseite der Batterie öffnen, der Flüssigkeitsstand mit destilliertem Wasser wieder auffüllen“, sagt Hans-Ulrich Sander.

Außerdem sollten die Batteriepole sauber gehalten werden, raten die Experten. Sie können mit Vaseline oder speziellem Polfett behandelt werden. Schmutzschichten auf der Oberfläche der Batterie sollten mit einem feuchten Tuch gesäubert werden, damit sich keine Kriechströme bilden können. „Man sollte dort nicht mit einem trockenen Tuch reinigen“, warnt Schmaler. Durch elektrostatische Entladungen können sich Funken bilden, zusammen mit den Batteriegasen kann es zu einer Explosion kommen.

Grundsätzlich sollte in der kalten Zeit auch die Wahl der Fahrtrouten dem Wunsch nach problemlosem Starten angepasst werden. Auf Kurzstrecken im Stadtverkehr hat die Batterie kaum eine Möglichkeit, sich wieder vollständig zu laden. „Man sollte daher gelegentlich auch mal längere Strecken von 40 bis 50 Kilometern fahren“, rät Helmut Schmaler.

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