Autoexperte erwartet größere Vielfalt von Modell-Varianten: Analysten sehen Nischenpolitik skeptisch

Autoexperte erwartet größere Vielfalt von Modell-Varianten
Analysten sehen Nischenpolitik skeptisch

Die Zahl der von den Automobilherstellern in Deutschland angebotenen Modell-Varianten wird nach Einschätzung von Experten in den nächsten Jahren weiter zunehmen.

HB BOCHUM. Nach Berechnungen des Instituts Center Automotive Research (CAR) wird die Zahl der Karosserie-Varianten vom sportlichen Cabriolet bis zur geländetauglichen Großraumlimousine im Jahr 2006 auf 440 steigen. 1990 seien es noch 315 Varianten gewesen. Bereits zum Jahr 2010 werden nach einer am Mittwoch von CAR in Bochum vorgestellten Prognose 500 verschiedene Fahrzeugvarianten auf dem Markt sein.

Angesichts von gesättigten Märkten versuchen die großen Automobilhersteller seit längerem schon, Käufer durch immer mehr Nischenmodelle zu locken. Angefangen hat die Entwicklung mit den vor allem in den USA beliebten luxuriösen Geländewagen (SUV) und Vans. Inzwischen gibt es immer mehr Kreuzungen zwischen den gängigen Segmenten.

So bringt der Stuttgarter Autobauer DaimlerChrysler mit der R-Klasse einen geländetauglichen Großraum-Kombi auf den Markt. Der Eos von Volkswagen ist ein Cabriolet-Coupé. Der Sportwagenbauer Porsche will sich mit dem viersitzigen Sport-Coupé Panamera ab 2009 neue Wachstumschancen erschließen.Der Münchener Autobauer BMW arbeitet an einem SUV-Coupé.

Für die Automobilbauer bedeute die größere Vielfalt eine höhere Komplexität in Entwicklung, Fertigung und Vertrieb, sagte der Leiter des CAR-Instituts, Ferdinand Dudenhöffer. Analysten warnen davor, dass die Kosten durch eine extrem fragmentierte Produktpalette steigen, weil die Losgrößen, also die Stückzahlen, die von einem bestimmten Modell im Modellzyklus gebaut wird, immer kleiner werden. Die hohen Überkapazitäten in der Branche könnten damit nicht ausgelastet werden.

Gleichzeitig arbeiten alle großen Autobauer daran, ihre Kosten zu senken und bauen massiv Arbeitsplätze ab. DaimlerChrysler will weltweit bis Ende 2008 bis zu 22.500 Arbeitsplätze in der Verwaltung und der Produktion streichen. Vom Konkurrenten Volkswagen wird erwartet, dass er allein in seinen westdeutschen Werken 10.000 Stellen abbaut.

Wachstum kann die Automobilbranche nach Dudenhöffers Einschätzung in den nächsten Jahren vor allem in Asien und Osteuropa erwarten, während die Nachfrage in Nordamerika, Westeuropa und Japan weiter stagnieren werde. Im Jahr 2005 seien bereits 30 Prozent aller weltweit verkauften Pkw in den neuen Märkten verkauft worden. Bis zum Jahr 2020 werde sich dieser Anteil auf 42 Prozent erhöhen. „In den nächsten 15 Jahren wird der Welt-Pkw-Markt um fast 20 Millionen Fahrzeuge auf über 72 Millionen anwachsen. Das Wachstum kommt aus den neuen Märkten“, prognostiziert Dudenhöffer. Ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg in diesem Regionen seien Billigautos zu Preisen um 5.000 Euro, sagte Dudenhöffer.

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