Autofahren bei Sommerhitze
Nerven am Siedepunkt

Wie schnell Menschen ihre Meinung ändern können, zeigt der Sommer jedes Jahr aufs Neue: Denn nachdem monatelang die ersten warmen Tage herbeigesehnt wurden, wird nun die Sommerhitze verflucht - das gilt vor allem für Autofahrer. Doch Hitze ist nicht nur unangenehm, sie kann sogar gefährlich werden und ist unter Umständen eine Mitursache für Unfälle.

dpa/tmn HAMBURG. Ratsam ist es daher, einige Tipps zu berücksichtigen, die Experten von Organisationen wie dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) und der Deutschen Verkehrswacht (DVW) oder Automobilclubs wie dem ACE und dem ADAC zusammengestellt haben.

Hitzestress: Hohe Temperaturen können bei Autofahrern zu Stress führen - das Herz schlägt schneller, es kommt zu Schweißausbrüchen und Nervosität. Der Fahrer wird dadurch aggressiver und sein Verhalten während der Fahrt irrational. Die Gefahr von Fahrfehlern mit bösen Folgen wächst. Ein Fahrer eines überhitzten Autos stellt nach Expertenmeinung ein ähnliches Risiko dar wie ein Betrunkener.

Unfallgefahr: Hitze kann die Unfallzahlen erhöhen. So haben Untersuchungen ergeben, dass bei einer mittleren Wärmebelastung von etwa 27 Grad die durchschnittlichen Unfallzahlen in Ortschaften um sechs Prozent ansteigt. Bei Temperaturen ab 32 Grad liegt die Steigerung bei 13 Prozent, ab 37 Grad sind es sogar 33 Prozent. Das alles gilt jedoch in erster Linie für Fahrzeuge, die nicht über eine Klimaanlage verfügen, oder in denen sie nicht eingeschaltet ist.

Lebensgefahr: Gerade kleine Kinder und Tiere sollten nie bei Sommerhitze in einem verschlossenen Fahrzeuge zurückgelassen werden - die schnell steigende Temperatur im Innenraum könnte für sie lebensbedrohlich sein. Der Innenraum kann sich bei direkter Sonneneinstrahlung pro Minute um 1 Grad aufheizen - herrschen ohnehin schon Temperaturen von 30 Grad, sind Werte bis zu 70 Grad in kurzer Zeit erreicht. Solche Werte können zu Ohnmacht oder Kreislaufkollaps führen und stellen im Extremfall auch eine Lebensgefahr dar.

Parken: Wer nicht in ein aufgeheiztes Auto einsteigen will, sollte möglichst im Schatten parken. Zu beachten ist jedoch, dass die Sonne wandert - und damit auch der Schatten. Je nach Länge des Aufenthaltes sollte der Parkplatz daher so gewählt werden, dass der Wagen zum Zeitpunkt der geplanten Abfahrt im Schatten steht.

Hitzeschutz: Einen rundum wirksamen Schutz gegen die Hitze im abgestellten Auto gibt es nicht. Jedoch können spezielle Alumatten oder Pappen an den Scheiben des geparkten Fahrzeugs zumindest für etwas Hitzeschutz sorgen

Durchlüften: Ist der Innenraum vor der Abfahrt unangenehm aufgeheizt, sollte mit dem Start eine Weile gewartet werden: Ratsam ist es, zunächst alle Türen zu öffnen, damit die angestaute Hitze aus dem Fahrzeug entweichen kann.

Zugluft: Geöffnete Seitenfenster sind ein beliebtes Mittel, um die Hitze im Wageninneren auszugleichen. Doch ratsam ist dies gerade bei längeren Fahrten nicht: Zum einen führt das offene Fenster zu erhöhter Geräuschbelastung und damit zu Stress. Zum anderen sollte die Gefahr einer Ohrenentzündung oder Erkältung durch Zugluft nicht unterschätzt werden.

Pausen: Weil Hitze auch Stress und körperliche Belastung bedeutet, sollten Autofahrer gerade bei längeren Touren auf genügend Pausen achten. Ein paar Dehn- oder Streckübungen können zusätzlich helfen, das Körpergefühl zu verbessern.

Tanken: Bei starker Hitze sollte nicht mehr randvoll getankt werden. Hintergrund ist, dass sich der Kraftstoff bei hohen Temperaturen ausdehnt. Er kann dann über die Tankentlüftung entweichen, und es besteht die Gefahr, dass er sich entzündet. Als Anhaltspunkt dient, dass sich der Inhalt eines 50-Liter-Tanks um etwa einen Liter ausdehnt - beim Tanken sollte entsprechend weniger eingefüllt werden.

Getränke: Flüssigkeit ist bei Hitze nicht nur angenehm, sondern auch wichtig. Allerdings sollten Autofahrer in der Hitze nicht gerade zu Eiskaltem greifen - die kühlen Erfrischungsgetränke führen wegen des hohen Temperaturunterschieds zu einer Gegenreaktion in Form von Schwitzen und damit zu weiterem Flüssigkeitsverlust. Als geeigneter gelten warme Getränke. Auf Kaffee und schwarzen Tee sollte jedoch verzichtet werden. Ratsam sind dagegen Kräutertees. Kühle Alternativen sind Säfte und Mineralwasser.

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