Autohersteller vs. BBC

Tesla verklagt Top Gear

Tesla Motors fühlt sich von der britischen Autosendung Top Gear schlecht behandelt. Die weigert sich aber hartnäckig, einige freche - und möglicherweise falsche - Behauptungen über den Elektro-Sportwagen zu korrigieren.
  • Werner Pluta
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Streitet jetzt mit der BBC: Tesla-Chef Elon Musk posierte anlässlich des Börsengangs des US-Elektro-Autobauers im Juni 2010 auf dem New Yorker Times Square. Quelle: ap

Streitet jetzt mit der BBC: Tesla-Chef Elon Musk posierte anlässlich des Börsengangs des US-Elektro-Autobauers im Juni 2010 auf dem New Yorker Times Square.

(Foto: ap)

Palo Alto/LondonDer US-Elektroautohersteller Tesla Motors hat den britischen Fernsehsender BBC verklagt. Tesla wirft der BBC vor, die Sendung Top Gear habe böswillig Unwahrheiten über den Elektrosportwagen Tesla Roadster verbreitet.

Der Streit zwischen der Autosendung und dem Autohersteller schwelt bereits seit dem Jahr 2008: In einer Folge hatte Top Gear über den Tesla Roadster berichtet. Für den Test ließen die Briten einen Tesla Roadster gegen einen Lotus Elise antreten, der die Basis für das Elektroauto bildet. In dem Film ließen sie den Tesla Roadster wegen eines angeblich leeren Akkus ausrollen. Anschließend wurde das Auto in einen Hangar geschoben. In der Sendung sei, so Tesla, die Rede davon gewesen, dass der Motor überhitzt sei und dass die Bremsen kaputt gewesen seien.

Tesla hatte Top Gear für die Sendung zwei Autos zur Verfügung gestellt. Diese hätten beide einwandfrei funktioniert. Als das Unternehmen die Autos zurückbekam, seien die Akkus beider Autos noch zu 20 Prozent geladen gewesen. Zudem habe die BBC behauptet, die Reichweite des Roadster betrage knapp 90 Kilometer. Tatsächlich kommt der Roadster mit einer Akkuladung laut Hersteller knapp 340 Kilometer weit. Das habe ein Test einer EU-Organisation bestätigt.

BBC ignoriert Tesla
Tesla hatte die BBC daraufhin um eine Korrektur ihrer Darstellung gebeten. "Tesla will einfach nur, dass Top Gear diese boshafte Folge nicht mehr ausstrahlt und die Angaben korrigiert", begründete Tesla die Klage. Dieses Ansinnen sei jedoch von der BBC ignoriert worden, so das Unternehmen.

„Ein Auto wie Syphilis“
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"Top Gear"-Moderator Jeremy Clarkson ist kein Freund des feinen britischen Humors. So schonungslos, wie er sein Testmaterial regelmäßig schrottet, so respektlos geht er auch mit Herstellern um. Manche Sprüche sind auf dem Niveau von Furzkissenhumor, doch seine Fan-Gemeinde ist riesig und seine Einschaltquote spricht für sich. Was er zu einzelnen Automodellen schon vom Stapel ließ ...

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... Und dafür lieben ihn die Fans: Jeremy Clarkson beschleunigt gerade einen Ariel Atom. Bei Top Gear finden auch exotische Tests mit vollem Gasfuss-Einsatz statt. Das entsprechende Video ist in HD-Qualität auch bei Youtube zu finden und enthält zwei von Clarksons typischen Test-Zitaten: "I am an Alien" brüllt er in dem Moment, als diese Aufnahme entsteht. Wenig später, in Richtung Luft-Ansaugtrichter (rechts oben am Bildrand): "I feel like my brain´s being sucked in."

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"Ein Renault Espace ist wohl die beste Großraumlimousine. Das kommt der Aussage gleich: "Ich hab Syphilis, die beste unter den Geschlechtkrankheiten"."

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"Macht einen so großen Bogen um den Suzuki Wagon R, wie um ungeschützten Sex mit einem äthiopischen Transvestiten."

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"Ich würde mich eher sterilisieren lassen als Ford Galaxy zu kaufen."

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"Es gibt nur ein Wort, was den Vectra beschreibt, es fängt mit "s" an und endet mit "t". und es ist nicht soot." Clarkson nahm das Wort "Shit" zwar nicht in den Mund, aber auch so wusste jeder, was er meinte ...

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"Ferrari, das ist für mich eine abgespeckte Version von Gott."

Top Gear ist eine bekannte Autosendung, die auf BBC2 ausgestrahlt wird. Sie wird auf einem Flugplatz in der südenglischen Grafschaft Surrey aufgezeichnet. Die Sendung wird in Großbritannien und diversen anderen Ländern ausgestrahlt. Daneben wird sie auch als DVD vertrieben und ist über das Internet abrufbar. Weltweit erreicht Top Gear mehrere hundert Millionen Zuschauer. Tesla Motor fürchtet deshalb um den Ruf der Elektromobilität.

Eine Top-Gear-Sprecherin bestätigte dem BBC-Onlineangebot, über die Klage benachrichtigt worden zu sein. Die Verantwortlichen bestünden jedoch auf der Richtigkeit ihrer Darstellung. "Die BBC steht zu der Sendung und wird diese Behauptung energisch verteidigen", sagte sie.  (wp)

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