Autohersteller weist Vorwurf zurück
Chrysler-Modell soll zu hohe Abgaswerte haben

Das Umweltbundesamt wirft Daimler-Chrysler vor, eines seiner Chrysler-Modelle verursache zu hohe Schadstoffemissionen. Der deutsch-amerikanische Autohersteller weist dies jedoch zurück.

HB STUTTGART. „Alle Mercedes- und Chrysler-Modelle erfüllen die gesetzlichen Abgasvorschriften“, sagte eine Sprecherin von Mercedes-Benz am Montag in Stuttgart. Ein Chrysler-Sprecher wollte sich nicht äußern. Das Umweltbundesamt wirft Chrysler nach Gebrauchtwagen-Tests vor, dass die Abgasreinigungsanlage (Katalysator) etwa beim Chrysler PT Cruiser bei hohem Tempo nicht ordnungsgemäß arbeite. Dadurch stößt das Auto mehr Schadstoffe aus als erlaubt.

Ab Tempo 120 steige der Kohlenmonoxid-Ausstoß durch eine verstärkte Kraftstoffzufuhr über das erlaubte Maß hinaus an. „Der Kohlenmonoxid-Ausstoß des PT Cruiser ist inakzeptabel hoch“, sagte der zuständige Fachreferent beim Umweltbundesamt, Falk Heinen, am Montag in Dessau. „Das Unternehmen hat uns mitgeteilt, dass es aus ökonomischen Gründen nicht gewillt ist, die Motorsteuerung zu ändern.“ Die Mercedes-Sprecherin sagte, der Test der Abgas-Emissionen jenseits von Tempo 120 sei nicht Bestandteil der Zulassungstests.

Heinen widersprach dieser Darstellung entschieden. Die Autohersteller seien im Rahmen der EU-weiten Feldüberwachung des Fahrzeugbestandes verpflichtet, die Abgaswerte auch jenseits der Testgrenzen einzuhalten. „Das Verhalten von Chrysler ist aus rechtlicher Sicht nicht akzeptabel.“ Die Feldüberwachung diene auch dazu, die Herstellerangaben zum Kraftstoffverbrauch nachzuprüfen. Bei einem Modell der Chrysler-Schwestermarke Mercedes habe sich keine Beanstandung ergeben.

Probleme mit der Abgasreinigung sind für Daimler-Chrysler nichts Neues. Ende vergangenen Jahres musste der Konzern auf Anweisung der US-Regierung die Abgasanlagen in fast 1,5 Mill. Fahrzeugen reparieren und eine Million Dollar Strafe zahlen. Die Fahrzeuge hatten die gültigen Umweltschutznormen der USA nicht eingehalten. Die Auflagen kosteten nach behördlichen Angaben 90 Mill. Dollar (71 Mill. Euro). Daimler-Chrysler hatte Defekte an Abgas-Katalysatoren bei den Marken Jeep und Dodge der Modelljahre 1996 bis 2001 nicht offen gelegt.

Angesichts der Debatte um gesundheitsgefährdenden Feinstaub rüstet Daimler-Chrysler seit Mitte 2005 alle Dieselmotoren serienmäßig mit einem Rußpartikel-Filter aus. Ruß gilt als eine Quelle von gesundheitsgefährdendem Feinstaub. Die Bundesregierung hatte sich mit den Fahrzeugherstellern darauf geeinigt, dass bis spätestens 2009 alle neuen Diesel-Fahrzeuge in Deutschland mit einem Rußfilter ausgerüstet werden.

An der Börse wurden Daimler-Chrysler-Aktien im Markttrend mit einem Aufschlag von 0,5 Prozent bei 43,60 Euro gehandelt.

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