Autokäufer
Höhere CO2-Grenzwerte verteuern Kauf von Neuwagen

Autokäufer müssen künftig deutlich tiefer in die Tasche greifen. Grund sind die von der Europäischen Union geplanten strengen Grenzwerte für den Kohlendioxidausstoß von Neuwagen. Laut einer Studie der EU-Kommission, die dem Handelsblatt vorliegt, steigen die Preise für neue Personenwagen je nach Marke um bis zu mehrere Tausend Euro.

BRÜSSEL. Besonders stark betroffen sind die Modelle von BMW, Mercedes, Subaru und Porsche. Die EU-Staaten hatten im Frühjahr beschlossen, den CO2-Ausstoß von Neuwagen ab 2012 auf durchschnittlich 130 Gramm pro Kilometer zu begrenzen. Weitere zehn Gramm sollen durch herstellerexterne Maßnahmen wie eine höhere Beimischung von Biosprit und bessere Reifentechnologie eingespart werden. Zurzeit liegen die durchschnittlichen Kohlendioxidemissionen von Neuwagen bei 160 Gramm. Am kommenden Mittwoch will die EU-Kommission ihren Gesetzentwurf zu den CO2-Grenzwerten vorlegen. Wenn die Autokonzerne die Vorgaben nicht einhalten, drohen ihnen Geldstrafen in Milliardenhöhe.

Viele Modelle sind bisher weit von den geplanten Grenzwerten entfernt und müssen technisch erheblich aufgerüstet werden, um die CO2-Emissionen ausreichend zu senken. Die EU-Kommission geht in ihrer Analyse der Folgen des Gesetzes davon aus, dass dies den Verkaufspreis von Neuwagen ab Werk um durchschnittlich sechs bis sieben Prozent erhöht. Differenziert nach Hersteller sind die Preissteigerungen jedoch sehr unterschiedlich und hängen von den individuellen Grenzwerten für jedes Modell ab.

Je größer das Gewicht eines Fahrzeugs ist, desto mehr CO2 darf es ausstoßen. Wie viel mehr, das ist zwischen Umweltkommissar Stavros Dimas und Industriekommissar Günter Verheugen bisher umstritten. Dimas plädiert für geringe Unterschiede zwischen Kleinwagen und Luxusautos bei den Grenzwerten, Verheugen will den Premiumherstellern deutlich mildere Vorgaben machen. Laut der Kommissionsstudie schlägt die Verpflichtung zum Klimaschutz am heftigsten bei Porsche auf die Preise durch. Je nachdem, welches Modell sich für die Berechnung der CO2-Grenzwerte durchsetzt, steigt der durchschnittliche Preis für einen Porsche zwischen 10 000 und 17 000 Euro.

Bei Mercedes liegt die Preissteigerung im Flottendurchschnitt zwischen knapp unter 2 000 und knapp unter 4 000 Euro, bei BMW in der Spanne von etwa 1 500 bis knapp unter 3 000 Euro. Deutlich günstiger kommen laut EU-Behörde die Käufer französischer und italienischer Autos davon. Beim Autokonzern PSA mit den Marken Peugeot und Citroen steigen die Preise im Flottendurchschnitt je nach Berechnungsmodell um rund 300 bis knapp unter 1 000 Euro, Fiat und Renault liegen geringfügig darüber. Im Mittelfeld mit Preissteigerungen zwischen 1 000 und 2 000 Euro befinden sich unter anderem Ford, Nissan und VW.

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