Autokauf
16 Monate sparen für den Neuen

Der deutsche Arbeitnehmer muss für ein neues Auto immer länger sparen. Laut einer CAR-Studie „laufen die Preise den Käufern davon“, da die Nettolöhne und -gehälter langsamer steigen als die Autopreise.
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DuisburgDer deutsche Arbeitnehmer muss für ein neues Auto immer länger sparen. Laut einer Erhebung des Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen „laufen die Preise den Käufern davon“, da die Nettolöhne und -gehälter langsamer steigen als die Autopreise. 16 Monate lang muss der Durchschnittsarbeitnehmer seine gesamten Nettobezüge zurücklegen, um sich ein Auto zum Durchschnittspreis von 26.400 Euro kaufen zu können. Im Jahr 1980 kostete das Durchschnittauto 8.420 Euro.

Allein zwischen 1980 und 2007 stieg die Ansparzeit von 9,4 Monaten auf 16,2 Monate an. Einzig die Abwrackprämie aus dem Jahr 2009 konnte den Trend kurzzeitig stoppen. Im vergangenen Jahr musste der Durchschnittskäufer noch 15,7 Monate sparen.

Die Krise am deutschen Automarkt wird sich also auch im kommenden Jahr weiter verschärfen. Hohe Preise, ein unsicherer Arbeitsmarkt, Kurzarbeit und die europäische Schuldenkrise lassen den Verbraucher beim Kauf neuer Autos zögern. Nach 3,1 Millionen Neufahrzeugen in diesem Jahr wird der Markt im kommenden Jahr nach CAR-Prognosen auf nur noch 3,03 Millionen Einheiten schrumpfen – das schlechteste Ergebnis seit der deutschen Wiedervereinigung.

Kommentare zu " Autokauf: 16 Monate sparen für den Neuen"

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  • Vor 20 Jahren gab es viele Ausstattungen nicht. Die Ansprüche sind gewachsen, suggeriert auch durch die Hersteller selbst. Aber auch technische Vorgaben und Normen, hier vor allem Sicherheits- und Abgasnormen, sind drastisch gestiegen. Letzteres hat dazu geführt, übrigens nicht nur der Wettbewerb, dass die Hersteller in immer kürzeren Phasen entwickeln müssen. Auch das gab es früher in dieser extremen Form so nicht.
    In Summe hat das alles zu einer beschleunigten Preisspirale beigetragen.
    Vor 20 Jahren konnte man sich wenigstens noch eine vernünftige Kompaktklasse aus deutscher Produktion mit seinem Verdienst ersparen. Heute sind Preise der sogenannten "Premium"-Kompaktklasse mit deutlich über 30.000,-, bis hin zu über 40.000,- üblich. Für Durchschnittsverdiener ist das nicht mehr bezahlbar, zumal auch viele andere Preise und Abgaben gestiegen sind. Es gab auch mal deutlich niedrigere Sätze der Mehrwert- und Versicherungssteuer. Und es gab vor Jahren auch keine Öko-Steuer, die dann das Benzin verteuert hat. Damit hatten es Fahranfänger mal leichter beim Erwerb und Unterhalt eines PKW. Vom drastisch zugenommenen Niedriglohnsektor gar nicht zu reden.
    Dass angesichts der hohen Kosten die Emotionen und das Interesse am Auto für Durchschnittsverdiener stetig abnimmt, sieht man an der deutschen Zulassungsstatistik.
    Alles nur auf die gegenwärtige Krise in einigen EU-Ländern abzuschieben, ist daher blauäugig.
    Schließlich geht es um den Bestand tausender Industriearbeitsplätze.

  • Bei einem Neuwagen preis von 40.000€ müsste man als jeden Monat 2.500€ für das Auto sparen, um es nach 16 Monaten zu erhalten. Respekt, wer das kann.

  • Absolut richtig. Wir, als "kleine" Grossfamilie haben mit einen VW Touran noch ein halbwegs "vernünftiges" Fahrzeug.
    Aber, wenn ich den am Abend rückwärts in die Garage fahre, piepst, blinkt oder dongt es etwa 5 Mal:
    1. Nach dem Anlasssen, weil mit 2°C erhöhte Rutschgefahr besteht.
    evtl. 2. Falls ich beim letzten Anhalten aus Gewohnheit den rechten Blinker gesetzt haben sollte.
    evtl. 3. Weil wir, da ab und zu ein Kind vorne sitzt, das Beifahrer-Airback abgeschaltet haben.
    4. Danach im Intervall von wenigen Sekungen weil ich auf der 5m-Rückwärtsfahrt in die eigene Garage nicht angeschnallt bin.
    5. Wenn ich den Rückwärtsgang einlege.
    Und schliesslich
    6. wenn ich beim Zurücksetzen nur noch 1.5m zur Garagenrückwand habe.
    Das Ganze nennt sich dann "Bord-Computer", kostet einige tausend €, wiegt 'zig Kilo und erhöht somit indirekt den Verbrauch.

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