Autokauf
Gerichtstermin statt Fahrvergnügen

Wenn Autokäufer feststellen, dass ihr neuer Stolz nicht den Erwartungen entspricht, gibt es schnell erbitterten Streit.

So auch im Fall eines Baden-Württembergers, der einen Geländewagen für 29 000 Euro gekauft hatte. Wenig später bemerkte er, wie das Auto ab Tempo 140 nur noch verzögert beschleunigte und bockte und vibrierte. Er forderte das Autohaus auf, die Mängel zu beseitigen. Als das nicht geschah, forderte er sein Geld zurück – mit Erfolg. Anders als das Landgericht Konstanz entschied das Oberlandesgericht Karlsruhe: Wenn ein Geländewagen schon bei 140 Stundenkilometern Probleme mache, entspreche das nicht dem "Stand der Technik" (9 U 239/06). Heutzutage würden Geländewagen meist "im normalen Straßenverkehr" eingesetzt, daher seien höhere Geschwindigkeiten wichtig.

Weniger Glück vor Gericht hatte der Käufer eines Audi A4 Avant mit 133 000 Kilometern auf dem Buckel. Knapp sechs Monate nach dem Kauf trat wegen eines verschlissenen Dämpfers ein Motorschaden auf. Gerade noch rechtzeitig, dachte der Käufer. Denn wenn binnen eines halben Jahres Verschleißerscheinungen auftreten, müssen Verkäufer beweisen, dass bei der Übergabe alles in Ordnung war. Ein schwieriger Beweis – der dem Autohaus jedoch gelang. Ein als Zeuge geladener Kfz-Meister sagte aus, er habe den Wagen bei 120 000 Kilometern in seiner Werkstatt inspiziert und dabei keinen Verschleiß festgestellt. Damit sei wahrscheinlich, dass auch bei 133 000 Kilometern kein Verschleiß vorlag, entschied das Oberlandesgericht Koblenz und wies die Klage des Käufers ab (5 U 768/06).

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