Autokauf
Hohe Rabatte: Bitte nicht blenden lassen

Um den stotternden Absatz anzukurbeln, setzen immer mehr Autohersteller auf satte Rabatte. Doch die vermeintlichen Schnäppchen sind nicht für jeden etwas.

dpa/tmn OSTFILDERN/STUTTGART. Um den stotternden Absatz anzukurbeln, setzen immer mehr Autohersteller auf satte Rabatte. Doch die vermeintlichen Schnäppchen sind nicht für jeden etwas.

Denn vor allem schlecht laufende Modelle oder einzelne Wagen, die beim Händler lange stehen, würden derzeit mit hohen Preisabschlägen angeboten, sagt Siegfried Trede von der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) in Ostfildern bei Stuttgart. "Einen VW Tiguan, für den es lange Wartelisten gibt, werden Sie dagegen kaum mit deutlichem Nachlass bekommen."

Profitieren könnten von den Rabatten vor allem "flexible" und "kompromissbereite" Autofahrer. Sie müssten aber bereit sein, auch ein "nicht so gefragtes" Fahrzeug zu kaufen - und dieses vor allem auch länger fahren wollen. Anderenfalls sei bei einem baldigen Wiederverkauf mit Problemen und kräftigen Preisabschlägen zu rechnen, so der Experte. Günstige Neuwagenangebote gebe es derzeit vor allem auch über das Internet. Doch hier rät Trede zu Vorsicht: "Wenn der Händler dann hunderte Kilometer weit weg ist, kann es bei Mängeln oder Garantiefragen schnell zu Problemen kommen."

Nach Ansicht von Rainer Hillgärtner vom Auto Club Europa (ACE) in Stuttgart dürfen sich Interessenten von den niedrigeren Preisen nicht blenden und zu einem schnellen Autokauf bewegen lassen. "Im Vordergrund sollte immer die Überlegung der Sicherheit und der Folgekosten stehen, nämlich durch Verbrauch, Steuern und Versicherung", sagt Hillgärtner. "Sonst kann der billig erstandene Wagen schnell zur teuren Bürde werden", warnt der ACE-Sprecher.

Laut einer Studie des Center Automotive Research (CAR) an der Fachhochschule Gelsenkirchen sind Neuwagen in Deutschland so teuer wie noch nie. Mit den Preisen stiegen aber auch die Rabatte zuletzt im Juli auf durchschnittlich 16,5 Prozent. Die deutsche Autoindustrie leidet derzeit vor allem unter der Konsumzurückhaltung der Verbraucher, den steigenden Sprit- und Rohstoffpreisen sowie der nachlassenden Nachfrage aus dem Ausland. In Deutschland setzen die Kunden nun vor allem auf sparsame Fahrzeuge. Dem Kraftfahrtbundesamt zufolge wuchs im Juli am stärksten das Segment der Mini-Fahrzeuge (plus 17,4 Prozent).

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