Autoklub in der Krise
ADAC beauftragt externe Kommunikationsexperten

Für den ADAC werden die kommenden Tage noch einmal heikel – die Wirtschaftsprüfer von Deloitte stellen ihre Ergebnisse vor. Um diese möglichst gut nach außen zu kommunizieren, hat der ADAC seine PR-Abteilung verstärkt.
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MünchenDer ADAC vertraut in seiner schweren Reputationskrise nicht mehr auf Bordmittel. Seit vergangener Woche sitzen in der Münchener Konzernzentrale auch die Krisenkommunikatoren von CNC-Communications. Die international tätigen Krisenberater verstärken nach Informationen des Handelsblatts die rund 100 Mitarbeiter starke Öffentlichkeitsarbeit des Clubs.

Ziel ist es, den ADAC möglichst schnell aus den Schlagzeilen zu holen und eine Neuausrichtung des Clubs vorzubereiten. Zudem sucht der Club einen neutralen Obmann, der Glaubwürdig für einen Neuanfang des ADAC stehen soll. Gedacht werde ein Politiker wie Theo Waigel, der bereits als Jurist für die Aufarbeitung des Schmiergeldskandals bei Siemens öffentlich bürgte.

Krisenkommunikatoren wie die zu der französischen Publicis-Gruppe gehörenden CNC treten immer dann in Aktion, wenn Unternehmen öffentlich unter Druck geraten wie bei Übernahmen, Skandalen und Affären. Kommunikationsberater standen schon den Chefs von Infineon oder Schaeffler zur Seite, die in der Krise dem medialen Dauerfeuer ausgesetzt waren und die sich in der Berichterstattung ihre eigene, positive Sichtweise wünschen. Wenn die Krise ausgestanden ist, ziehen sich die Berater in der Regel zurück.

Für den ADAC werden die kommenden Tage noch einmal heikel. Bereits Ende der Woche könnten die Wirtschaftsprüfer von Deloitte ihre Ergebnisse zu den Manipulationen um den „Gelben Engel“ vorstellen. Sollte sich herausstellen, dass neben den Teilnehmerzahlen auch die Platzierung der Autos manipuliert war, droht dem Club Ärger mit der Autoindustrie.

Profitieren von der Krise beim ADAC könnten die anderen Autoklubs in Deutschland. Seit dem Eingeständnis manipulierter Zahlen bei einem Autopreis des Marktführers Mitte Januar sei auf der Internetseite des Auto Club Europa (ACE) rund 29.000 mal der Button „Mitglied werden“ angeklickt worden. „Das ist für unsere Verhältnisse recht beachtlich“, sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner am Dienstag in Stuttgart. Auch das hauseigene Callcenter sei „völlig überlastet“, viele Anrufe könnten gar nicht entgegengenommen werden.

Eine Bilanz über neue Mitglieder sei aber noch nicht möglich. Zum einen, weil Club-Wechsler eine dreimonatige Kündigungsfrist hätten. Zum anderen könnten Eintritte kurzfristig storniert werden. Der ADAC hatte am Montag mitgeteilt, er gehe bislang von rund 15.000 Kündigungen von Mitgliedern aus. Die Zahl könnte sich aber noch vervielfachen. Der ACE hat nach eigenen Angaben als zweitgrößter deutscher Autoclub 580.000 Beitrag zahlende Mitglieder – der ADAC knapp 18,9 Millionen.

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  • Abzocke durch den ADAC Verlag:

    Die gelben Reiseführer (mit Karte) sind seit Anfang der Woche über 30% teurer!! (vorher 9,95 Euro, jetzt 12,99 Euro). Ich empfinde das als Abzocke und das untergräbt die Glaubwürdigkeit, wenn andere vom ADAC als Abocker bezeichnet werden!

  • Es sind und bleiben Saubären.
    (Wobei man hier das Tier beleidigt)

  • Der nächste Skandal deutet sich dann wohl in dem heute abend laufenden Report Mainz an :

    http://www.swr.de/report/presse/adac-ausland/-/id=1197424/did=12814926/nid=1197424/1i42t8d/index.html

    Man kann leider nur noch den Kopf schütteln.

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