Automarkt
Taktische Zulassungen steigen weiter

Die eigenen PKW-Neuzulassungen durch Automobil-Hersteller und Händler sind im April weiter angestiegen. Verantwortlich dafür waren in erster Linie die Händler.
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WürzburgDie taktischen Pkw-Neuzulassungen durch Automobil-Hersteller und Händler sind im April weiter angestiegen. Verantwortlich dafür waren in erster Linie die Händler, die 5.421 Pkw oder 11,1 Prozent mehr Eigenzulassungen als im Vorjahresmonat verantworten. Der Anstieg bei den Herstellern hat lediglich 264 Autos oder 0,9 Prozent betragen.

Die taktische Maßnahme, um in Zeiten von schwachen Absatzzahlen die Statistiken bei Neuzulassungen nach oben zu treiben, funktioniert so: Autos, die in Wirklichkeit fabrikneu sind, werden kurz und z.B. für Probefahrt-Zwecke auf den Händler angemeldet, und dann mit deutlichen Nachlässen als junge Gebrauchte verkauft, um den Absatz zu fördern. Hintergrund sind die aktuell großen Probleme vieler Massenhersteller, ihre Neuwagen überhaupt, geschweige denn zu regulären Preisen zu verkaufen.

Der Anteil der taktisch motivierten Zulassungen am gesamten Neuwagenaufkommen ist damit von 17,7 Prozent im April 2012 im vergangenen Monat auf 19 Prozent gestiegen. Damit hat die Branche laut "kfz-betrieb" die Chance verpasst, den leichten Aufwärtstrend auf dem Neuwagenmarkt zu einem Abbau des zu hohen Bestandes der Autohäuser zu nutzen.

Immerhin hat laut den Zahlen der Marktforschung Dataforce auch das Privatgeschäft und der Flottenmarkt zugelegt. 113.200 private Neuzulassungen bedeuten ein Plus von 4.964 Fahrzeuge oder 4,6 Prozent gegenüber dem April 2012 und entsprechen einem Anteil von 39,8 Prozent am Gesamtmarkt. Der Flottenmarkt hat im Vergleichszeitraum um 992 Einheiten oder 1,7 Prozent zugelegt. Der Anteil an den Neuzulassungen insgesamt ist dennoch um 0,5 Prozentpunkte auf nur noch 20,4 Prozent gesunken.

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  • Die Zulassungs- und Umschreibegebühren sollten erhöht werden, damit die öffentliche Verwaltung nicht die mangelnde Markteffizienz des Neuwagenhandels ausbaden muss.

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