„Automechanika“ eröffnet
Mängelliste wird immer länger

Immer mehr Autos mit Mängeln sind auf den Straßend er Republik unterwegs. „Die Fahrer sparen immer häufiger an der Inspektion und der Wartung und schieben Reparaturen auf“, erklärt ein Sprecher der Gesellschaft für Technische Überwachung.

HB FRANKFURT. Immer mehr Autos mit Mängeln sind auf den Straßend er Republik unterwegs. Während Kfz-Sachverständige im ersten Halbjahr 2003 bei Hauptuntersuchungen 52,4 Prozent der Autos bemängelten, waren es im ersten Halbjahr 2004 bereits 53,5 Prozent der Wagen. Das berichtete die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) am Dienstag zur Eröffnung der Autozulieferer-Messe „Automechanika“ in Frankfurt.

Die Branche leidet nach eigenen Angaben unter der anhaltenden Konsumschwäche in Deutschland. „Die Fahrer sparen immer häufiger an der Inspektion und der Wartung und schieben Reparaturen auf“, sagte GTÜ-Sprecher Friedrich-Georg Väth. Zudem steige das Durchschnittsalter der Wagen weiter an und betrage nun 7,6 Jahre.

Für die Studie wertete die GTÜ vier Millionen Hauptuntersuchungen aus. Unter 150 gängigen Modellen landeten Wagen der französischen Marken Peugeot (Peugeot 306) und Citroen (ZX/Xsara, AX/Saxo) an der Spitze der Mängelstatistik. Die japanischen Produzenten, allen voran Toyota (Corolla und Yaris Verso), wiesen dagegen die wenigsten Beanstandungen auf. Die deutschen Hersteller lagen laut GTÜ in der Kompaktwagen-Klasse allenfalls in der Mitte. In der oberen Mittelklasse schnitten sie dagegen gut ab: Die Mercedes Benz E-Klasse wies unter allen Modellen die wenigsten Mängel auf, dicht gefolgt vom Audi 100/A 6.

Der Werkstattmarkt in Westeuropa wächst nach Angaben des größten deutschen Automobilzulieferers Bosch mit jährlich ein bis zwei Prozent nur noch langsam. Außerdem gehe die Zahl der Reparaturaufträge wegen der zunehmenden Lebensdauer der Komponenten zurück, sagte Wolfgang Chur, Geschäftsführungsmitglied der Robert Bosch GmbH (Stuttgart) in Frankfurt. Das Unternehmen wurde gemeinsam mit BMW für ein optisches Achsmessgerät mit dem Innovationspreis der Messe ausgezeichnet. Zu den Preisträgern gehörte unter anderen auch Volkswagen mit einer sprachgesteuerten Bedienungsanleitung.

In diesem Jahr werden nach Schätzungen des Zentralverbandes des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) rund 1200 Autohäuser und Werkstätten Konkurs anmelden oder ihren Betrieb aufgeben. Die Zahl der 490 000 Beschäftigten werde um 8000 sinken, prognostiziert der Verband. Derzeit zählt die Branche in Deutschland 42 500 Autohäuser und Werkstätten.

Von der Messe erhoffen sich die Hersteller neue Impulse. Die „Automechanika“ ist die weltweit größte Fachmesse für das Kraftfahrzeuggewerbe. Auf der sechstägigen Schau werden bis 19. September rund 4500 Aussteller ihre Neuheiten zeigen. Die Veranstalter rechnen mit 160 000 Fachbesuchern.

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