Automesse IAA
Wie VW das Maxi-Geschäft mit den Minis aufrollt

Kleinstwagen gehören zu den Wachstumstreibern der Autoindustrie. Die Nachfrage dürfte in den westlichen Metropolen ebenso wie in den Schwellenländern steigen. Dazu zeigt VW auf der IAA ein neues Einstiegsmodell.
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HamburgMit dem Käfer hat Volkswagen die Nachkriegsgesellschaft mobil gemacht und Geschichte geschrieben. Doch ausgerechnet der Vorreiter in diesem Segment hat seit Jahren kein Modell für Einsteiger im Programm. Nach dem Ende der glücklosen Kleinwagen Lupo und Fox in Europa müssen Kunden bisher mindestens 12.450 Euro auf den Tisch legen, um einen VW fahren zu können: den Klassiker Polo.

Dabei machen Parkplatznot und Spritpreise kleinere City Flitzer immer beliebter. Den Angeboten der Konkurrenz wie Daimlers Smart und Citroëns C1, Startpreis jeweils gut 10.000 Euro, haben die Wolfsburger bisher nichts entgegenzusetzen.

Das soll sich ändern. Auf der IAA präsentiert Volkswagen-Chef Martin Winterkorn den Kleinstwagen Up. Mit einer Länge von 3,54 Metern ist er fast einen halben Meter kürzer als der Polo. Zum Jahresende wird er ausgeliefert, zum Preis von 9.500 Euro für die Standardversion mit 60 PS. Der VW-Chef sieht „die wachsende Nachfrage im Kleinstwagensegment“ als wichtigen Trend der Messe, sagte Winterkorn dem Handelsblatt.

Die Aussichten für die Minis sind gut: In Westeuropa soll der Markt für solche Kleinstwagen laut Winterkorn bis 2016 um mehr als 20 Prozent wachsen. Branchenkenner bestätigen den Trend zum Kleinen: Bereits heute entfallen fast 44 Prozent der Neuzulassungen in Westeuropa auf Kleinst- und Kleinwagen, sagt Autoprofessor Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach.

Doch Winterkorns Pläne reichen bereits weiter. Volkswagen arbeitet intensiv an der Entwicklung einer abgespeckten Version des Up für Schwellenländer, heißt es in Konzernkreisen. „In absehbarer Zeit greifen wir auch auf Wachstumsmärkten wie Südamerika mit einer eigenen Variante an“, kündigte Winterkorn an.

Die Konzernstrategen denken zudem an einen Einsatz in Indien, später vielleicht in China. Der Verkaufspreis soll deutlich niedriger als in Europa ausfallen – dürfte aber dennoch eher bei gut 7.000 Euro als bei 6.000 Euro landen, heißt es in Konzernkreisen. Der VW-Spitze ist jedenfalls klar, dass sie ein konkurrenzfähiges Angebot auf den Markt bringen muss. „Modelle auf die Bedürfnisse der Schwellenländer anzupassen ist nicht nur beim Up ein Thema, sondern ganz grundsätzlich“, sagt Winterkorn.

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  • Die Kleinstwagen sind die Autos der Zukunft, hat Winterkorn endlich in einem lichten Moment erkannt.
    Gerade in Deutschland, wo immer kleinere Einkommen die Regel sind und die Spritpreise ungebremst steigen, werden diese Autos verstärkt nachgefragt werden.
    Ich bezweifle allerdings, dass VW in diesem Segment eine wichtige Rolle spielen wird.

  • Der Up ist vergleichsweise teuer und schlecht ausgestattet.

    Wer seine Produktpalette derartig unfähig plant, der sollte sich wohl besser einen Job bei einer Landesbank suchen. Dort findet man dann zumindest auch die hohe Fehlerquote, die man von VW Produkten gewohnt ist.

  • VW entdeckt den Markt der "HartzIV"-Autos. Klug, wer die Zukunft rechtzeitig richtig beurteilt und seine Unternehmensphilosophie entsprechend ausrichtet. So mancher deutsche VW-Arbeiter kann sich dann zukünfitg von seiner Abfindung noch mal ein Auto kaufen...

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