Automesse in Paris eröffnet
Japaner nehmen Europa verstärkt ins Visier

Der französische Staatspräsident Jacques Chirac hat am Freitag die Automesse in Paris eröffnet. Dabei hat sich Toyota bereits im Vorfeld geradezu euphorisch gezeigt. Der Konzern hat sein Absatzziel für Europa um knapp fünf Prozent angehoben. Aber auch die anderen japanischen Autobauer nehmen verstärkt den europäischen Markt ins Visier.

HB TOKIO. Durch Einführung umweltfreundlicher Autos wie Dieselfahrzeuge und einer Aufstockung der Produktion vor Ort wollen sie ihre Marktanteile in Europa weiter ausbauen, wie japanische Medien am Freitag anlässlich der an diesem Samstag beginnenden weltgrößten Publikumsmesse der Autoindustrie in Paris berichteten. So hat Japans Branchenprimus Toyota Motor das Absatzziel in diesem Jahr von zunächst geschätzten 860 000 Autos auf rund 900 000 erhöht. Im vergangenen Jahr hatte Toyota in Europa 835 000 Fahrzeuge abgesetzt.

Auch Honda hat seine Absatzprognose von zuvor 240 000 auf 250 000 Autos aufgestockt, während Nissan im nächsten Jahr sechs neue Modelle in Europa auf den Markt bringen will. Zugleich wollen Nippons Autobauer Zeichen beim Umweltschutz setzen. So erwartet Toyota, in diesem Jahr in Europa 8200 Hybrid-Autos verkaufen zu können, nachdem das Absatzziel zunächst noch bei 5000 Autos gelegen hatte. Nachdem der Verkauf in den ersten acht Monaten dieses Jahres besser als erwartet verlaufen sei, hoffe Japans größter Autobauer im nächsten Jahr rund 15 000 Hybrid-Wagen absetzen zu können, wie die führende japanische Wirtschaftszeitung „Nihon Keizai Shimbun“ berichtete.

Um die Expansion weiter voranzutreiben beschleunigt der japanische Autoriese Toyota Motor auch die Ausbildung seines weltweiten Produktionsmanagements. Damit sollen angesichts der rasanten Globalisierung des Unternehmens drohende Qualitätseinbußen und einen Mangel an Fachkräften vermieden und die Produktion in den weltweiten Fabriken effizienter gestaltet werden. Toyota lässt zu diesem Zweck seit neuestem seine Führungskräfte aus in- und ausländischen Fabriken in einem „Global Production Center“ in Toyota City schulen. Die bisher übliche Methode, japanische Ausbilder zu entsenden, sei zu ineffizient, sagte Toyota-Vizepräsident Kosuke Shiramizu am Dienstag bei der erstmaligen Vorstellung der im Juli 2003 eröffneten Anlage.

Indem in- und ausländische Führungskräfte einheitlich in den jeweils besten Fertigungstechniken fortgebildet und dann in ihre jeweiligen Fabriken zurückgeschickt werden, wirken sie als weltweite Multiplikatoren für Toyotas Erfolgsmethoden. Mit Hilfe von Videoanleitungen und anderen standardisierten Ausbildungstechniken werde die Trainingszeit halbiert, ein konsistent hohes Ausbildungslevel gewährleistet und die Instruktionseffizienz um das Sechs- bis Zehnfache gesteigert. Zugleich werde für eine größere Selbstständigkeit ausländischer Standorte gesorgt, hieß es. Um das Global Production Center-System noch effizienter zu gestalten, sind für den Europa-Standort Brüssel und in Amerika Ableger geplant.

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