Automobilclubs raten zum Abwarten
Filter gegen Feinstaub

In der aktuellen Diskussion um überschrittene Feinstaubgrenzwerte in deutschen Großstädten raten die Automobilclubs zum Abwarten. Sie sehen derzeit keine dringende Notwendigkeit, ältere Diesel-PKW mit Partikelfiltern auszurüsten.

dpa/gms FRANKFURT/MÜNCHEN. Es sei noch nicht klar, ob es in Gegenden mit hoher Feinstaubbelastung tatsächlich zu Fahrverboten für ungefilterte Diesel-PKW kommt, sagte Sven Janssen vom Automobilclub von Deutschland (AvD) am Dienstag in Frankfurt. Besitzer älterer Dieselfahrzeuge sollten zunächst warten, wie die jetzt in München erhobene Klage ausgeht, rät Janssen.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatte am Dienstag in München eine Klage wegen überschrittener Feinstaubgrenzwerte eingereicht. Seit Jahresbeginn gilt eine EU-Richtlinie, wonach an maximal 35 Tagen im Jahr höchstens 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft erreicht werden dürfen. München hatte am Ostersonntag den Jahresgrenzwert überschritten. Experten gehen davon aus, dass weitere Städte bald vor der gleichen Situation stehen.

Rußpartikel aus Dieselfahrzeugen gelten neben Emissionen aus Industrie- und Heizungsanlagen sowie Reifen- und Bremsabrieb als eine der Ursachen für die Feinstaubbelastung. Als Gegenmaßnahme sind unter anderem Fahrverbote für Diesel-PKW ohne Partikelfilter im Gespräch.

Es bestehe jedoch „kein Grund zur Panikmache“, sagt Andrea David, Leiterin des Bereichs Verkehrspolitik und Verbraucherschutz beim Adac in München. Der Verkehr - inklusive der Abgase aus LKW - trage nur zu rund einem Viertel zur Feinstaubbelastung bei. Ein erheblicher Anteil der in Städten gemessenen Feinstäube werde von außerhalb hergeweht. Straßensperren und Fahrverbote bewirkten daher keine Verbesserung, sondern provozierten nur Ausweichverkehr und zusätzliche Staus. „Die Frage ist, was nützt einem der Filter?“, sagt auch AvD-Sprecher Janssen. Man könne nicht von Dieselbesitzern eine Nachrüstung verlangen, ohne etwas gegen die übrigen Verursacher zu unternehmen.

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