Automobilhersteller: Autoindustrie fordert mehr Bio-Kraftstoff

Automobilhersteller
Autoindustrie fordert mehr Bio-Kraftstoff

Die deutschen Automobilhersteller sprechen sich dafür aus, den Anteil von Bio-Kraftstoffen in Deutschland möglichst rasch auf zehn Prozent zu erhöhen. Zurzeit liegt er bei rund zwei Prozent.

HB BERLIN. Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Bernd Gottschalk, sagte zu, die technischen Voraussetzungen in den Fahrzeugen zu schaffen, damit der Anteil der aus Biomasse gewonnenen Kraftstoffe schneller als geplant gesteigert werden kann.

Mit ihrer Forderung geht die Branche deutlich über die von der Politik festgeschriebenen Ziele hinaus. EU und Bundesregierung wollen den Anteil der regenerativen Kraftstoffe bis 2010 auf mindestens 5,75 Prozent festschreiben. „Wir sind bereit, eine zehnprozentige Beimischung von Biodiesel zum herkömmlichen Diesel und von Ethanol zu Benzin zu ermöglichen“, sagte Gottschalk. Der Verband reagiert mit dem Vorstoß auch auf die Kritik, die deutschen Hersteller kümmerten sich nicht ausreichend um Umweltbelange. Sie war aufgeflammt, nachdem die Ausstattung deutscher Fabrikate mit Dieselruß-Partikelfiltern anfangs nur zögerlich vorangetrieben worden war.

Außerdem könnte die vermehrte Beimischung von Bio-Kraftstoff den Autobauern helfen, die Emission von Kohlendioxid wie versprochen zu reduzieren. Denn die Unternehmen haben sich gegenüber der EU verpflichtet, den CO2-Ausstoß bis 2008 auf 140 Gramm pro Kilometer zu senken. Allein die von EU und Bundesregierung angepeilte Beimischungs-Quote von 5,75 Prozent würde laut VDA in Deutschland zu 3,4 Mill. Tonnen weniger Kohlendioxid-Emissionen führen.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) begrüßte das Ziel der Automobilindustrie als gutes Signal für den Klimaschutz und den Standort Deutschland. Auch Umweltschutzverbände reagierten zustimmend: „Wir begrüßen die stärkere Einbeziehung von Biokraftstoffen. Aber das darf nicht dazu führen, dass die Branche die Entwicklung effizienterer Motoren vernachlässigt“, sagte Gerd Rosenkranz von der Deutschen Umwelthilfe.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent
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