Automobilsalon unter ungünstigen Vorzeichen: Rabattsituation im Pkw-Markt verschärft sich

Automobilsalon unter ungünstigen Vorzeichen
Rabattsituation im Pkw-Markt verschärft sich

Die Autohersteller versuchen Kunden mit immer neuen Ködern zu locken, dabei drehen sie meist an der Preisschraube. Und die Art und Weise, wie beispielsweise die Marke Chevrolet derzeit auf dem deutschen Markt eingeführt wird, spricht Bände für die Misere auf dem gesamten westeuropäischen Markt.

HB HAMBURG/STUTTGART. Um den Kunden die Änderung des Namens Daewoo in Chevrolet näherzubringen, ließen sich die Marketingstrategen des südkoreanischen Unternehmens einen Rabatt nach Körpergröße einfallen: Je größer der Kunde, desto größer der Preisnachlass für das neue Vehikel. Dies zeigt: Besonders Volumenhersteller können den Absatz derzeit nur über den Preis ankurbeln. Unter diesen Vorzeichen startet in der kommenden Woche der alljährliche Automobilsalon in Genf.

Zwar verbindet die Branche mit diesem Event stets den Autofrühling und sonnigere Zeiten. Seit drei Jahren werden die Hoffnungen auf steigende Absätze im Kernmarkt Westeuropa allerdings enttäuscht. Auch 2005 ist das Klima eher frostig: Zu Jahresbeginn fielen die Neuzulassungen um weitere 0,2 % auf 1,17 Mill. Einheiten. Und der steile Anstieg im November und Dezember 2004 mit 9,5 % bzw 7,7 % nach einem ansonsten enttäuschenden Jahr sei vor allem auf „klassische Marketinginstrumente“ sprich Sonderaktionen mit Preisreduzierungen zurückzuführen gewesen, bescheinigt Automobilexperte Ulrich Winzen vom Marktforschungsinstitut RL Polk Marketing Systems.

Generell reagiere der Markt momentan „sehr preissensibel. In dem Maße haben wir das noch nie beobachtet,“ führt Winzen aus. Dies bemerkte Ende 2003 und im vergangenen Jahr vor allem Volkswagen mit ihrem Volumenmodell Golf. In zwei Preisrunden musste man sich dem gewünschten Preis-/Leistungsverhältnis der Kundschaft annähern. Beim zweitwichtigsten Volumenmodell, dem Mittelklassefahrzeug Passat, reagierte man dann geschickter. Trotz einer deutlichen Aufwertung der Modellreihe verblieb der Einstiegspreis auf dem alten Niveau.

Dass es zu einer Verschärfung der Rabattsituation kommt, glaubt Winzen aber nicht. „Die Hersteller haben vom US-Markt gelernt“. Dort wurden und werden Preisnachlässe von bis zu 5500 Dollar geleistet. Der Trend in Europa, da ist sich Winzen sicher, zeige in Richtung günstiger Basismodelle. „Zwei Airbags und ABS gehören zur Standardausstattung. Ob aber eine Handyvorbereitung, elektrische Fensterheber und der siebte und achte Airbag in der Grundversion enthalten sein müsse, sei fraglich, so Winzen.

Da sich momentan verstärkt bedarfsorientierte anstatt imageorientierte Käufer finden, werde der Trend zu billigen Einstiegsmodellen „in den nächsten Monaten und Jahren“ zunehmen. Beweise dafür seien die Einführung des Dacia Logan, aber auch des neuen VW Fox.

Seite 1:

Rabattsituation im Pkw-Markt verschärft sich

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%