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Autonomes Autofahren in Zukunft möglich

Las Vegas/Wolfsburg (dpa/gms) Autofahrer könnten künftig sicherer ans Ziel kommen und sich sogar auf einen Autopiloten verlassen. Schon jetzt arbeiten Entwickler unter dem Schlagwort „autonomes Fahren“ an der nächsten Generation von Assistenzsystemen.

Las Vegas/Wolfsburg (dpa/gms) Autofahrer könnten künftig sicherer ans Ziel kommen und sich sogar auf einen Autopiloten verlassen. Schon jetzt arbeiten Entwickler unter dem Schlagwort „autonomes Fahren“ an der nächsten Generation von Assistenzsystemen.

Dass diese Systeme in der Lage sind, ein Auto ohne Fahrer ans Ziel zu führen, haben Forscherteams bei einem Wüstenrennen für autonome Fahrzeuge im US-Bundesstaat Nevada bewiesen.

Technisch ist das Fahren ohne Fahrer bereits möglich. Vor den Toren von Las Vegas hat ein umgerüsteter VW Touareg - von den Forschern „Stanley“ getauft - beim Rennen „Grand Challenge“ eine 212 Kilometer lange Strecke fehlerfrei absolviert. Er hat dabei Tunnel durchfahren und sogar den Weg über einen Gebirgspass gefunden.

„An der Technik des Fahrzeugs haben wir dafür nur wenig verändert“, sagt Carlo Rummel, der das Electronic Research Laboratory des VW-Konzerns im kalifornischen Palo Alto leitet. Am meisten Arbeit machte der „Fahrer“: Seine Augen ersetzten die Entwickler mit Videokameras, Laser- und Radarsensoren. Sie werden gesteuert von einer hochentwickelten Software. „Sie erkennt den Fahrbahnbelag und Hindernisse“, erklärt Prof. Sebastian Thrun.

„Wir wollen mit unserer Teilnahme die Forschung an den Assistenzsystemen voran bringen“, sagt Franz-Josef Paefgen, der im Konzernvorstand das Forschungsressort führt. So sollen Autos bei VW bald selbstständig eine Notbremsung einleiten oder einem Hindernis ausweichen können.

Bis Sensoren und Software von der Wüste auch auf die Straße übertragen werden können, steht aber laut VW-Forschungschef Matthias Rabe noch viel Arbeit aus: „Die künstlichen Augen und die Rechner müssen kleiner und billiger werden. Außerdem muss man natürlich die Software modifizieren, wenn man auch Fußgänger und den fließenden Verkehr erkennen will“, sagt Rabe.

Zwar war VW der einzige Autohersteller, der sich an der Rallye der Rechner in Las Vegas intensiv beteiligt hat. Doch „forschen derzeit fast alle Unternehmen an neuen Assistenzsystemen, die dem Fahrer noch mehr Arbeit abnehmen sollen und langfristig autonome Elemente zum Ziel haben“, sagt Monika Wagener aus dem Ford-Forschungszentrum in Aachen und verweist auf den Abstandstempomaten, mit dem die Industrie diesem Ziel bereits einen entscheidenden Schritt näher gekommen sei.

„Je weniger unvorhersehbare Situationen auftreten können, umso schneller ist ein autonomes Fahren vorstellbar“, ergänzt Dirk Zittlau, Leiter des Bereichs Fahrerassistenzsysteme beim Zulieferer Siemens VDO Automotive in Schwalbach. „Wichtig ist jedoch, dass der Mensch jederzeit auch eingreifen kann.“

Auch Michaela Müller von BMW in München bestätigt diesen Entwicklungstrend, bremst aber ein wenig den Enthusiasmus: „Das autonome Fahren ist für uns insofern kein Thema, als dass der Fahrer unserer Meinung nach immer in der Verantwortung bleiben muss.“

Auf der Straße werde das autonome Fahren so bald nicht zu sehen sein, sagt Andre Seeck von der Bundesanstalt für Straßenwesen (Bast) in Bergisch Gladbach. „Weltweit ist das gesamte Rechtssystem darauf ausgerichtet, dass der Fahrer die Verantwortung für sein Fahrzeug trägt. Wenn diese Rolle irgendwann einmal der Bordcomputer übernehmen soll, muss das Rechtswesen vorher komplett umgekrempelt werden.“

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