Autopreis „Gelber Engel“
ADAC soll BMW begünstigt haben

Der ADAC hat einem Medienbericht zufolge BMW bei der Verleihung des Autopreises „Gelber Engel“ bevorzugt. Damit hätte der Autoklub nicht nur die Zahlen, sondern auch die Platzierungen einiger Modelle gefälscht.
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MünchenBei der umstrittenen Autowahl zum „Gelben Engel“ sind die Platzierungen laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung manipuliert worden. Mitte Januar war bekannt geworden, dass die Zahl der Stimmen etwa um den Faktor zehn nach oben geschraubt wurde.

Doch verschobene Platzierungen bei der Wahl zum „Lieblingsautos der Deutschen“ waren bis jetzt nur eine Vermutung, die allerdings auch ADAC-Präsident Peter Meyer zuletzt für möglich gehalten hatte.

Laut dem Bericht soll ein Modell der 5er-Baureihe von BMW von Platz sieben auf Platz fünf hochgestuft worden sein. Dadurch landeten dann die drei Hersteller BMW, Mercedes und Volkswagen in den Top 5. Ohne die Änderung hätten es nur Mercedes- und VW-Fahrzeuge in diese Spitzengruppe geschafft.

Eigentlich auf Rang fünf gelandet wäre der VW Tiguan. Genau das hatte der geschasste ADAC-Kommunikations-Chef Michael Ramstetter aber bis zum Ende beteuert. Er habe nur die Zahl der Stimmen geändert, nicht aber die Reihenfolge der Modelle.

So müssen jetzt die Wirtschaftsprüfer von Deloitte, die der Klub zu Aufarbeitung der Affäre engagiert hat, auch noch die Vorwürfe klären, ob die Platzierung der Modelle politisch motiviert war. Die Prüfer hatten Ergebnisse für nächste Woche angekündigt.

Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut der Universität Duisburg-Essen weist in diesem Zusammenhang auf drei Modelle hin, die seiner Ansicht nach aus dem Rahmen fallen. Die Mercedes A-Klasse sei bei ihrer Wahl zum Auto des Jahres 2013 „erst kurz im Markt und daher sicher nicht flächendeckend bekannt“.

Zudem hätte der Wagen zu dieser Zeit nur auf Rang 25 der Zulassungsstatistik gelegen. Noch deutlicher fallen die Zahlen beim Audi Q3 auf, der 2012 mit dem „Gelben Engel“ ausgezeichnet wurde. Er lag nur auf Rang 169 der Liste. Bei der Leserwahl der „Auto, Motor und Sport“ hätte es der Q3 nicht einmal unter die Top Ten in der SUV-Klasse geschafft.

Ähnliches gilt laut Dudenhöffer für den Audi TT, der 2007 ausgezeichnet wurde und auf Rang 111 in der Statistik lag.

„Über mehrere Jahre treten beim ADAC deutliche Unregelmäßigkeiten und schwer erklärbare Ergebnisse auf. Präsident und Geschäftsführer hätten diese starken Unregelmäßigkeiten schon seit einigen Jahren auffallen müssen“, bilanziert Dudenhöffer.

Daraus ergeben sich für den Professor zwei Folgerungen. „Entweder Präsident und Geschäftsführer sind in wichtigen Dingen „ahnungslos“ oder wollen „ahnungslos sein“. In beiden Fällen sind Präsident und Geschäftsführer damit nicht in der Lage, Managementaufgaben verantwortungsvoll auszuüben.“

Die Stimmzahlen sind nach Angaben der Zeitung auch in den Vorjahren manipuliert worden und womöglich auch dabei Ränge verschoben worden. Die Vorjahre „sahen ähnlich übel wie die Wahl 2014 aus“, sagt ein Informant.

ADAC-Sprecher Christian Garrels sagte, er könne den Bericht nicht bestätigen: „Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen. Dem ADAC sind bisher keinerlei Ergebnisse bekannt“, sagte Garrels. „Den Zeitpunkt für die Veröffentlichung der Ergebnisse gibt die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vor.“

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  • Bepamach
    Warum fragt niemand ernsthaft nach den Gründen der Manipulationen ? Oder haben die Hersteller eine weiße Weste ? Für " lau " macht doch keiner so etwas .
    Man könnte doch mal die Konten bei Hersteller und ADAC - ( Mitarbeitern ) überprüfen ?!!!

  • Das doch ähnlich wie in den ganzen "Auto-Fachzeitschriften". Dort gewinnen VAG-Produkte fast jeden Test, auch wenn der Wettbewerber deutlich besser ist. Wer glaubt, dass hier alles mit rechten Dingen zugeht, der glaubt auch an den Weihnachtsmann.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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