Autosalon Genf
BMW verspricht klimafreundliche Autos

Die Diskussion um den Klimawandel hinterlässt nach Einschätzung von BMW-Vertriebsvorstand Michael Ganal möglicherweise bereits tiefe Spuren auf dem deutschen Automarkt. Wohl auch deshalb zieht der Autokonzern aus der aktuellen Klimadebatte Konsequenzen für seine Modellpalette – und räumt ein, dass die erste Runde an Toyota gegangen ist.

hz/HB GENF. Der bayerische Hersteller werde bereits nächstes Jahr mit einem Drittel aller in Europa angebotenen Modelle deutlich weniger als 140 Gramm CO2 ausstoßen, sagte BMW-Chef Norbert Reithofer am Rande des Autosalons in Genf dem Handelsblatt. Dies werde vor allem durch neue Motoren mit technischen Optimierungen wie Direkteinspritzung der zweiten Generation, Auto-Start-Stop-Funktion oder Bremsenergierückgewinnung sowie einer verbesserten Aerodynamik erreicht. Trotz der wachsenden Kritik an der Umweltunfreundlichkeit deutscher Premiummodelle hält Reithofer das Verkaufsziel der Bayern im laufenden Jahr nicht für gefährdet. „Die BMW-Gruppe steuert 2007 erneut einen Absatzrekord an.“

Nach Audi-Boss Rupert Stadler, VW-Chef Martin Winterkorn und Porsche-Boss Wendelin Wiedeking wehrte sich auch Reithofer gegen die scharfe öffentliche Kritik aus der Politik an der deutschen Autoindustrie: „Mich hat das befremdet“, sagte Reithofer. Die deutschen Premium-Autobauer BMW, Mercedes, Porsche und Audi kämpfen gegen einen Imageschaden durch die aufgeheizte Umweltdiskussion an.

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Die von der Politik geplanten schärferen Auflagen für Autos treffen vor allem die deutschen Premiummarken, da ihre Modelle in der Regel größer und höher motorisiert sind als die der Konkurrenz im Volumensegment. Die EU-Kommission in Brüssel will bis 2012 den Kohlendioxid-Ausstoß der neu zugelassenen Wagen in Europa auf 120 Gramm pro Kilometer senken. Wie dies im Details erreicht werden soll, ist aber noch offen.

Spuren in der Zulassungsstatistik

Die Diskussion um den Klimawandel geht auch an den Absatzzahlen auf dem deutschen Automarkt offenbar alles andere als spurlos vorbei. „Ein 20-prozentiger Rückgang im Gesamtmarkt in den ersten beiden Monaten ist vielleicht nicht nur auf die Mehrwertsteuer-Erhöhung zurückzuführen“, räumte BMW-Vertriebsvorstand Michael Ganal in Genf ein. „Das könnte auch die Kohlendioxid-Diskussion sein.“ Die Verbraucher in Deutschland seien schnell verunsichert. Daher sei schwer abzuschätzen, inwieweit sich der deutsche Markt in diesem Jahr noch erhole.

Ganal gestand zudem ein, dass insbesondere die Konkurrenz aus Japan in puncto Klimafreundlichkeit besser unterwegs ist. Der japanische Toyota-Konzern habe mit seinen Hybrid-Modellen einen Imagegewinn erzielt. „Eine Runde ist an Toyota gegangen.“ Bisher seien die Japaner nicht als sonderlich innovative Firma bekannt gewesen. Mit den Hybrid-Modellen sei das Image aufpoliert worden. „Für die Positionierung der Marke Toyota war das exzellente Arbeit.“ Nun müssten die deutschen Hersteller den Verbrauchern klar machen, dass zum Beispiel ein sauberer Diesel in vielen Fällen deutlich effizienter sei als ein Hybrid.

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