Autosalon im Schatten der Krise

Voulez vouz Auto kaufen?

Auf dem heute startenden Pariser Autosalon debütieren Modelle, die hohe Stückzahlen versprechen, wie VW Golf und Renault Clio. Dass die Messe neuen Schwung in den westeuropäischen Markt bringt, bezweifeln Experten aber.
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Trotz neuer Volumenmodelle auf dem Pariser Salon wie VW Golf und Renault Clio rechnen Experten nicht mit einer deutlichen Belebung des Automarktes. Quelle: Pressefoto

Trotz neuer Volumenmodelle auf dem Pariser Salon wie VW Golf und Renault Clio rechnen Experten nicht mit einer deutlichen Belebung des Automarktes.

(Foto: Pressefoto)

Paris/DüsseldorfDie vielen neuen Modelle, die beim Autosalon in Paris debütierten, werden es kaum schaffen, den Rückgang im westeuropäischen Automarkt aufzuhalten. Zu diesem Schluß kommt eine Studie des Car Research Center (CAR) an der Universität Duisburg-Essen. Darauf deutet nach Ansicht der Wissenschaftler unter anderem die Tatsache hin, dass ein Auto wie der neue Golf bereits mit bis zu 20 Prozent Rabatt angeboten werde, obwohl er noch nicht einmal bei den Händlern stehe, "das gab es so noch nicht."

Kritischer als bei VW sei jedoch die Lage bei anderen Herstellern wie Citroen/Peugeot und Opel. Auch Fiat, Ford, Mitsubishi, Renault, Seat und Volvo mache das wirtschaftliche Umfeld schwer zu schaffen. Dass sich daran schnell etwas ändert, gilt als unwahrscheinlich: Vielmehr erwarten die Mitarbeiter des Instituts, dass die Nachfrage weiter zurückgeht, weil sich die Rezession in den südeuropäischen Ländern "mittlerweile auf Nordeuropa ausweitet und in Exportländern wie China ebenfalls spürbar ist".

Welche Neuheiten die Auto-Fans locken
Erst kürzlich wurde der neue Golf der Weltöffentlichkeit präsentiert. Wie immer hegt Volkswagen hohe Erwartungen an dessen Verkaufserfolg. Foto: Volkswagen/Handout
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Erst kürzlich wurde der neue Golf der Weltöffentlichkeit präsentiert. Wie immer hegt Volkswagen hohe Erwartungen an dessen Verkaufserfolg.

Japanischer Golf-Gegner: Die zweite Generation des Toyota Auris ist eines von vielen neuen Kompaktmodellen. Foto: Toyota
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Japanischer Golf-Gegner: Die zweite Generation des Auris ist eines von vielen neuen Kompaktmodellen.

Toyota Auris
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Die wichtigsten Neuheiten des Pariser Autosalons werden 2012 in der Kompaktklasse stehen. Die Wettbewerber Audi A3 und Mercedes A-Klasse sind bereits am Start, der Golf VII wurde am 4.9. in Berlin vorgestellt. Und in Paris lässt sich Toyota nicht lumpen, und zeigt als Weltneuheit die nächste Generation des Auris.
Auch dieser Kompaktwagen soll - wie die genannten Konkurrrenten - dynamischer, besser ausgestattet und günstiger im Unterhalt sein als der Vorgänger. Die Höhe schrumpfte um 55 Millimeter, was sich unter in einem cW-Wert von 0,28 niederschlägt. Das Fahrzeuggewicht sank um bis zu 40 Kilogramm ...

Toyota Auris 2
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Im Profil zeigt sich der neue Auris deutlich gestreckt. Gegenüber dem Vorgänger ist er um 30 auf 4275 Millimeter Länge gewachsen. In der Seitenansicht fallen die optional in schwarzem Klavierlack ausgeführte B-Säule und die dynamisch gezeichnete C-Säule ins Auge. Betont wird die Gürtellinie durch eine aufsteigende Chromleiste. Die Heckklappe mit ihren konvexen und konkaven Flächen öffnet weiter als bisher, die Rückleuchten umspannen das ganze Heck.
Geprägt ist die Front des neuen Auris durch das neue Markengesicht von Toyota. Es verbindet das neue „Keen look“-Design („scharfe Klinge“, „stechender Blick“) der Scheinwerfer mit dem nun trapezförmig ausgestalteten Kühlergrill. Dazu kommt LED-Tagfahrlicht.

Toyota Auris 3
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Toyota verspricht beim Neuling mehr Raum, größeren Komfort und eine fühlbar bessere Materialanmutung im Interieur. Das Panorama-Sonnendach ist das größte im Segment.

Neben den haptischen Verbesserungen galt das Augenmerk der Entwickler der Ergonomie des Innenraums. So wurde die Sitzposition für den Fahrer optimiert, während der Knieraum bei unverändertem Radstand von 2,60 Metern hinten um 20 Millimeter gewachsen ist. Zugleich ist der Laderaum 90 Millimeter länger geworden.

Toyota Auris Hybrid
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Alle Fließheckvarianten des Auris bieten nun ein klassenübliches Kofferraumvolumen von 360 Litern. Dies gilt auch für den Auris Hybrid. Ermöglicht wurde das durch die Unterbringung der Batterie unter den Rücksitzen.

Neben dem Hybridantrieb bietet Toyota für den neuen Auris alternativ zwei Dieselmotoren mit 1,4 und 2,0 Litern Hubraum sowie zwei Benziner mit 1,33 und 1,6 Litern Hubraum an. Toyota erwartet, dass sich die deutschen Kunden zu etwa einem Drittel für den Hybridantrieb entscheiden.

Fahrdynamisch profitiert der neue Auris vom niedrigeren Schwerpunkt und dem geänderten Packaging. Lenkung und Federung wurden ebenfalls überarbeitet. Die hinteren Doppelquerlenker erhöhen den Federungskomfort und unterstützen zugleich einen agilen Fahrstil, verspricht Toyota.

Audi hat seinen Supersportwagen R8 überarbeitet und zudem eine neue Topvariante mit 404 kW/550 PS (im Bild) auf die Räder gestellt. Foto: Audi
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Audi hat seinen Supersportwagen R8 überarbeitet und zudem eine neue Topvariante mit 550 PS (im Bild) auf die Räder gestellt.

Mindestens drei schwere Jahre

Das kommende Jahr drohe des schlechteste der Branche sei 1993 zu werden, und auch die weiteren Aussichten seien trübe. Es sei davon auszugehen, dass die Pkw-Verkaufszahlen in Westeuropa sogar 2015 noch unter denen von 2011 liegen werden. Da überdies der Ausgleich über andere Weltmärkte selbst bei den Premiumherstellern nicht mehr so gut funktioniere wie früher, stehen der europäischen Autoindustrie laut CAR-Prognose noch "mindestens drei schwere Jahre bevor".

Mit über 100 internationalen Neuheiten und darunter mehr als 40 Weltpremieren wartet die "Mondial de l’Automobil" in Paris auf. Auffällig ist der hohe Anteil an Klein- und Kompaktwagen. Als weiterer Trend kristallisiert sich das „Downsizing“ der Motoren heraus. Durch kleinere Hubräume sollen Spritverbrauch und Schadstoffausstoß verringert werden. Auch der immer stärkere Einsatz von Hybridmodellen setzt sich weiter fort. Die Stars auf der 96.000 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche heißen unter anderem VW Golf, Audi A3 Sportback, Opel Adam, Skoda Rapid, Renault Clio, Toyota Auris und Peugeot 208.

Aber auch alle Motor-Enthusiasten werden bedient. Sportwagenhersteller wie Porsche, Ferrari oder McLaren demonstrieren ihre eigene Leistungsshow der Superlative. Dabei hält die Hybrid-Technik auch bei den Supersportwagen Einzug. Beispiele auf der Messe sind der Nachfolger des Ferrari Enzo mit der vorläufigen Bezeichnung F70 und das neue Topmodell P1 von McLaren, die beide bis zu 666 kW/900 PS leisten sollen.

Spektakulär ist auch Peugeot-Studie "Onyx" mit 444 kW/600 PS, deren Seriennähe aber gegen Null tendiert. Der Elektromotor des Ferrari funktioniert wie das KERS (Kinetic Energy Recovery System) in der Formel 1. Das System zur Rückgewinnung kinetischer Energie sorgt sowohl für bessere Fahrleistungen, als auch für einen geringeren Verbrauch. Aston Martin stellt sich dem Publikum mit dem Vantage Roadster mit V12-Saugmotor, der 380 kW/517 PS leistet und den Briten bis in Bereiche jenseits der 300 km/h-Marke beschleunigt. Ihm zur Seite steht der facegeliftete DB9.

Die Neuheiten von Audi bis Mazda im Schnelldurchgang
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