Autosalon in Genf
VW entdeckt die Nachhaltigkeit

HB GENF. Volkswagen will bei der Entwicklung neuer Modelle in Zukunft auf Nachhaltigkeit setzen. Dafür will der Automobilkonzern neben der allgemeinen Verringerung des Kraftstoffverbrauchs das Drei-Liter-Auto für breite Käuferschichten attraktiv machen.

Außerdem will das Unternehmen die Entwicklung alternativer Bio- sowie synthetischer Kraftstoffe vorantreiben. Dieses Drei-Punkte-Programm kündigte VW-Chef Bernd Pischetsrieder zu Beginn des Genfer Automobilsalons (2. bis 12. März) an.

„Wir haben seit vielen Jahren ein Kraftstoffproblem“, sagte Pischetsrieder. Viele Fahrzeuge verbrauchten zu viel Sprit und stießen zu hohe Emissionen aus. Auch wenn Erdöl auf absehbare Zeit der wichtigste Energieträger bleibe, mehrten sich Anzeichen, dass das Zeitalter fossiler Kraftstoffe seinen Höhepunkt überschritten habe.

Allerdings will der VW-Chef der Spritersparnis nicht alles unterordnen. Priorität habe nach wie vor die Herstellung von Fahrzeugen, die Kunden ansprechen und die auch von ihnen gekauft werden, sagte Pischetsrieder in Anspielung auf die Akzeptanzprobleme des mittlerweile eingestellten Drei-Liter-Autos Lupo 3L. „Weniger Energieverbrauch und mehr Fahrspaß - das sind keine Gegensätze, sondern für uns zwei Seiten derselben Medaille.“

Unter einen Hut gebracht werden sollen die Entwicklungsziele Spritersparnis und Fahrspaß laut Pischetsrieder unter anderem mit Turbodieseln sowie neuen Turbobenzinern mit doppelter Aufladung. Diese so genannten TSI-Aggregate, die einen Kompressor mit einem Turbolader kombinieren und dadurch weniger Hubraum für hohe Leistungen erfordern, ermöglichen große Drehmomente bei geringem Spritverbrauch. Damit ergibt sich laut Pischetsrieder „eine Leistungscharakteristik, wie sie Kunden vom Diesel her kennen.“ Zum Einsatz kommt der Motortyp bei VW bereits in einer 1,4-Liter-Variante mit 170 PS im Golf GT.

In Zukunft soll dieser TSI-Motor in weiteren Baureihen angeboten werden, kündigte Pischetsrieder an - auch in anderen Leistungsstufen: „Der Motor hat Potenzial nach oben und unten.“ Zudem werde VW die Technik bei anderen Hubräumen einsetzen. Als nächstes soll eine TSI-Variante mit 140 PS im Touran folgen, sagte ein VW-Sprecher. Auch im Golf Plus und im Jetta sollen bald TSI-Aggregate erhältlich sein. In den Fahrzeugsegmenten darüber und darunter mache die TSI-Technik hingegen keinen Sinn, so der Sprecher. Im Polo etwa würde sie zu teuer und im Passat rechnet man mit wenig Akzeptanz.

Wie sich VW eine sinnvolle Spritsparstrategie im Kleinwagensegment vorstellt, demonstriert das Unternehmen in Genf mit dem neuen „Drei-Liter-Polo“. Dank eines verbrauchsgünstigen TDI-Turbodiesels und einer verbesserten Aerodynamik soll der Kleinwagen im Schnitt nur 3,9 Liter Diesel auf 100 Kilometer verbrauchen. Damit ist der „Drei-Liter-Polo“ zwar genau genommen ein „Vier-Liter-Polo“ aber immer noch im Verbrauch günstiger als ein herkömmliches Serienmodell.

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