Autosalon Paris
Kleinstmobile mit Lizenz zum Fahren

Mobilität wird immer wichtiger: Von Arbeitgebern wird sie gefordert, von Urlaubern auf Reisen genossen. Doch das ist Pech für alle, die kein Auto haben oder nicht Auto fahren können, wollen oder dürfen.

HB PARIS. Gerade in ländlichen Gegenden sind sie auf immer mehr zusammengekürzte öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. An diese „Mobilitätsverlierer“ richten sich Autohersteller, die sich auf eine besondere Nische spezialisiert haben: Kleinstmobile, die in der Regel mit dem eingeschränkten Führerschein der Klasse „S“ im Straßenverkehr bewegt werden dürfen.

Auf dem Pariser Autosalon (30. September bis 15. Oktober) sind einige vornehmlich französische Firmen mit entsprechenden Neuheiten vertreten. Ihr Messeauftritt zeigt, dass die aktuellen Trends bei den „großen“ Autos inzwischen auch bei Kleinstmodellen angekommen sind.

So stellt beispielsweise Aixam in Paris den neuen Crossline vor. Bei dem Modell handelt es sich um einen 3,05 Meter langen Zweitürer, der von einem 400 Kubikzentimeter großen Zweizylinder-Diesel von Kubota mit 1 PS Leistung angetrieben wird. Geschaltet wird der Zweisitzer per Automatik. Maximal 45 Stundenkilometer (km/h) sind damit drin, der 16-Liter-Tank reicht nach Herstellerangaben bei einem Durchschnittsverbrauch von weniger als vier Litern für eine Reichweite von 400 bis 500 Kilometern.

Eine Dachreling aus Aluminium, ein Unterfahrschutz sowie farblich abgesetzte Planken aus Kunststoff lassen den Crossline wie ein Sports Utility Vehicle (SUV) im Miniformat wirken. Bei der Entwicklung wurde neben dem modernen Design laut Aixam vor allem auf den Komfort geachtet: So verfüge der Crossline über einen geräumigen Innenraum und mit 1 060 Litern zudem über das größte Ladevolumen in dieser Fahrzeugkategorie.

Dagegen müssen sich Fahrer des neuen Fun Buggy 340 des Herstellers Secma stark einschränken, was die Zuladung angeht. Der offene Strandflitzer wurde als reines Spaßmobil konzipiert und verfügt über keinen Kofferraum. Als Antrieb kommt nach Herstellerangaben ein Einzylinder-Aggregat von Lombardini mit 340 Kubikzentimeter Hubraum zum Einsatz. Ein massiver Überrollkäfig soll beiden Insassen Schutz bieten, falls es einmal etwas zu wild durch die Dünen gehen sollte.

Auch eher in die Spaßkategorie einzuordnen ist der Speedino des Herstellers Chatenet. Das in Paris gezeigte zweisitzige Minicabrio mit Stoffverdeck besitzt allerdings etwas mehr Nutzwert. So lassen sich im Kofferraum immerhin 105 Liter Gepäck mitnehmen. Ein Zweizylinder-Diesel mit vier kW/5,4 PS und ein 15 kW/20,4 PS starker Benziner stehen als Antrieb zur Wahl. Damit ist der Speedino maximal 45 beziehungsweise 100 km/h schnell. Bei der stärkeren Variante wäre allerdings ein richtiger Auto-Führerschein erforderlich.

Das ist auch beim Modell Zest des Herstellers Acrea der Fall. In dem zweisitzigen Roadster ist ebenfalls ein Motor eingebaut, dessen Leistung die für den Führerschein der Klasse „S“ geltende Grenze von vier kW/5,6 PS überschreitet. Der 505 Kubikzentimeter große Zweizylinder erreicht 15 kW/21 PS. Bei dem Fahrzeug handelt es sich laut Hersteller um eine Mischung aus englischem Roadster und Buggy, die an der Grenze zur „großen“ Autowelt angesiedelt und vor allem für Spazierfahrten gedacht ist.

Der neue X-Too Max des Herstellers Ligier ist dagegen ein ausgemachtes Kleinstmobil. Wie beim Aixam Crossline gibt es eine Dachreling, die den X-Too auf den ersten Blick wie einen geschrumpften Kompaktvan wirken lässt. Laut Ligier wurde jedoch ebenfalls auf Geräumigkeit geachtet. Außerdem ist der X-Too als Zwei- und als Viersitzer zu haben. Als Antrieb kommen Diesel und Benziner mit 505 Kubikzentimeter Hubraum und 4/5,6 PS und 15 kW/21 PS zum Einsatz.

Das X-Too-Datenblatt listet Spezifikationen wie in der Welt der großen Autos auf. So gibt es etwa eine doppelt gedämmte Motorhaube, flauschigen Teppich und verschiedene Ablagen und Spiegel. Als Extra lassen sich sogar Alufelgen und elektrische Fensterheber ordern. Bei der Sicherheitsausstattung wird aber schnell deutlich, dass es sich doch um Mobile aus einer anderen Welt handelt: Airbags, ABS und ESP sucht man in den Prospekten vergebens.

Allerdings lassen die Hersteller die Sicherheit nicht gänzlich außer Acht: So haben der X-Too von Ligier und der Crossline von Aixam zum Beispiel ein modular aufgebautes Aluminium-Chassis beziehungsweise eine Aluminium-Fahrgastzelle für mehr Sicherheit beim Crash. Aixam schickt seine neuen Fahrzeuge zudem zum Crash-Test.

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