Autozulieferer will Insolvenz bis Oktober abwenden
Delphi läuft die Zeit davon

Binnen eines Monats will der angeschlagene US-Autozulieferer Delphi die drohende Insolvenz noch abwenden. Dafür wird weiter an einer Vereinbarung mit der US-Automobilgewerkschaft UAW und General Motors gearbeitet.

HB FRANKFURT. "Ich bin immer noch guter Hoffnung, dass wir mit der Gewerkschaft und General Motors eine Einigung erzielen werden, obwohl die Zeit kurz ist", sagte der seit Juli amtierende Delphi-Chef Robert Miller am Dienstag während einer Pressekonferenz im Rahmen der Internationalen Autoausstellung (IAA). Wenn die Verhandlungen mit dem ehemaligen Mutterkonzern General Motors (GM) und der Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) über Kostensenkungen zu keiner Lösung führten, werde Delphi eine Neuorganisation nach Chapter elf des US-Konkursrechts nicht umgehen können, sagte Miller. Bis Mitte Oktober werde das Unternehmen über einen Insolvenzantrag entscheiden, da danach ein neues Gesetz in Kraft trete, das die Bedingungen für die Firmen verschärft.

Gleichzeitig stellte er klar, dass ein Insolvenzverfahren in den USA ausschließlich das dortige Geschäft betreffe. "Unsere europäischen Operationen werden von Chapter elf in keiner Weise betroffen sein", betonte Miller. Delphi beliefert den europäischen Markt mit Autoteilen wie Stoßdämpfern, Kupplungen und Bremsen. Das Unternehmen ist in Europa mit 14 Standorten vertreten. In Deutschland beliefert der US-Konzern unter anderem die Mercedes Car Group und kooperiert mit BMW.

Der größte US-Automobilzulieferer verhandelt mit der Gewerkschaft über Kürzungen bei Löhnen und Zuschlägen. Der selbst von Verlusten belastete größte Autobauer der Welt GM soll die Sanierung finanziell unterstützen. GM hatte Delphi 1999 abgespalten.

Bei Vorlage der Halbjahreszahlen im August hatte Delphi erklärt, möglicherweise bis zum 17. Oktober einen Insolvenzantrag stellen zu müssen, wenn bis dahin keine kostenentlastende Vereinbarung mit den Gewerkschaften und GM zu Stande gekommen sei. Delphi kämpft mit sinkender Nachfrage des Hauptkunden GM bei gleichzeitig hohen Kosten. Ende 2004 hatte der Konzern die Streichung von 8500 Stellen angekündigt. Bis zur Jahresmitte waren davon bereits 3600 abgebaut.

Das zweite Quartal hat Delphi mit 338 Mill. Dollar Verlust abgeschlossen. Im dritten Quartal erwartet Delphi ebenfalls einen Fehlbetrag unter dem Strich. Zu dessen möglicher Höhe äußerte sich Delphi bisher nicht.

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