Begleitetes Autofahren freigegeben
17-Jährige dürfen bald ans Steuer

Das Autofahren 17-Jähriger mit erfahrenen Begleitpersonen soll nach Versuchen in drei norddeutschen Ländern nun bald im ganzen Bundesgebiet grundsätzlich möglich werden.

HB BERLIN. „Der Weg für Modellversuche (...) ist frei“, erklärte die Parlamentarische Staatssekretärin Iris Gleicke (SPD) am Freitag angesichts der Veröffentlichung der bundesweiten Rahmenregelung im Gesetzblatt. Die Einzelentscheidung darüber bleibt aber in der Hand der Bundesländer, von denen nach einer dpa-Umfrage etwa die Hälfte bereits mitmacht oder mitziehen will. In Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern soll es diese Möglichkeit vorerst nicht geben.

Gleicke appellierte an die Länder, von dem Angebot schnell Gebrauch zu machen. „Die Erfahrungen im Ausland zeigen, dass die Regelungen einen spürbaren Beitrag zur Absenkung des immer noch überdurchschnittlich hohen Unfallrisikos von Fahranfängern leisten können.“ Bei den Modellversuchen erhielten die jungen Fahrer nun nach einer normalen Ausbildung und Bestehen der Prüfung den Führerschein der Klassen B (Pkw) und BE (Pkw mit Wohnwagen). Die Erlaubnis werde aber nur unter der Auflage erteilt, dass der 17-jährige Fahrer von einer namentlich benannten Person begleitet sein müsse. An sie würden bestimmte Anforderungen hinsichtlich Verkehrserfahrung und - zuverlässigkeit gestellt. „Auch darf sie während der Fahrt nicht unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen stehen - ein wesentlicher Unterschied zum bislang von Niedersachsen praktizierten Modell“, betonte Gleicke.

Niedersachsen hatte den Modellversuch im April 2004 als erstes Land mittels einer Ausnahmeregelung gestartet. Bisher wurden mehr als 12 000 Genehmigungen erteilt. „Ohne den Alleingang Niedersachsens würden wir noch immer auf eine Bundesregelung warten“, sagte Wirtschaftsminister Walter Hirche (FDP). Inzwischen haben sich auch die beiden Stadtstaaten Hamburg und Bremen dem Versuch angeschlossen. Am 1. September will Bayern folgen, einen Monat später Schleswig- Holstein und Anfang November Rheinland-Pfalz. „Noch in diesem Jahr“ will sich Nordrhein-Westfalen, „zum Jahresende“ Sachsen anschließen.

Weitere Kandidaten sind unsicher: Im Saarland soll über einen Modellversuch erst nach der Sommerpause im Wirtschaftsausschuss des Landtages entschieden werden. Berlin sei noch unentschieden, sagte eine Sprecherin der Verkehrsverwaltung. Über das Ob kündigte Brandenburg einen Beschluss für dieses Jahr an. In Sachsen-Anhalt streitet sich die Koalition noch: Die FDP will, die Union ist strikt dagegen. Hessen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern wollen 17- Jährigen vorerst keinen Führerschein aushändigen, aber die Erfahrungen anderer Länder abwarten. In Wiesbaden wurde auf die Verkehrsdichte im Rhein-Main-Raum verwiesen.

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