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„Billig-Autos“ sind oft weniger sicher

Käufer so genannter Billig-Autos dürfen nicht mehr als eine Grundausstattung an Sicherheit erwarten. Das sagte Adac-Sprecher Maximilian Maurer in München.

dpa/gms MüNCHEN/HAMBURG. Käufer so genannter Billig-Autos dürfen nicht mehr als eine Grundausstattung an Sicherheit erwarten. Das sagte Adac-Sprecher Maximilian Maurer in München.

Demnach gebe es zwar häufig eine stabile Fahrgastzelle, Fahrer- und Beifahrer-Airbag, ein gut abgestimmtes Gurtsystem sowie ein Antiblockiersystem (ABS) zu Listenpreisen unter 10 000 Euro. Fahrhilfen wie ESP seien allerdings meist preislich nicht machbar.

Das Angebot der Hersteller und die Ansprüche vieler Autofahrer klaffen offenbar auseinander: Laut einer repräsentativen Umfrage des B.A.T.-Freizeitforschungsinstituts in Hamburg verlangen viele Deutsche ein günstiges Sparmobil mit hoher Sicherheit. „Das Auto des 21. Jahrhunderts muss in erster Linie sparsam, sicher und solide sein. Beim Schielen auf den Preis sind die Autofahrer aber nicht bereit, Abstriche bei der Sicherheit zu machen“, erklärte Institutsleiter Prof. Horst Opaschowski am Mittwoch bei der Vorstellung der Untersuchungsergebnisse in Hamburg.

„Der heutige Sicherheitsanspruch kann zu solch niedrigen Preisen im Moment noch nicht erfüllt werden“, dämpft Automobilexperte Nick Margetts die Erwartungen. Mit Bremsassistenten oder Kopf-Airbags, die bei teureren Fahrzeugklassen inzwischen üblich seien, könnten Neuwagen dieser Preiskategorie nicht kostengünstig genug produziert werden, führt der Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts Jato Dynamics in Limburg aus. Auch bei anderen, weniger auffälligen - aber bei Unfällen womöglich lebenswichtigen - Bauteilen wie stabilen Kopfstützen und Rückenlehnen würden die Konstrukteure weniger Aufwand betreiben, ergänzt Adac-Sprecher Maurer.

Im Umkehrschluss bedeute das jedoch nicht, das alles, was günstig ist, automatisch gefährlich sei, stellt Maurer klar. Bei Crashtests, bei denen die Sicherheit der „Billig-Autos“ mit der von teureren Fahrzeugen der gleichen Kategorie verglichen wurde, hätten sie nicht schlechter abgeschnitten. Die günstigen Kleinstwagen von heute bieten also abgespeckte Sicherheit auf einem hohen Niveau.

Nach unten offen ist die Preisspirale allerdings nicht. Bei unter 8 000 Euro Listenpreis müssten nicht nur Abstriche bei der Sicherheit, sondern auch bei Technik und Design hingenommen werden, erklärt Prof. Ferdinand Dudenhöffer, Geschäftsführer des Marktforschungsunternehmens B & D Forecast in Leverkusen. Während günstige Stadtwagen B & D-Forecast-Studien zufolge in den kommenden Jahren boomen werden, haben „Einfach-Autos“ hingegen eher schlechte Verkaufschancen, prognostiziert der Automobilexperte Dudenhöffer.

Wer nur 7 000 oder 8 000 Euro zur Verfügung hat, sollte in Betracht ziehen, nach einem Gebrauchtfahrzeug Ausschau zu halten, rät Nick Margetts von Jato Dynamics. Ein Gebrauchter, der nicht älter als ein bis zwei Jahre ist, biete mit Glück eine noch aktuelle Sicherheitsausstattung sowie „einfach ein Mehr an Auto“. Letztlich, so Adac-Sprecher Maurer, gelte jedoch: „Wer das größte Maß an Sicherheit haben will, bekommt es nicht zum Nulltarif.“

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