Billigauto
Fiat will Renaults Logan angreifen

Nach Informationen der Handelsblatt-Partnerzeitung „La Tribune“plant der italienische Autokonzern Fiat ein eigenes Billig-Auto. Ab dem Jahr 2008 soll der Wagen im türkischen Werk Bursa vom Band laufen.

HB PARIS. Der italienische Autokonzern Fiat plant nach Informationen der Handelsblatt-Partnerzeitung „La Tribune“ ein eigenes Billig-Auto, um Renault mit dem von der Tochter Dacia gebauten Logan in diesem Segment anzugreifen. Der Wagen mit der internen Bezeichnung „D200“ soll ab dem Jahr 2008 im Werk im türkischen Bursa vom Band laufen und technisch auf dem aktuellen „Grande Punto“ basieren, zitiert „La Tribune“ einen Konzern-Insider.

Form und Preis zielen den Planungen zufolge genau auf den Logan: Wie Renaults Billig-Auto soll der neue Fiat eine viertürige Familienlimousine sein und eine vergleichbare Länge haben, also rund 4,25 Meter. Der Preis der Basisversion soll unter 10 000 Euro liegen.

Nach dem Erfolg von Renaults Logan arbeiten derzeit mehrere Autokonzerne an einem Billig-Auto. Volkswagen zum Beispiel startete den in Brasilien gebauten „Fox“ auf den westeuropäischen Märkten. Auch bei Toyota wird an einem günstigen Einsteiger-Auto gearbeitet.

Der neue Billig-Fiat soll in Westeuropa verkauft werden, ist aber primär für die Märkte in aufstrebenden Volkswirtschaften gedacht. Nach dem Produktionsstart im Pilotwerk in Bursa plant Fiat, den D200 auch in den Werken in Brasilien, Indien und China herzustellen.

Vorreiter der Welle der Billig-Autos ist Renault mit seiner rumänischen Tochter Dacia, die den Logan baut. Allein in diesem Jahr sollen 260 000 Logans vom Band laufen, 180 000 davon werden den Planungen zufolge im rumänischen Pitesti gebaut. 45 000 Stück stammen aus der russischen Produktion, weitere Standorte sind Marokko, Kolumbien und später auch der Iran. In Westeuropa will Dacia in diesem Jahr allein 40 000 Logans verkaufen.

Der neue „D200“ ist indes nicht der erste Vorstoß von Fiat in das Segment der günstigen Autos. Bereits 1996 stellte der Turiner Konzern das „Projekt 178“ vor (Palio, Siena, Albea); der Wagen wurde in ähnlichen Ausführung in Brasilien, der Türkei und Marokko und Indien gebaut.

Angepeilt wurde ursprünglich eine jährliche Produktion von 950 000 Stück, die Entwicklung kostete rund zwei Milliarden Dollar. Der Wagen wurde in verschiedenen Varianten produziert, wie Fließheck, Kombi oder Pick-up; dennoch blieben die tatsächlichen Stückzahlen hinter den Erwartungen zurück. Dennoch ist Fiat dank der Autos des Projekts 178 heute Marktführer in Brasilien. ali

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