Biobasierte Kunststoffe
Pflanzen halten Einzug im Automobilbau

Toyota setzt als Pionier auf biobasierte Kunststoffe. Bis zu 60 Prozent des Innenraumplastiks des 2010er Toyota Prius will der Konzern aus Pflanzen gewinnen und zu Schutzabdeckungen, Sitzpolstern und als Dachhimmel verarbeiten. Doch noch ist das Material zu teuer.

DÜSSELDORF. Sänger und Rennfahrer Smudo zeigt mit seinem Bio-Concept-Car, was Pflanzen im Automobilbau können: Statt aus Stahl oder Carbon besteht die Außenhaut seines Ford Mustang aus Flachs-Baumwoll-Gewebe. In den Biokunststoff Leinöl-Acrylat getränkt, wird aus dem Pflanzengewebe eine hochfeste und leichte Karosserie. "Wir wollen zeigen, was alles schon heute im Straßenverkehr möglich ist", sagt Smudo.

Bis zum Jahr 2011, schätzt der Verband "European Bioplastics", steigen die Produktionskapazitäten für Biokunststoffe auf weltweit 1,5 Mio. Tonnen. Albert Otten vom Institut für Recycling der Fachhochschule Braunschweig-Wolfenbüttel zweifelt nicht daran, dass das Material dabei auch auf dem Autosektor Marktanteile gewinnen wird. "Je erfolgreicher die Biokunststoff-Hersteller in ihrem Hauptgeschäftsfeld, dem Verpackungsbereich, agieren, umso mehr Raum bleibt ihnen für Spielereien bei technischen Anwendungen", sagt er.

Was Otten noch Spielerei nennt, ist bei Toyota seit Dezember schon Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie: Bis zu 60 Prozent des Innenraumplastiks des 2010er Toyota Prius will der Konzern aus Pflanzen gewinnen und zu Schutzabdeckungen, Sitzpolstern und als Dachhimmel verarbeiten. In Japan bietet Toyota mit dem Mini-Van Raum bereits seit Mai 2003 ein Serienfahrzeug an, dessen Interieur-Komponenten komplett auf natürlichen Materialien basieren. Laut Konzernangaben verursachen diese bei der Produktion rund 20 Prozent weniger CO2 als herkömmliches aus Erdöl erzeugtes Plastik.

Trotzdem wirbt Toyota jetzt erst offensiv mit der Verwendung von Biokunststoffen. "Qualität und Preis der Biokunststoffe mussten zuerst das erforderliche Niveau erreichen", begründet Tim Fronzek, Advisor Advanced Technology bei Toyota Deutschland, die Entscheidung des Konzerns.

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