Bluetec
Mercedes bläst in Europa zur Diesel-Offensive

Umweltverträglichkeit als Zugpferd: Nachdem Mercedes in den USA bereits Achtungserfolge mit der Dieseltechnologie „Bluetec“ feiern konnte, drängt die Daimler-Marke nun auch auf den europäischen Markt. Während sich VW skeptisch zeigte und lieber auf die eigene Bezeichnugn TDI setzt, gilt es für Mercedes, sich vorrangig gegen Toyotas Hybriden durchzusetzen.

hz FRANKFURT. Daimlers Edelmarke Mercedes zieht die Einführung der umweltfreundlichen neuen Diesel-Technologie Bluetec in Europa vor. Die Marke mit dem Stern startet bereits zur Automesse IAA im September dieses Jahres mit dem Verkauf einer E-Klasse, die über die in den USA erprobte Technik verfügt. Ausgeliefert werde das Modell, eine E-Klasse 320 Bluetec, dann ab Dezember, sagte ein Daimler-Sprecher.

Damit macht Mercedes angesichts der anhaltenden Klimadebatte bei der Einführung der umweltfreundlichen Dieseltechnologie Tempo. Ursprünglich hatte Entwicklungsvorstand Thomas Weber die Technologie erst Ende 2008 in Europa vorstellen wollen.

Der Schritt erfolgt nur eine Woche nach dem Auseinanderbrechen der im Herbst 2006 angekündigten gemeinsamen Bluetec-Diesel-Initiative von VW und Daimler auf dem US-Markt. Sowohl Volkswagen als auch Audi wollen in den USA künftig wieder eigene Wege gehen und zu ihrer eigenen Markenbezeichnung TDI zurückkehren. Ein Daimler-Sprecher betonte allerdings, dass der Vorstoß mit Bluetec in Europa in keinem Zusammenhang mit der Absage aus Wolfsburg steht. Ursprünglich wollte die Dreier-Allianz den Begriff Bluetec als Bezeichnung für saubere und sparsame Dieselmotoren verwenden und den Selbstzünder gegen die Hybridfahrzeuge japanischer Hersteller positionieren.

Vor allem Hybrid-Pionier Toyota hat es geschafft, mit der Kombination von Verbrennungs- und Elektromotor in den USA als besonders umweltfreundlich wahrgenommen zu werden. Dagegen spielt der Dieselmotor aufgrund seines schlechten Images in dem wichtigen PKW-Markt nur eine untergeordnete Rolle.

Weil aber auch US-Bürger inzwischen sensibel auf hohe Kraftstoffpreise reagieren und die Dieselmotoren sauberer werden, könnte sich dies ändern, wie die Marktforscher von J. D. Power ermittelt haben. Ihre Studie „Global Outlook For Diesel“ prognostiziert für Nordamerika bis 2015 einen Anteil an Diesel-Neuzulassungen von über 15 Prozent. Mercedes konnte mit der neuen Diesel-Technologie bereits erste Achtungserfolge in den USA einfahren. Etwa 17 Prozent der in den Vereinigten Staaten verkauften Autos mit dem Stern sind Diesel.

Auch in Europa setzt Daimler angesichts der Klimadebatte auf Diesel als Verkaufsargument. Unter dem Begriff Bluetec hat Mercedes-Benz verschiedene Technologien zur Abgasminderung mit dem Schwerpunkt Stickoxide zusammengefasst. So steht die Bezeichnung Bluetec für eine Abgasnachbehandlung, die Stickoxide senkt. Über eine katalytische Reduktion mit Harnstoff sollen die Stickstoffemissionen um bis zu 90 Prozent gesenkt werden.

Autoanalyst Horst Schneider von der WestLB betont jedoch, dass der Wettbewerb um den saubersten Selbstzünder noch nicht entschieden sei. Auch andere Autohersteller in Deutschland feilen am Image ihrer Dieselfahrzeuge. So will Audi „den saubersten Diesel der Welt“ auf den Markt bringen. Ab Mitte 2008 sollen die Fahrzeuge mit einer neuen Generation von TDI-Motoren vom Band laufen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%