BMW 7er-Facelift
Hier kommt der Chef

Im Duell der Oberklasse-Limousinen zwischen 7er BMW und Mercedes S-Klasse haben die Bayern auf vielen wichtigen Märkten die Nase vorn. Damit das so bleibt, spendieren sie ihrem Flaggschiff ein umfangreiches Facelift.
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St. Petersburg/RusslandMehr als zwölf Millionen Haushalte weltweit besitzen mehr als eine Million Dollar Vermögen. Dass in deren Garagen und Auffahrten eher die automobile Oberklasse parkt, dürfte einem Naturgesetz gleichkommen. Hauptsächlich sind es deutsche Limousinen. Je nach Land bemühen sich Mercedes mit der S-Klasse und BMW mit dem Siebener um die Pole Position. Meist gewinnt die Münchener Premium-Marke, zumindest in den wichtigsten Märkten China (49 Prozent) und USA (16 Prozent). Aber auch in Deutschland wählen mehr Kunden den Siebener als die S-Klasse. Und der blickt nach dem aktuellen Facelift entsprechend selbstsicher, sein Blick signalisiert nun wieder deutlich: Hier kommt der Chef.


In vielen Fällen sitzt tatsächlich einer drin, meist sogar hinten. Vier von fünf 7er BMW werden mit langem Radstand verkauft. Besonders gern entscheiden sich die Amerikaner, die Russen, die Herren im Nahen Osten und die Reichen im fernen China für dieses 5,22 Meter lange Modell. Die deutschen Führungskräfte sitzen lieber vorn links und fahren ihren BMW selbst, in Deutschland meist einen der 3,0-Liter-Dieseln mit Leistungen von 190 kW 7 258 PS (730d) oder 230 kW / 313 PS (740d).

Damit das im In- und Ausland auch künftig so bleibt, spendieren die Bayern ihrem Flaggschiff – seit Ende 2008 auf dem Markt und über 180 000 Mal verkauft – für die zweite Hälfte seines Lebenszyklus eine Modellpflege. Rechtzeitig, bevor nächstes Jahr Mercedes seine brandneue S-Klasse enthüllt. Äußerlich hat BMW sich beim 5,08 Meter langen Siebener (L-Version: 5,22 Meter) bewusst zurückgehalten. Adrian van Hooydonk spricht von "Tiefe im Detail".

Dazu zählen für den Design-Chef nicht nur kleine Änderungen an Front und Heck, die mehr Sportlichkeit suggerieren sollen oder Seitenblinker im Außenspiegel statt in der Chromspange im Kotflügel, sondern im Besonderen auch die LED-Technik der Frontscheinwerfer. Das haben andere auch, werden Kenner einwerfen. Doch beim Siebener ist deutlich sichtbar, wo sich in den Doppelrundscheinwerfern die LEDs befinden. "Der 7er ist so im Dunkeln klar von anderen BMW-Modellen zu unterscheiden", sagt van Hooydonk.

Nicht weniger fortschrittlich sind die Änderungen unterm Blech. "Noch nie in der Geschichte von BMW hat sich hier im Zuge einer Modellpflege so viel geändert", sagt Entwicklungschef Dr. Herbert Diess. Als Erfinder von Efficient Dynamics lässt BMW sich auch dieses Mal nicht lumpen und verspricht weniger Durst bei mehr Leistung.

Sämtliche Motoren sind mit einer Achtgang-Automatik kombiniert, haben bis auf den V12 alle Start-Stopp-Funktion, rekuperieren im Schub und können zwischen 50 und 160 km/h "segeln". Nebenaggregate arbeiten "bedarfsgerecht", also nur dann, wenn es wirklich nötig ist, was den Motor entlastet und Sprit spart. "Wir konnten den Verbrauch teils um bis zu 25 Prozent senken", unterstreicht Motoren-Entwickler Christian Schwarz.

Aushängeschild ist der 74 900 Euro teure Sechszylinder-Basisdiesel (730d, ein Turbolader) mit jetzt 200 kW/258 PS. Ihn gibt BMW mit 5,6 Litern Diesel pro 100 Kilometer beim Normverbrauch an, womit er zum sparsamsten Selbstzünder in dieser Klasse avanciert. Im 740d (zwei Turbolader) stehen 230 kW/313 PS statt bisher 226 kW/306 PS im Fahrzeugschein. Verbrauch: ähnlich gute 5,7 Liter Diesel.

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Top-Modell mit Zwölfzylinder

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