BMW und Porsche entwickeln unverwechselbares Nachtdesign
Scheinwerfer prägen Gesicht der Autos

„Den können Sie jetzt auch im Dunkeln erkennen“, schwärmt Hans-Jürgen Wöhler und meint den neuen Porsche Boxster. „Wenn Sie nachts auf der Autobahn unterwegs sind, genügt ein Blick in den Rückspiegel“, ist der Projektleiter des Sportwagenherstellers überzeugt. Die Gestaltung der Fahrzeugfront gehört heute zu den wichtigsten Herausforderungen im Automobildesign.

HB DÜSSELDORF. Das neue Porsche-Modell, das am 27. November zu den Händlern rollt, hat auch bei Dunkelheit ein unverwechselbares Erscheinungsbild. „Die Trennung von Hauptscheinwerfer und Positionslicht erzeugt jetzt auch beim Boxster das typische Nachtdesign eines Porsche- Sportwagens“, so Hans-Jürgen Wöhler.

Ein gutes Frontbild macht das Auto und die Marke auf den ersten Blick erkennbar. Doch im Dunkeln kann nur das Fahrzeuglicht ein unverwechselbares Gesicht der Marke erzeugen. „Alle großen Automobilhersteller sind derzeit auf der Suche nach einer Lösung für dieses Problem“, sagt Karsten Eichhorn, der beim Scheinwerferspezialisten Hella am Lichtdesign der Zukunft forscht. „Kaum ein Hersteller kann es sich heute leisten, nicht darüber nachzudenken.“ Die Frage sei eher, wer kommt zuerst und wer zieht nach.

Zu den ersten gehört BMW mit seinen doppelrunden Projektionsscheinwerfern. Beim 5er, 7er oder dem X5 umschließen so genannte Lichtleitringe die vier Scheinwerfer und sind damit mehr als ein Positions- oder Standlicht. Die Corona- Ringe fallen bei Dunkelheit sofort ins Auge und prägen das Aussehen der Marke.

Der Phantasie der Lichtdesigner sind allerdings Grenzen gesetzt. Der Gesetzgeber lässt nur Licht zu, das auch eine Funktion hat. So sind die Gestaltungsmöglichkeiten auf das Scheinwerfer- und Abblendlicht, das Positions- bzw. Standlicht und die Blinkleuchten begrenzt. Doch die LED-Technologie bietet zusätzliche stilistische Möglichkeiten.

Die Hochleistungs-LEDs sind nicht nur langlebiger als Glühlampen, sondern prägen mit ihrer Leuchtkraft auch das Bild in der Dunkelheit. Darüber hinaus geben sie den Designern durch ihre flachere, kompaktere Bauweise neue Gestaltungsfreiheiten. So lassen sich mehrere LEDs zu allen möglichen Formen kombinieren und so markante Erscheinungsbilder beim Tagfahrlicht, den Blinkleuchten oder dem Positionslicht (Standlicht) prägen. Weil LEDs kaltes Licht erzeugen, können sie zudem mit neuartigen Kunststoffoptiken versehen werden.

Als erster Fahrzeughersteller hat Audi die LED-Technologie in die Fahrzeugfront integriert. Beim neuen Audi A8 Zwölfzylinder strahlen Tagfahrlicht und Positionslicht aus jeweils fünf starken, sternförmig angeordneten Leuchtdioden, die sich automatisch einschalten, sobald der Motor gestartet wird. Die LED-Sterne erhöhen die aktive Sicherheit und machen das Audi-Flagschiff schon von weitem unverwechselbar.

Auch das Blinklicht kann mit den LEDs neu gestaltet werden. So ließen sich zum Beispiel Leuchtdioden zu einem stehenden Balken kombinieren, die als Augenbraue über den Scheinwerfern oder als Diagonale durch die Scheinwerfer wahrgenommen werden. „Die Entwicklung passiert immer in enger Zusammenarbeit mit den Fahrzeugherstellern, weil das Konzept zum Gesamtdesign des Fahrzeugs passen muss“, sagt Eichhorn ohne konkret auf Fahrzeughersteller eingehen zu wollen. Doch er ist überzeugt, dass sich das Thema Nachtdesign in Zukunft bei allen Fahrzeugen finden lässt. „Künftig werden wir auch nachts schon von weitem erkennen, ob da ein Mercedes, Ford oder Opel kommt.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%