BMW X5
Gleich ist nicht gleich gleich

Auf den ersten Blick sieht der neue BMW X5 fast genauso aus wie der alte. Mitnichten ist er aber nur ein bisschen retuschiert. Hinter dem Design des neuen BMW X5 steckt monatelange Entwurfsarbeit.
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Düsseldorf/MünchenGerade stellt BMW Journalisten den neuen X5 bei Testfahrten vor, in wenigen Tagen bekommt die breite Öffentlichkeit auf der IAA (12. bis 22. September) das neue Design zum ersten Mal zu Gesicht. Man könnte jetzt ketzerisch fragen: „Welches neue Design?“, schließlich sieht der neue X5 dem alten frappierend ähnlich. BMW-Designer Oliver Heilmer lacht. Es ist nicht das erste Mal, dass er mit dieser Frage konfrontiert wird. „Als Designer braucht man mitunter ein dickes Fell“, sagt er. „Es ist wie beim Fußball, da kann einfach jeder mitreden und der persönliche Geschmack spielt eine große Rolle.“ Aber gerade hinter kleinen Veränderungen stecke viel Arbeit, beschreibt der Designer.

Es ist das ewige Dilemma eines etablierten Modells: Als Balance zwischen „wie viel muss ich verändern“ und „wie viel darf ich verändern“ beschreibt es Heilmer. Denn die Kunden, die bisher einen der weltweit 1,3 Millionen verkauften X5 erworben haben, sollen nicht verschreckt werden. Trotzdem muss sich das Oberklasse-SUV als neue Generation zu erkennen geben. Das tut der Fünftürer, wie es zurzeit en vogue ist: Mit großen Lufteinlässen in der bulligen Front, stark modellierten Flanken und einem fast unberührten, breiten Heck. „Mehr 3D“, nennt es der Designer. Die typische BMW-Niere ist größer und steht jetzt aufrechter, von der Seite sorgt ein Licht- und Schattenspiel für eine muskulösere Ansicht, ein zusätzlicher „Air Breather“ hinter dem Vorderrad vereint Form und Funktion.

Bis zu dieser Ansicht sind viele Monate, gar Jahre ins Land gegangen. Angefangen hat alles, genau wie bei anderen Modellen, mit einem internen Design-Wettbewerb, an dessen Ende zehn Entwürfe von verschiedenen BMW-Designern stehen. Die existieren in der Skizzenphase nur auf dem Papier, beziehungsweise im Computer. Eine Auswahl von Designs schafft es nach drei Monaten in die zweite Runde, in der vier bis fünf Entwürfe in voller Größe gebaut werden. Denn die virtuelle Welt schafft nicht, was ein echtes Modell zeigt: „Nur so kann man das Design wirklich beurteilen“, so Heilmer.

Die Modelle sind aus Clay, einem Industrieplastilin, das mit Schabern oder Klingen bearbeitet wird. Die Fullsize-X5 sind in Silber lackiert, aus der Ferne kann man sie nicht von einem echten Auto unterscheiden. So erkennt man die Form, aber auch die Modellierung auf den Flächen. „Wenn Silber funktioniert, ist sicher, dass auch jede andere Farbe funktioniert, Silber ist die Farbe, die am wenigsten Fehler verzeiht“, erklärt Heilmer. Auch drei bis vier Interieure werden entsprechend den Vorlagen modelliert. 3D-Komponenten wie die Luftausströmer werden aus Harz oder einem Granulat erstellt, so genanntes „Rapid Prototyping“, zu Deutsch: schneller Modellbau.

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