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Bremslicht und Sensoren: Trends und neues Recht bei Radbeleuchtungen

Ein jaulender Dynamo und gelblich flackerndes Licht - diese Zeiten gehören beim Radfahren der Vergangenheit an. Zwar rollt immer noch das eine oder andere Rad mit derart überholter Ausstattung über den Asphalt.

dpa/gms BREMEN/MEINERZHAGEN. Ein jaulender Dynamo und gelblich flackerndes Licht - diese Zeiten gehören beim Radfahren der Vergangenheit an. Zwar rollt immer noch das eine oder andere Rad mit derart überholter Ausstattung über den Asphalt.

Doch die Technik ermöglicht heute weit effektivere Lichtanlagen mit viel Komfort bei der Bedienung. Auch rechtlich geht es in Sachen Fahrrad-Licht voran. Spätestens im Jahr 2005 soll es neue Vorschriften geben, die voraussichtlich unter anderem Mountainbikern Erleichterung bringen.

Derzeit wird zwar noch am „Entwurf zur Änderungsverordnung der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordung“ gefeilt. Grundsätzlich ist aber klar, was in Zukunft bei der Fahrradbeleuchtung gefordert oder gestattet sein wird. „Kommen wird die Standlichtfunktion“, sagt Siegfried Neuberger, Geschäftsführer des Zweirad-Industrie-Verbandes (ZIV) in Schwalbach (Hessen). Sie wird nach einer Übergangsfrist bei neuen Fahrrädern zur Grundausstattung gehören. Mit dieser Funktion werde gewährleistet, dass das Rücklicht auch beim Stopp an der Ampel weiter leuchtet - „das trägt stark zur Verkehrssicherheit bei.“

Eine weitere Neuerung wird die grundsätzliche Zulassung von 12-Volt-Lichtanlagen sein. Bisher sind nur 6-Volt-Beleuchtungen in jedem Fall zugelassen. Für die bereits erhältlichen 12-Volt-Anlagen mussten die Hersteller Ausnahmegenehmigungen beantragen. „Wer das erste Mal mit zwölf Volt fährt, ist überrascht“, sagt Karsten Klama, Sprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (Adfc) in Bremen. „Das Licht leuchtet doppelt so hell und strahlt doppelt so breit.“ Der Nachteil ist, dass die Anlagen derzeit noch recht teuer sind.

Die dritte geplante Änderung in Sachen Fahrrad-Beleuchtung betrifft vor allem die große Zahl der Mountainbiker, die auf Batterie betriebene Lampen vertrauen. Die sind bislang als alleinige Beleuchtung nicht zugelassen und müssen von einer kompletten Lichtanlage mit Dynamo ergänzt werden. „Wie jetzt bereits für Rennräder bis zu einem Gewicht von elf Kilogramm wird künftig auch für Mountainbikes bis zu einem Gewicht vom 13 Kilogramm gelten, dass sie mit Batterieleuchten ausgerüstet sein dürfen“, so Siegfried Neuberger. Er geht davon aus, dass die neuen Regeln ab Ende 2004 oder spätestens ab Beginn des kommenden Jahres gelten werden.

Doch auch abseits der rechtlichen Neuerungen tut sich in Sachen Fahrradbeleuchtung einiges. So hat der altbekannte Seitenläufer-Dynamo allem Anschein nach seine beste Zeit hinter sich. „Die Nabendynamos setzen sich immer weiter durch und sind schon ein Verkaufsargument“, sagt Klama. Die Dynamos in der Radnabe rutschen bei Nässe nicht durch und sind immer einsatzbereit.

Die ständige Verfügbarkeit von Energie bildet auch die Voraussetzung für weitere Ideen in Sachen Fahrradlicht. Der Beleuchtungs-Hersteller Busch + Müller in Meinerzhagen (Nordrhein-Westfalen) hat bereits eine ganze Reihe von Innovationen für das Fahrradlicht entwickelt. Ganz aktuell ist eine Neuerung mit dem eher irreführendem Namen „Distanz-Warn-System“ (Diwa). Tatsächlich handelt es sich um ein Bremslicht - nur gibt es dieses Wort eben offiziell beim Fahrrad nicht.

Wichtigstes Teil der Anlage ist ein Computerchip im Scheinwerfer, der über den Nabendynamo immer mit Strom versorgt wird. „Der Chip reagiert auf Bewegung. Schon bei einer abrupten Geschwindigkeits-Verringerung um ein bis zwei Stundenkilometer reagiert er“, erläutert Vertriebsleiter Norbert Roth. „Er gibt ein Signal an das Rücklicht, das dann aufleuchtet.“

Verbunden ist das System mit einem Hell-Dunkel-Sensor. Der schaltet bei Dämmerung automatisch das Licht ein. Wird gebremst, leuchtet das Rücklicht bei Tageslicht in normaler Helligkeit auf, im Dunkeln ist das Bremslicht viermal heller. Zudem bietet Busch + Müller das erste Leuchtdioden-Frontlicht für den Dynamo-Betrieb an. Es soll nicht nur die Straße gut ausleuchten, sondern nebenbei auch noch nahezu unbegrenzt haltbar sein.

Doch alle technischen Neuheiten nützen nichts, wenn Radfahrer grundlegende Sicherheitsregeln nicht beachten. So ist das Licht schon in der Dämmerung einzuschalten. „Es ist ein Irrglaube von Radfahrern, dass sie meinen, gesehen zu werden, weil sie selber die anderen Verkehrsteilnehmer sehen“, warnt Karsten Klama. Zudem sollte auf die vollständige Ausstattung mit Reflektoren geachtet werden. Laut Klama gehören dazu je zwei orangefarbene Reflektoren in den Radspeichen sowie ebenfalls orangene Reflektoren vorne und hinten in den Pedalen. Ans Heck gehören rote Reflektoren, an die Front weiße. Und dass bei Dunkelheit schwarze Kleidung die falsche Wahl ist, sollte klar sein.

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