BRZ und GT-86
Subaru und Toyota bauen mehr Sportwagen

Preiswerte Sportwagen aus Japan finden überraschend viele Vorbestellungen. Die neuen "Schwestermodelle" Toyota GT-86 und Subaru BRZ laufen schon im Vorverkauf so gut, das die Konzerne die Produktion deutlich erhöhen.
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Ann Arbor/USADer Subaru-Mutterkonzern Fuji Heavy Industries will die Produktion des Sportwagens Subaru BRZ sowie des baugleichen Toyota GT-86 deutlich erhöhen. Beide werden im selben Werk gebaut. Laut der amerikanischen Internetplattform Left Lane News hat Fuji-Chef Yasuyuki Yoshinaga einen Ausstoß von 100.000 Fahrzeugen pro Jahr in Aussicht gestellt. Zunächst sollen monatlich 5.000 Einheiten vom Band laufen.

Die Aufstockung der Kapazitäten ist dringend nötig, denn nach der Präsentation des Sportcoupés in Genf sollen Toyota schon jetzt 7.000 Bestellungen vorliegen, so viel wie der Autobauer für den Zeitraum von sieben Monaten erwartet hat. Bei Subaru sollen schon 2.500 Kaufverträge eingegangen sein. Das entspricht den Erwartungen für gut fünf Monate.

Nach der Europapremiere auf dem Genfer Automobilsalon hatte Toyota die Auftragsbücher für den Sportwagen geöffnet, der zu Preisen ab 29.990 Euro bestellbar ist. Die Markteinführung in Deutschland erfolgt am 15. September 2012.
Bereits im Grundpreis ist eine umfangreiche Serienausstattung enthalten, die unter anderem Xenon-Scheinwerfer, LED-Tagfahrlicht, Nebelscheinwerfer, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, eine elektronische Geschwindigkeitsregelanlage und das schlüssellose Zugangs- und Startsystem Smart Key umfasst. Ebenfalls inklusive ist ein neues Multimedia-Audiosystem. Der Vierzylinder-Boxermotor mit zwei Liter Hubraum leistet 200 PS.

Der 2+2-Sitzer gilt als technische Delikatesse. Zu den zahlreichen Besonderheiten zählt, dass ie Toyota-Techniker sich zwar für die Standard-Bauweise mit Frontmotor und Hinterachsantrieb entschieden. Aber sie sorgten mit der Wahl der Kraftquelle für eine Weltneuheit: Im GT 86 geht ein neu entwickelter Vierzylinder-Boxermotor ans Werk und verleiht ihm den Superlativ des weltweit einzigen Sportwagens, der diese Motor-Bauform nicht im Heck (wie der Porsche 911 Carrera), sondern unter der vorderen Haube installiert hat.

Die Vorteile dieser Technik führen zu einem ungewöhnlich flachen Sportwagen-Körper, zu einer sehr windschnittigen Form und wegen der niedrigen Bauhöhe des Motors auch zu einem sehr tiefen Schwerpunkt des Fahrzeugs.

Die gesamte Plattform mit Hinterachsantrieb wurde neu entwickelt und Fahrwerk sowie Gewichtsverteilung (nahezu ausbalanciertes Gewicht von 53 zu 47 Prozent für vorne und hinten) sind beste Voraussetzungen für ein überaus agiles Fahrverhalten: handlich wie ein Halmastein auf kurvigen Landstraßen und stabiler Geradeauslauf auf der Autobahn sind zu erwarten.

Bei den Abmessungen haben sich die Toyota-Ingenieure wohl ganz bewusst in Bescheidenheit geübt. Sie sagen, der GT 86 sei der kleinste viersitzige Sportwagen der Welt: mit einer Länge von 4,20 Meter übertrifft er zwar den Mazda MX-5 um beinahe 20 Zentimeter, dieser ist aber auch nur ein reiner Zweisitzer. In der Höhe misst der Toyota nur 1,29 Meter und bei einem überaus reichlich bemessenen Radstand von 2,57 Meter ergibt sich eine dramatisch niedrige und flache Silhouette. Große Räder und ein kompakt bauendes Dach sorgen für einen spannungsreichen Auftritt, dessen Botschaft von Toyota Deutschland so definiert wird: "Für Kunden, die Autofahren mehr aus Leidenschaft als aus Notwendigkeit betreiben."

Das bei den Karosseriedimensionen eingesetzte Augenmaß gilt auch für die Motorisierung. Die Techniker hätten mit Turboaufladung durchaus höhere Leistungen verwirklichen können, aber der GT 86 sollte seinen Reiz eher durch gut bemessene Kraft und wegen seiner knackigen Fahreigenschaften erhalten. Der quadratisch dimensionierte 2-Liter-Saugmotor (Bohrung mal Hub 86x86 Millimeter) wurde partnerschaftlich bei dem Toyota-Schwesterunternehmen und Boxermotor-Spezialisten Subaru entwickelt. Toyota hat seine D-4S-Einspritztechnik, die mit Doppel-Einspritzdüsen arbeitet, in die Kooperation eingebracht.

Die vibrationsarm und mit einem dunklen Klang laufende Maschine bietet bei sportlichen 7.000 U/min 147 kW/200 PS und kommt bei 6.600 U/min zu ihrem Drehmomentgipfel von 205 Newtonmeter. Um die Portionierung der Kraft bemühen sich ein Handschaltgetriebe mit sechs Vorwärtsgängen oder eine Sechsgangautomatik, die mit Schaltwippen am Lenkrad auch manuelle Gangwechsel erlaubt.

Für gute Traktion und spontanen Krafteinsatz wird an der Hinterachse ein Sperrdifferential tätig. Man darf mit einer Beschleunigungszeit aus dem Stand auf 100 km/h mit etwa sechs bis sieben Sekunden und mit einer Höchstgeschwindigkeit von über 230 km/h rechnen.

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