Buchbesprechung
„Bis aufs Blech“

Was treibt Menschen an, die ein Elektroauto „made in Africa“ bauen? Wie arbeitet ein blinder Automechaniker in Amerika? 30 spannende Reportagen vereint ein kompaktes Lesebuch, das leider zu wenige Bilder zeigt.
  • 0

DüsseldorfEin Automechaniker, der blind ist; eine Engländerin; die 33 Jahre nach ihrer ersten Fahrstunde endlich den Führerschein in Händen hält; ein BMW 507, eine alte Dame und ihre Verbindung zum King of Rock’n’Roll; ein Plymouth, der planmäßig nach 50 Jahren wieder ausgegraben wird; Altautos für Afrika und ihr zweites Leben in der dritten Welt – diese und viel andere sind die „Geschichten von Autos und ihren Menschen“ (so der Untertitel), die sich in einem ungewöhnlichen Autobuch finden.

„Bis aufs Blech“ versammelt 30 Reportagen und Portraits, die Hauke Schrieber in den vergangenen Jahren in Zeitschriften wie „Auto Bild“ und „Motor Revue“ veröffentlicht hat. Ein Genuss ist der Einstiegsartikel, in dem der Autor selbstironisch sich und die Zunft der Motorjournalisten aufs Korn nimmt, aber auch die Hersteller mit ihren teilweise pompösen Pressepräsentationen, bei denen das Auto, um das es geht, schon einmal ein wenig in den Hintergrund rücken kann.

Das Buch schließt beim Leser auch so manche automobilhistorische Lücke, etwa im Fall des Rekordwagens Babs aus Wales und des Troll aus Norwegen, den früh das Todesurteil traf. Nicht nur bei diesen exklusiven Einblicken wünschte man sich allerdings mehr Fotos. Mehr als zwei Bilder gibt es leider zu keiner Geschichte. Schade. So kommt etwa die Story über die kleine britische Autoschmiede Bristol gänzlich ohne eine Modellaufnahme aus.

Nicht ganz glücklich sind auch zwei, drei ältere Artikel, über deren Aktualität – wie etwa bei der Entwicklung des Automarktes in China – die Zeit hinweggegangenen ist. Ein kleiner Epilog in dem einen oder anderen Fall kann über diesen Eindruck nicht hinwegtäuschen. Hier wäre weniger mehr gewesen. Dennoch bleibt das Buch eine kurzweilige Lektüre, weil es den Blick auf ungewöhnliche und teils unbekannte Kapitel der Automobilgeschichte lenkt.

„Bis aufs Blech – Geschichten von Autos und ihren Menschen“ von Hauke Schrieber ist im Delius-Klasing-Verlag erschienen.
Das Buch hat 176 Seiten mit 49 Fotos und kostet 19,90 Euro.

ampnet 
Auto Medien Portal

Kommentare zu " Buchbesprechung: „Bis aufs Blech“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%