BUND begrüßt neue Feinstaub-Verordnung, ADAC kritisiert sie: Autoclubs warnen vor übereiltem Plakettenkauf

BUND begrüßt neue Feinstaub-Verordnung, ADAC kritisiert sie
Autoclubs warnen vor übereiltem Plakettenkauf

Automobilclubs haben Autofahrer vor Hektik wegen der seit 1. März geltenden Feinstaubverordnung gewarnt. Der ADAC erklärte, für die Mehrheit der deutschen Autofahrer ändere sich zunächst gar nichts.

ap STUTTGART. Der Kauf von Plaketten für eine Zufahrtsberechtigung in bestimmte Umweltzonen sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht notwendig, betonten der ADAC und auch der Auto Club Europa (ACE). Zu den ersten Städten, die die Verordnung umsetzen wollen, gehören nach Angaben des ADAC etwa Stuttgart und Ludwigsburg in Baden-Württemberg. Doch auch hier träten die Umweltzonen und damit verbundene Fahrverbote erst im Juli in Kraft, erklärte der Verkehrsclub.

Der ACE erwartet, dass die Feinstaubverordnung demnächst noch nachgebessert wird. Möglicherweise werde sich dann die Zahl der mit Fahrverboten belegten Autos deutlich verringern, schrieb der ACE. Der ADAC-Vizepräsident für Verkehr, Erhard Oehm, forderte, auch ältere Autos mit Katalysator in den Umweltzonen fahren zu lassen. „Hier werden Autos ausgesperrt, die erwiesenermaßen genauso sauber sind wie Pkw mit Ottomotor“, erklärte er. Zugleich verlangte der ADAC, Ausnahmeregelungen für die Anwohner der Umweltzonen zu schaffen, die ihr Auto nicht mit Filtern nachrüsten könnten.

Der ACE erklärte, mobile Maschinen und Geräte wie forstwirtschaftliche Zugfahrzeuge seien von Fahrverboten in Umweltzonen ohnehin ausgenommen. Dort dürften außerdem Mofas, Leichtkrafträder, Motorräder, Motorroller und dreirädrige Kraftfahrzeuge sowie Kranken- und Arztwagen auch ohne Plakette weiter fahren. Ausnahmen gelten laut ACE ferner für Kraftfahrzeuge von Personen, die außergewöhnlich schwerbehindert sind. Der ACE sprach sich dafür aus, Fahrverbote bei Oldtimern nicht restriktiv zu handhaben. „Städte und Gemeinden, denen Luftreinhaltung wirklich wichtig ist, sollten ihr Augenmerk besser auf die 2,8 Millionen in Deutschland zugelassenen Lkw richten“, sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner.

Nach seiner Darstellung sind Lastwagen mit einer Jahresfahrleistung von 20 Mrd. Kilometern die wahren Luftverpester. Dagegen werde ein Oldtimer gewöhnlich nur zu Repräsentationszwecken schätzungsweise 1 000 bis 6 000 Kilometer im Jahr bewegt.

BUND begrüßt Verordnung, ADAC kritisiert sie

Während der ADAC die geplanten Fahrverbote als „unangemessen und nicht verhältnismäßig“ kritisierte, begrüßte der Naturschutzbund BUND die Plakettenverordnung. Autos machten fast die Hälfte der städtischen Feinstaubbelastung aus, erklärte der BUND.

Dessen Geschäftsführer Gerhard Timm forderte, Umweltzonen müssten die gesamte Stadt umfassen, um Ausweichmanöver der Autofahrer zu verhindern. Zugleich warnte er vor Unübersichtlichkeit durch eine Vielzahl regionaler Regelungen und vor zu vielen Ausnahmeregelungen.

Der BUND erklärte zudem, wenn Messungen zeigten, dass die Wirkung einer ersten Stufe nicht genüge, müssten strengere Plakettenstufen zur Geltung kommen.

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