Bundeskanzler beim Praxistest von Daimler
Autobranche setzt auf Wasserstoff als Antrieb

Ein forscher Druck auf das Gaspedal und die silberfarbene Mercedes A-Klasse legt sich in eine geneigte Rechtskurve. Im Innenraum ist aber nur ein anschwellendes Summen wie beim Anfahren in einer Straßenbahn zu hören. Autofahrer sollten sich an das Geräusch besser gewöhnen, denn so klingt voraussichtlich die Zukunft des Automobils: Die Brennstoffzelle gilt als kommende Energiequelle der Branche und hat inzwischen die Laborphase verlassen.

hz FRANKFURT/M. Der große Vorteil der neuen Technologie: Die mit Wasserstoff betriebenen Fahrzeuge verursachen keine Emissionen – aus dem Auspuff entweicht nicht mehr als Wasserdampf.

Im weltweiten Wettrennen um den Antrieb der Zukunft hat der Automobilkonzern Daimler-Chrysler in Berlin bereits den Alltagstest für Brennstoffzellen-PKW mit der A-Klasse gestartet. Seit gestern testet auch Bundeskanzler Gerhard Schröder den neuen Antrieb. Nach der Deutschen Telekom und dem Energieversorger Bewag/Vattenfall nahm auch der Fuhrpark des Kanzleramts einen „F-Cell“-Wagen der Stuttgarter in Empfang. Schröders Fahrer muss zwar künftig ein wenig weiter zum Tanken fahren. Bislang gibt es in ganz Berlin nur eine einzige Tankstelle für Wasserstoff. Doch dafür kann Schröder sich künftig rühmen, zu einem exklusiven Kreis zu zählen. Denn es sind 60 PKW und 30 Busse weltweit, mit denen der Autokonzern den umweltfreundlichen Antrieb der Zukunft erprobt.

„Die Brennstoffzellen-Technologie ist aus dem Forschungsstadium heraus“, betonte Daimler-Vorstand Thomas Weber. Fieberhaft arbeiten fast alle großen Autohersteller an Serienmodellen für den Kraftstoff der Zukunft. Rund um den Erdball werden Tests, Projekte und Versuchsreihen aufgelegt. Doch vor 2010 rechnet niemand mit einer Fertigung in größeren Stückzahlen.Noch fehlt es auch an einer ausreichenden Treibstoffversorgung. Mindestens 2  000 Tankstellen mit Wasserstoff-Zapfsäule seien allein in Deutschland erforderlich, prognostiziert der Fachverband. Bislang sind es aber nur schätzungsweise 40 – weltweit.

Trotz aller praktischen Probleme bleibt Wasserstoff für die Branche allerdings der Energieträger der Zukunft. Walter Rau, bei Daimler für die Praxiserprobung der Brennstoffzellen-Busse zuständig, mahnt zur Geduld: „Neue Technologien setzen sich nicht schlagartig durch; so etwas geschieht Schritt für Schritt, und es dauert seine Zeit.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%