Caravan-Salon
Vom Monster-Wohnmobil zum Falt-Caravan

Das 26-Tonnen-Wohnmobil gleicht einem Monster-Truck: „Diese Fahrgestelle werden normalerweise für Bergefahrzeuge für Leopard-Panzer verwendet“, sagt Otto-Friedrich Reitz von der Herstellerfirma. Der 12 Meter lange „Desert Challenger“ ist eine Sonderanfertigung für einen Scheich im Mittleren Osten.

HB DÜSSELDORF. Das größte geländegängige Reisemobil der Welt kostet 1,5 Millionen Euro und ist mit dem Allerfeinsten ausgestattet: mit Granitböden, einer Gastronomie-Küche, edlen Ledersofas und Möbeln mit Wurzelholzfurnier.

Zusammen mit rund 1500 weiteren Fahrzeugen ist das Reisemobil für den Scheich in diesen Tagen auf dem „Caravan-Salon“ in Düsseldorf zu sehen (27.8.-4.9.). Auf der weltgrößten Messe für mobile Freizeit präsentieren rund 550 Hersteller ihre Wohnwagen und Wohnmobile sowie Zubehör, Technik und Camping-Ausstattung. Für den normalen Caravan- Fan ist das Luxus-Mobil Desert Challenger allenfalls ein Fahrzeug zum Anfassen und Bestaunen. Nach Angaben des Caravaning Industrie Verbandes (CIVD) geht der Trend heute nämlich eher zu preisgünstigen und peppigen Mobilen wie die Modelle „Paul“ und „Paula“.

Die beiden silbergrauen Wohnwagen präsentieren sich mit einer schlichten Einrichtung. Mit einem Preis von rund 5 500 Euro gelten sie als günstig auf dem Caravan-Markt. Die Wagen mit etwa sechs Quadratmeter Wohnfläche seien vor allem für junge Paare oder Kleinfamilien gedacht, sagt der Entwickler Stefan Bücke.

Doch die Mobile werden nicht nur billiger, sondern auch kompakter.

So ist auf der Messe der erste faltbare Caravan zu sehen. Der „Cocoon Off Road“ ist auf einem Auto-Anhänger verstaut und wiegt nur 220 Kilogramm. Mit wenigen Handgriffen wird das naturbelassene Zelt des Caravans entfaltet. Die Küche mit dreiflammigen Herd und kleinem Kühlschrank ist auf der Anhänger-Deichsel verstaut. Ähnlich kompakt ist auch die transportable Duschkabine mit einem Gewicht von zweieinhalb Kilogramm.

Mehr Luxus bietet dagegen der „C Liner“ - der am Freitag den Fachbesuchern als Weltpremiere vorgestellt wurde. Das Fahrzeug ist nach Angaben des Herstellers das „kompakteste vollintegrierte Wohnmobil der Welt“. Die Lounge-Drehsitze für Fahrer und Beifahrer lassen sich als Sitzgruppe umfunktionieren. Das Fahrzeug verfügt außerdem über eine Designerküche mit Grafit- und Wildkirsch- Oberfläche sowie einem elektrischen Panorama-Glasschiebedach.

Zwar dominiert noch immer die Farbe Weiß bei vielen Wohnmobilen und Caravans, doch sind auch peppige Farben und silber-metallic Lackierungen auf dem Vormarsch. Der Anteil der weißen Fahrzeuge nehme schon seit mehreren Jahren ab, berichtete der CIVD.

Insgesamt legen sich in Deutschland immer mehr Caravan-Urlauber lieber ein Wohnmobil zu als einen Wohnwagen. Die Zahl der neu zugelassenen Wohnmobile stieg in den ersten sieben Monaten 2005 um 4,5 Prozent auf 16 200. Dagegen sanken die Neuzulassungen der Wohnwagen um 2,7 Prozent auf 16 600. Ende 2004 waren in Deutschland 612 000 Wohnwagen und 381 000 Wohnmobile registriert.

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