Carsharing von Daimler Car2go erhöht die Preise

Die Eigentümer Daimler und BMW sprechen über eine Fusion der Carsharing-Töchter. Doch auch ohne einen Abschluss nähern sich die Geschäftsmodelle von Car2go und DriveNow merklich an.
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Kurze Fahrten werden teurer, längerer billiger - wie bei der Konkurrenz. Quelle: dpa
Car2Go in Stuttgart

Kurze Fahrten werden teurer, längerer billiger - wie bei der Konkurrenz.

(Foto: dpa)

HamburgBislang liefern sie sich in den größeren Städten Deutschlands eine harte Konkurrenz: die Carsharing-Anbieter DriveNow von BMW und Car2go von Daimler. Dabei punktet BMW mit edlen Minis, während Daimler mit seinen Smarts deutlich günstigere Preise bietet.

Doch mit der Auswahl für die Kunden könnte es bald vorbei sein: Wie das Handelsblatt bereits in der vergangenen Woche berichtete, laufen Gespräche auf höchster Ebene der beiden Autokonzerne, um die verlustträchtigen Töchter zusammenzulegen. Die Geschäftsmodelle nähern sich auch unabhängig davon bereits an – und jetzt auch die Preise.

Denn Car2go erhöht den Grundpreis. Eine Minute Fahrt im benzingetriebenen Smart kostet künftig 26 Cent – zwei Cent mehr als bislang. Für eine halbstündige Fahrt werden somit künftig 7,80 Euro statt 7,20 Euro fällig. Das ist zwar immer noch weniger als bei DriveNow. Dort kostet dieselbe Fahrt im Mini oder 1er-BMW 9,30 Euro. Doch der Abstand schrumpft.

Auch an anderer Stelle verwischen die Unterschiede: Car2go führt nun ebenfalls vorausbuchbare Stundenpakete ein – bislang ein Alleinstellungsmerkmal der Konkurrenz. Schon seit längerem hat sich der Anbieter zudem von der Ursprungsstrategie verabschiedet, allein parkraumfreundliche Smarts fahren zu lassen. Gegen Aufpreis bietet Car2go inzwischen auch größere Mercedes-Modelle an. Eine Auswahl anzubieten gehört auch bei DriveNow zum Konzept. Inzwischen setzen beide Anbieter auf die Anmietung per Smartphone statt per Kundenkarte.

Die neuen Tarife seien keine Vorwegnahme einer Kooperation, sagte ein Car2go-Sprecher auf Anfrage. Die Berichte über Kooperationsgespräche bezeichnete er als „Spekulation“. Die neuen Tarife basierten auf dem Wunsch der Kunden und des Anbieters nach längeren Mieten. Im Gegenzug für den gestiegenen Grundpreis würden – wie bei DriveNow – längere Fahrten künftig günstiger.

Der Sprecher betonte zudem, der Smart-Minutentarif habe bis zum Sommer 2016 in einigen Städten sogar noch um drei Cent höher gelegen. Zuschläge erhebt Car2go künftig für Fahrten, die in bestimmten Randbereichen enden. In München betrifft das etwa den neu hinzukommenden Stadtteil Ismaning, in Frankfurt Eschborn und Sossenheim. Außerdem werden die existierenden Geschäftsgebiete leicht neu geschnitten: In Hamburg etwa wird der Bereich im südlichen Stadtteil Harburg kleiner, dafür erreicht Car2go etwas mehr Straßen in der Nachbarstadt Norderstedt. „Insgesamt schaffen wir so eine bessere Balance zwischen Fahrzeugverfügbarkeit und Nachfrage – im Sinne der großen Mehrheit unserer Kunden“, erklärte der Sprecher.

Die Elektro-Schocker
Die Speerspitze einer neuen Bewegung
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Sprintzeiten von unter drei Sekunden sind für konventionell angetriebene Supersportler eher die Ausnahme als die Regel. In der Elektroauto-Szene gehören solche Fabelwerte hingegen fast schon zum guten Ton. Um Aufmerksamkeit und Überzeugungsarbeit für den lokal emissionsfreien Elektroantrieb zu leisten, haben einige Hersteller atemberaubend schnelle Sportwagen auf die Räder gestellt, die ohne wild fauchende Benzinmotoren aberwitzige Fahrleistungen ermöglichen. Die ultraschnellen Stromer, wie dieser Nio EP9 von Next EV, bringen selbst eingefleischte Verbrennungsmotor-Fetischisten ins Grübeln...

Einer dieser neuen Wilden ist der Nio EP9, mit dem die chinesische Firma NextEV gleich in die Megawatt-Klasse eingestiegen ist
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Will heißen: Die insgesamt vier E-Motoren mobilisieren zusammen 1.000 Kilowatt (kW), was 1.360 PS entspricht. Zudem kann jede E-Maschine unglaubliche 1.480 Newtonmeter Drehmoment aus dem Stand heraus zur Verfügung stellen. Entsprechend dauert der Sprint auf 100 km/h nur 2,7 Sekunden, bis Tempo 200 verstreichen lediglich 7,1 Sekunden. Mit maximal 313 km/h gilt der EP9 als schnellster E-Sportwagen der Welt.

Im Frühjahr 2017 erzielte der Nio mit 6 Minuten 45,9 Sekunden sogar einen neuen Nordschleifenrekord
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Die Wunder-Flunder kann man übrigens kaufen. Rund 1,4 Millionen Euro soll ein Exemplar kosten. Vertrieben wird der atemberaubend schicke und mit viel Know-how europäischer Ingenieure entwickelte Stromsportler allerdings ausschließlich in China.

Techrules Ren
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Die ebenfalls in China beheimatete Firma Techrules will mit dem Ren dem Nio EP9 den Titel als schnellstes E-Mobil der Welt streitig machen. Im März 2017 wurde die Serienversion des Hypercars vorgestellt, die mit progressivem Design als auch aberwitzigen Leistungseckdaten imponiert.

In der stärksten Ausführung soll der Stromer mit Hilfe von gleich sechs E-Maschinen 960 kW/1.305 PS und 7.800 Newtonmeter in den Vortrieb werfen. Dank dieser Kraft sprintet der 1,7-Tonner in 2,5 Sekunden auf 100 km/h und erreicht maximal 320 km/h.

Techrules Ren
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Als Besonderheit bietet der Ren einen Reichweitenverlängerer in Form einer mit Diesel getriebenen Microturbine. Dieses Hochleistungstriebwerk soll dank 80-Liter-Tank in Kombination mit einer 25-kWh-Batterie eine Reichweite von 1.170 Kilometer erlauben. Preise werden nicht genannt, vermutlich wird der in kleiner Stückzahl in Handarbeit gefertigte Hightech-Renner jedoch einige Millionen kosten. Euro oder Dollar, versteht sich.

Rund eine Million Euro verlangt die kroatische Firma Rimac für ihr Hypercar Concept One
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In seiner jüngsten Ausbaustufe leistet der Stromer mächtige 900 kW/1.224 PS und 1.800 Newtonmeter Drehmoment, was eine Sprintzeit aus dem Stand auf 100 km/h in 2,5 Sekunden erlaubt. Die Höchstgeschwindigkeit von abgeregelten 300 km/h knackt der Balkan-Bolide nach nur 14 Sekunden.

Die insgesamt vier Motoren treiben jeweils ein Rad an, was ein besonders agiles Torque-Vectoring erlaubt...

Rimac Concept One
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Insgesamt vier Motoren treiben jeweils ein Rad an, was ein besonders agiles Torque-Vectoring erlaubt. Trotz dieser bei schnellen Kurvenfahrten hilfreichen Technik ist The-Grand-Tour-Moderator Richard Hammond mit einem Concept One jüngst beim Hemberger Bergrennen in der Schweiz mit einem Rimac von der Straße abgekommen. Der Brite brach sich ein Knie, der Rimac wurde ein Opfer der Flammen.

Bei einer möglichen Fusion müssten die beiden Anbieter ihre Tarife noch weiter anpassen – und die Tarifgebiete, die bei Car2go bislang meist etwas größer sind. zudem haben die Anbieter unterschiedliche Vereinbarung mit den Städten. In Hamburg etwa kooperiert BMW bei der Schaffung von Carsharing-Parkplätzen mit der Stadt, während Car2go sich verpflichtet hat, ab dem kommenden Jahr Elektro-Autos einzusetzen.

Außerdem fiele mit einem Zusammengehen ein Aspekt weg, der besonders bei DriveNow deutlich wird: Das Carsharing dient auch als Schaufenster für die Hersteller. Carsharer lernen bei BMW die gesamte Mini-Flotte, das Elektroauto i3 und die kleinen BMW-Modelle kennen – mit dem Nachteil, sich an verschiedene Varianten des Bordcomputers und der Kupplung anpassen zu müssen.

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