„Challenge Bibendum“ in Shanghai
Umweltrallye zeigt Spar-Konzepte

Benzinpreise auf Rekordniveau, schwindende Energiereserven und buchstäbliche dicke Abgas-Luft in den Millionenstädten: Von der Auto-Industrie werden verstärkt neue Ideen für sauberere Abgase und niedrigerem Verbrauch gefordert. Die „Challenge Bibendum“ in Shanghai zeigt derzeit, dass viele solcher Konzepte technisch bereits in der Gegenwart angekommen sind.

dpa/tmn SHANGHAI. Zwar kann man Brennstoffzellen, Dieselhybride und Diesotto-Motoren noch nicht kaufen. „Doch die Zukunft hat schon begonnen“, sagt VW-Sprecher Hans-Georg Kusznir mit Blick auf die mehr als 100 umweltfreundlichen Gefährte im Fahrerlager der von dem französischen Reifenhersteller Michelin organisierten Umweltrallye.

Manches Wettbewerbsfahrzeug steht sogar schon beim Händler - wie der VW Passat Blue Motion, der Opel Zafira CNG mit Erdgasantrieb oder der Mercedes E 300 Bluetec. Viele weitere Entwicklungen bezeichnen die Ingenieure zumindest als „seriennah“. Michelin-Chef Michel Rollier sieht die Veranstaltung zwar eher als Begegnungsplattform, Diskussionsforum und Informationsbörse. Der Blick ins Teilnehmerfeld stimmt ihn aber „zuversichtlich“, dass wir „unsere Mobilität der Realität anpassen“ werden. Gleichzeitig zeigen die Konzepte aber auch das Dilemma der Industrie. „Denn einen Königsweg wird es künftig nicht mehr geben“, sagt VW-Motorenchef Wolfgang Steiger.

Der Verkehr sei zu differenziert, und die Anforderungen seien zu unterschiedlich, als dass man alles mit einem Konzept optimal abdecken könnte, pflichtet ihm Mercedes-Forscher Herbert Kohler bei. „Wir brauchen einen ganzen Blumenstrauß von Varianten, die allerdings auf universelle Energieträger zurückgreifen.“

Dabei blicken die Hersteller weiter auf den Verbrennungsmotor. Mit Bluetec oder ähnlichen Abgasreinigungssystemen werden die Motoren sauberer, mit neuen Einspritztechniken werden sie sparsamer und mit alternativen Kraftstoffen wie Erdgas oder Ethanol mindern sie Abhängigkeiten von den Reserven. „Noch einmal einen Schritt nach vorn ermöglichen synthetische Kraftstoffe, die zum Beispiel aus Biomasse gewonnen werden“, sagt Mercedes-Experte Kohler. Sie werden so maßgeschneidert, dass auch neue Brennverfahren an der Grenze zwischen Benzin- und Dieselmotoren möglich sind.

Dass Umweltfreundlichkeit zudem nicht unbedingt eine Frage des Preises ist, zeigt in China die Renault-Tochter Dacia mit einem 63 kW/85 PS starken Logan, dessen Verbrauch dem Hersteller zufolge durch aerodynamischen Feinschliff, Leichtlaufreifen und weitere Tricks auf 3,8 Liter gesenkt worden ist.

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