Chevrolet Equinox
Den gibt der Amerikaner seiner Familie

Stimmige Plattformstrategien sind ein entscheidender Erfolgsfaktor im modernen Autogeschäft. Bei der GM-Tochter Chevrolet dient die sogenannte "Theta-Plattform" für eine Vielzahl erfolgreicher SUV und Crossover.
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DüsseldorfStimmt die technische Basis der Plattformstrategie, so können Autohersteller für unterschiedliche Märkte angepasste Produkte leicht in großer Zahl produzieren. Die Plattform bildet die komplexeste Baugruppe eines modernen Fahrzeugs. Sie umfasst Fahrzeugboden, Fahrwerk und Sitze und definiert die Einbaulage des Motors und die Form des Antriebs.

Während die Kosten für die Entwicklung einer komplett neuen Plattform schnell in die Milliarden gehen, lassen sich verschiedene Karosserie- und Modellvarianten auf einer identischen Plattform mit vergleichsweise geringem Aufwand verwirklichen. Dieser Trick verhilft den großen Autobauern zu einer scheinbar großen Modellvielfalt, die sich zudem an dem Geschmack und den Bedürfnissen wichtiger Märkte orientiert.

Die sogenannte "Theta-Plattform" von General Motors hat eine stattliche Zahl von SUV- und Crossover-Fahrzeugen hervorgebracht, die auch auf bundesdeutschen Straßen unterwegs sind, wie zum Beispiel der Chevrolet Captiva und der technisch eng verwandte Opel Antara. Beide Mittelklasse-SUV laufen in Korea vom Band. Mit 4,65 Metern Länge genügen die beiden Fronttriebler mit optionalem Allradantrieb europäischen Ansprüchen, in den USA rangieren solche Außenmaße allenfalls unter "Kleinwagen". Für den heimischen Markt hat Chevrolet auf der Theta-Plattform den Equinox entwickelt.

Der Equinox feierte 2006 sein Debüt. Mit 4,80 Metern Länge genügt er amerikanischen Ansprüchen der Mittelklasse und geht in seiner Heimat als "Kompakt-SUV" durch. Der erste Equinox teilte seine Technik unter anderem mit dem ersten Opel Antara, dem Pontiac Torrent und dem Suzuki XL7. Zwischen 2007 und 2008 entstand sogar eine Flotte von 115 Exemplaren mit Brennstoffzellen-Antrieb.

Der aktuelle Equinox ist im Sommer 2009 erschienen. Das gefällige Design des 4,77 Meter langen SUV präsentiert das bekannte Markengesicht. In Europa könnte sich der Equinox problemlos als großer Bruder des Captiva etablieren. Er zeichnet sich durch sein großzügiges Platzangebot aus. 1,02 Meter Knieraum im Fond schaffen viel Bequemlichkeit in der zweiten Reihe. Das Gepäckabteil bietet 885 Liter Laderaum.

Dank der im Verhältnis 60 zu 40 geteilten und umklappbaren Rücksitzbank lassen sich auch anspruchsvollere Transportaufgaben lösen. Fahrer und Beifahrer finden straff gepolsterte, gut konturierte Sitze mit zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten. Der lange Radstand von 2,86 Meter schafft beim Equinox die Voraussetzungen für ein ausgesprochen komfortables Fahrverhalten.

Beim Antrieb bietet Chevrolet zwei Varianten. Als Einstiegsmotorisierung dient ein 2,4-Liter-Benzindirekteinspritzer mit vier Zylindern und 136 kW/184 PS. Darüber rangiert ein 3,6-Liter-V6-Benziner mit 225 kW/301 PS. Die Kraftübertragung obliegt grundsätzlicher einer Sechsgang-Automatik. Während ein permanenter Allradantrieb beim 2,4-Liter-Modell optional zur Verfügung steht, tritt das 3,6-Liter-Fahrzeug grundsätzlich mit vier angetriebenen Rädern an.

Auf über 2.500 Kilometern durch das winterliche Yukon-Territory im Rahmen der "Fulda Challenge" verdient sich der Ami-SUV jede Menge Fleißkärtchen. Dazu zählen die Laufruhe des 2,4-Liter-Triebwerk, die ausgezeichneten Sitze und die ausgeprägte Wintertauglichkeit.

Der Equinox gehört zu den Automobilen, die bei der ersten Begegnung nicht gerade für Herzklopfen sorgen, aber dann die Freundschaft mit jedem Kilometer vertiefen. Für US-Kunden stehen am Beginn der Freundschaft mindestens 26.935 Dollar, rund 20.000 Euro. Mit den relativ durstigen Benzin-Motoren dürfte der Equinox in der alten Welt eher weniger Herzen öffnen. Für US-Kunden bietet der Spezialist "Amp Electric Vehicles" aus dem Bundesstaat Ohio eine Version mit reinem Elektroantrieb an.

In den Vereinigten Staaten hat sich der Equinox zum Bestseller entwickelt. 218.621 Kunden haben sich 2012 für das Modell entschieden. Dazu gesellen sich noch rund 80.000 Einheiten des GMC Terrain. Das ist ein weiteres Theta-Derivat aus dem Hause General Motors.

Die GM-Tochter mit 102-jähriger Geschichte ist ein traditionsreicher Spezialist für SUVs und Pick-ups. Der Terrain weist die identische Technik wie der Equinox auf. Allerdings bietet die GMC-Variante ein deutlich markanteres, eigenständigeres Profil. Da klappt es dann auch mit den Herzklopfen.

Kommentare zu " Chevrolet Equinox: Den gibt der Amerikaner seiner Familie"

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  • Tja, das ist schon Scheisse, wenn man den wichtigsten Trend in der Autoindustrie 20 Jahre lang verpennt hat.
    Amiland kann immer noch keinen Diesel, und müssen jetzt der Welt Elektroantriebe aufzwingen.
    Oder doch nicht mehr?
    Denn jetzt gibt es ja Fracking, und Amiland braucht bald kein Importöl mehr.
    Dann kann ja doch wieder hemmungslos Benzin verbrannt werden....

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