Chevrolet
Opels Feind und Helfer

Die Manager in Rüsselsheim wollen wissen, ob die GM-Schwester künftig auf Opel-Bändern gebaut wird. Es geht um viel – aber der Konzern gibt sich bedeckt. Doch Chevrolet ist nicht nur möglicher Retter für Opel.
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ParisDan Akerson ist ein ungeduldiger Manager. Doch der Konzernboss von General Motors hat sich für die Entscheidung, ob der US-Autogigant künftig in Europa seine wichtigste Marke Chevrolet auf den Bändern seiner deutschen Tochter Opel laufen lässt, bisher ungewöhnlich viel Zeit gelassen. Das Thema ist seit bald einem Jahr in der Diskussion, passiert ist bislang nichts.

Nach Informationen aus Verhandlungskreisen dringen Opel-Management und IG Metall jetzt aber darauf, vom Mutterkonzern noch im Herbst ein endgültiges Votum zu bekommen. Denn Opel-Aufsichtsratschef und GM-Vize Stephen Girsky will Ende Oktober in Detroit seinen Plan für das Europageschäft vorstellen. Doch Chevrolet ziert sich. „Ich sage nicht, dass wir keine Chevrolets in Europa bauen werden“, sagte Chevrolet-Europapräsidentin Susan Doherty am Rande des Autosalons in Paris dem Handelsblatt. „Aber wo immer wir bauen, müssen Kosteneffizienz und hohe Qualität gewährleistet sein.“

GM-Korea, wo die meisten Chevrolets für Europa bisher gebaut werden, ist als Standort deutlich günstiger als Europa. So hat konzernintern ein hartes Ringen um die künftige Produktionsstruktur der wichtigsten GM-Marke eingesetzt - mit noch ungewissem Ausgang.

Opel ist bereit: „Wir untersuchen derzeit, unsere Kapazitäten auch für Nicht-Opel-Marken zur Verfügung zu stellen“, räumte der neue Opel-Finanzchef Michael Lohscheller gegenüber dem Handelsblatt ein.

Es geht um viel. Im GM-Konzern gehört die Zukunft Chevrolet. Die US-Marke steuerte bereits im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte der weltweiten Verkäufe von GM bei, bis 2016 sollen es 65 Prozent sein. In Europa ist Chevrolet ein Nischenanbieter. Im vergangenen Jahr verkaufte Chevrolet rund 477.000 Fahrzeuge in Europa, Opel und seine Schwestermarke Vauxhall brachten es auf 1,2 Millionen.

Doch während Opel schrumpft, legt Chevrolet auf dem zurückgehenden Markt zu - im ersten Halbjahr 2012 um 14 Prozent. Die Marke macht allerdings nicht nur der VW-Tochter Skoda Konkurrenz - sondern auch Opel. Intern wird darum bereits darüber nachgedacht, die Billigmarke künftig wieder stärker von Opel abzusetzen - und wichtige technologische Neuerungen erst mit einem Jahr Verzögerung nach der Einführung bei Opel auf den Markt zu bringen.

Kommentare zu " Chevrolet: Opels Feind und Helfer"

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  • Die Mehrmarken-Strategie funktioniert doch im VW-Konzern ganz ausgezeichnet. Audi, VW, Skoda, Seat - alles der selbe Mischpoke. Die Fahrzeuge unterscheiden sich doch lediglich durch den Preis, der durch das unterschiedliche Image entsteht. Ein Audi A 8 ist doch nicht besser als ein VW Phaeton, er ist eben nur ein Audi - und daher in der Oberklasse erfolgreich. Genauso muß doch derjenige mit dem Klammerbeutel gepudert sein, der einen Golf kauft, wo doch der viel günstigere Skoda Oktavia genauso gut (oder besser) ist. Aber er ist eben ein Skoda und daher nicht so begehrt.

    Das Schlimme bei GM ist, daß man das Image von Opel systematisch zerstört hat, ansonsten könnte ein Chevrolet niemals ein ernsthafter Konkurrent für die Marke sein.

    Aber so sind sie halt, die Amis - kein Gespür für europäische Mentalität.

    Inzwischen konkurriert Opel doch schon längst nicht mehr mit VW oder Audi, sondern mit fernöstlichen Marken wie Kia oder eben Chevrolet. Und da sehen sie dann aufgrund der höheren Preise eben schlecht aus.

    Anstatt die Tradition als zweitältester Autohersteller Deutschlands zu betonen, redet man die Marke einfach kaputt. Opel baute schon hochwertige Autos, als an VW noch überhaupt kein Gedanke war!

  • Chevrolet und Qualität - ist wie Tag und Nacht. Wer mal so ne Kiste gefahren hat weiss dass ein chevy alles ist, aber nicht qualitativ hochwertig.

  • Doch während Opel schrumpft, legt Chevrolet auf dem zurückgehenden Markt zu

    die verkaufen ja auch günstiger......ein schelm wer böses denkt

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