Chevrolets Weltauto seit 1964

GM positioniert Malibu gegen Insignia

Für die GM-Kernmarke Chevrolet ist der Malibu seit 1964 eine Säule des Modell-Portfolios wie der Passat für VW. Die achte Generationen soll 60 Märkte auf allen Kontinenten erobern, - und endlich auch Deutschland.
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Vorgänger des Malibu war der Chevrolet Chevelle. Die Coupé-Version von 1970 war maximal mit einem 7,4-Liter-V8 erhältlich, der bis zu 365 PS leistete. Quelle: Pressefoto

Vorgänger des Malibu war der Chevrolet Chevelle. Die Coupé-Version von 1970 war maximal mit einem 7,4-Liter-V8 erhältlich, der bis zu 365 PS leistete.

(Foto: Pressefoto)

Rüsselsheim/DetroitFür die GM-Kernmarke Chevrolet ist der Malibu seit 1964 eine Säule des Modell-Portfolio wie der Passat für Volkswagen. Mit der jüngsten Ausgabe der Limousine haben die Amerikaner viel vor. Die achte Malibu-Generationen soll 60 Märkte auf allen Kontinenten erobern. Und die Strategen haben endlich auch Deutschland ins Visier genommen. Ausgerechnet in der schweren aktuellen Opel-Krise ein ziemlich unverfrorenes Angebot, das direkt auf die kränkelnde Konzerntochter zielt. Der Malibu, der sich mit dem Insignia Plattform und Technik teilt, kostet ab 29.990 Euro.

Mit dem Begriff "Malibu" verbinden Deutsche aber bislang wohl eher TV-Unterhaltung und einen Hotspot an einem der schönsten Strände Kaliforniens zwischen Los Angeles und Stanta Barbara. Durchschnittliche US-Bürger aus der Provinz verbinden mit "Malibu" jedoch ein Denkmal solider konservativer Mittelklasse-Mobilisierung.

Der Heavy Chevy ist so amerikanisch wie Baseball, Coca Cola, Eiscreme-Soda und das Bekenntnis: "In God we trust!" und "Support our Troops", die als Sticker in weiten Teilen des Mittelwestens zur Serienausstattung eines hinteren Malibu-Stoßfängers zählen. Doch mit einem bibelfestem Stammpublikum, das sich stolz zu Gott und den US-Truppen bekennt, ist die Zielgruppe für ein weltweit aufgestellte Auto-Unternehmen viel zu eng gesetzt. Aus dem typischen US-Amerikaner Chevrolet Malibu soll nun ein Weltbürger werden.

1973 war der Malibu noch eine Modellvariante der Baureihe Chevelle. Ein Coupé-Version war damals für jede Limousine Pflicht. Quelle: Pressefoto

1973 war der Malibu noch eine Modellvariante der Baureihe Chevelle. Ein Coupé-Version war damals für jede Limousine Pflicht.

(Foto: Pressefoto)

Zwischen 1964 und 1978 war der Malibu für drei Modell-Generationen eine Variante der erfolgreichen Baureihe Chevelle. Mit rund fünf Meter Länge platzierte Chevrolet den Malibu dann ab 1978 als kleineres eigenständiges Modell unterhalb des Chevelles. Als Karosserievarianten waren Limousine, Coupé, Kombi und das Pick-up-Coupé "El Camino" im Angebot.

Die Einstiegsmotorisierung mit einem 3,3-Liter-V6 mobilisierte bescheidene 70 kW/95 PS, die Top-Versionen erhielten den 5,7-Liter-V8, der als Folge der ersten Energiekrise von 1973 viel von seinem ursprünglichen Leistungsvermögen eingebüßt hatte und maximal 125 kW/170 PS an die angetriebene starre Hinterachse schickte.

Ab 1978 positionierte Chevrolet den Malibu als eigeneständige Modellreihe. Quelle: Pressefoto

Ab 1978 positionierte Chevrolet den Malibu als eigeneständige Modellreihe.

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Chevrolet baute den Malibu auch in Mexiko und in Kanada. 1981 verscherbelten die Kanadier 25.500 Einheiten für 100 Millionen Dollar an Iraks Diktator Saddam Hussein, der damals in amerikanischen Augen noch zu den Guten gehörte.

Allerdings stornierten die Iraker nach 13.000 Exemplaren das Geschäft und Chevrolet hatte seine liebe Mühe, die bereits produzierten Autos zu vermarkten. Zumal sie im Hinblick auf ihren Einsatz als Taxis bereits über orangene Kotflügel verfügten. Auf kanadischen Auto-Schnäppchenrampen gingen sie dann für 6.800 kanadische Dollar weg.

Ab 1997 kam der Chevrolet Malibu mit Frontantrieb. Quelle: Pressefoto

Ab 1997 kam der Chevrolet Malibu mit Frontantrieb.

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  • @CocheFantastico: Ja das ist wahr. Opel hätte damals in den 70 den Bob Lutz anheuern sollen um die "Hosenträger" Image abzulegen. Heute ist ein Chevrolet eben kein echter "chevy", sondern ein Koreaner. Aber Opel durfte von der GM Zentrale ausserhalb Europas die Marke nicht vermarken. Und das war das endgültige Urteil für Opel .

  • Die wenigsten Deutschen werden sich ein US Auto kaufen. US PKW's haben hier zu Lande einen extrem schlechten Ruf in Bezug auf Qualität, Nachhaltigkeit und vor allem beim Wiederverkauf. Liebe GM Manager, das wird ein Schuß in den Ofen denn eure Fahrzeuge kommen wohl nur in eurem Lande an sind aber weltweit nicht konkurenzfähig.

  • In Spanien hat der Chevrolet grossen Zulauf zu vermelden .
    Opel kann irgendwie das Opa-image nicht ablegen .
    Ich fahre seit 5 Jahren einen Chevrolet Captiva , der sich wesentlich besser verkauft als der baugleiche aber etwas teuere Opel Antara und ich finde , dass er vom optischen Standpunkt auch etwas mehr hergibt als der Opel .
    So ändern sich die Zeiten . Wer hätte vor 10 Jahren mit dem gegenwärtigen starken Auftreten der Koreaner gerechnet ? Saludos

  • Opel wird einfach nicht mehr gebraucht von GM. Das ist schließlich eine amerikanische Firma - man weiß, was das heißt! Da können sich die Gewerkschaften schon mal auf das nicht mehr zu Verhindernde einstellen.

  • Nur ungemein dumm, dass man im DE Markt Kombis braucht, um Marktanteile zu gewinnen. Im US Ländle reichen dagegen Limousine oder Pickup. Limousinen sind in DE out und Pick Ups werden von den Kunden hier nicht angenommen. Wer möchte schon jedes Mal seine Ladefläche entleert auffinden, wenn man irgendwo parkte?

  • Wer sich selbst kanibalisiert, braucht sich nicht zu wundern, wenn er Pleite geht.

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