Chinesische Automobilhersteller in Europa

Kein Sturm aus dem Osten

Der Durchbruch der chinesischen Pkw-Hersteller in Europa bleibt bislang weiterhin aus. Gerade einmal eine Handvoll Neuwagen aus dem Reich der Mitte wurden 2015 in der EU zugelassen – meist dort, wo die Chinesen ihre Montagewerke haben.
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  • Spotpress
Chinesische Automobilhersteller in Europa - Kein Sturm aus dem Osten Quelle: Qoros
Modell „3“ des chinesischen Autoherstellers Qoros

Chinesische Autos bleiben in Europa eine Randerscheinung. Im vergangenen Jahr gab es EU-weit gerade mal rund 6.000 Neuzulassungen, wie die Marktbeobachter von Inovev errechnet haben. Das sind zwar 1.000 Einheiten mehr als im Vorjahr, verglichen mit einem Gesamtmarkt von 16 Millionen Autos aber weiterhin verschwindend wenige.

Die hässlichen Bestseller, die hier niemand kennt
Straßenverkehr in Indien: Die Welt kauft anders
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VW Golf, Ford F-150, Toyota Corolla, Ford Focus – wenn es um die automobilen Bestseller dieser Welt geht, geht es für uns um gute Bekannte. Einige internationale Verkaufsschlager kennen hierzulande aber nur Eingeweihte. Wie unsere folgenden fünf Beispiele zeigen. Wir beginnen in China ...

Wuling Hongguang (China):
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In China sieht man an jeder Straßenecke Mini-Busse. Preiswert, simpel zu reparieren und mit viel Volumen auf wenig Fläche sind sie die perfekten Mehrzweckfahrzeuge für Metropolen und ländliche Gebiete, egal ob Waren oder Passagiere transportiert werden sollen. Genutzt werden sie vor allem von Gewerbetreibenden, Privatpersonen fahren, wenn finanziell möglich, lieber in klassischen Stufenhecklimousinen.

Am Wuling Hongguang führt in China kein Weg vorbei
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Offiziell zählen die kleinen Minibus-Alleskönner in China als Pkw. Das erfolgreichste Modell ist seit einigen Jahren der Wuling Hongguang, ein Gemeinschaftsprodukt von General Motors und dem chinesischen Hersteller SAIC. Rund eine Dreiviertelmillion Fahrzeuge wurden allein 2014 verkauft – der absolute China-Rekord für einen Pkw.

Der Maruti Alto ist der Dauerbestseller in Indien
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Gerade einmal 24 Suzuki Alto haben im laufenden Jahr in Deutschland einen Käufer gefunden. Sein indischer Namensvetter Maruti Alto verkauft sich allein in einem Monat knapp 1.000-Mal so oft. Seit knapp einem Jahrzehnt dominiert der Kleinwagen den Markt des Subkontinents, der indisch-japanische Hersteller Maturi Suzuki bewirbt ihn sogar als weltweit meistverkauften Kleinwagen.

Maruti Alto (Indien):
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Technisch hat der Indien-Alto mit dem Europa-Alto wenig zu tun – gemein haben sie den Namen, die Kleinwagen-Größe und vor allem den geringen Preis. Ungewohnt für europäische Autokäufer: Beim letzten Generationswechsel ist der Alto nicht teurer, sondern billiger geworden. Dank Materialeinsparungen und neuer Produktionsanlagen kostet der Fünftürer umgerechnet nur noch rund 3.500 Euro. Dementsprechend mangelhaft sind dann auch seine Crashtest-Ergebnisse. 

Honda N-Box (Japan):
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Kei Cars sind eine japanische Spezialität. Die Kleinstwagen wirken zunächst wie skurrile Miniaturen „echter“ Autos – so gibt es winzige Geländewagen, zwergenhafte Vans und maximalgeschrumpfte Kleinwagen. Diese Micro-Mobile werden in Japan steuerlich begünstigt. Außerdem fällt der bei größeren Autos oft notwendige Parkplatz-Nachweis weg. Weil die Autos einen besonderen Modelleisenbahn-Charme haben und zudem verblüffend viel Raum auf wenig Grundfläche bieten, finden von Zeit zu Zeit auch Modelle den Weg nach Deutschland.

Auf kleiner Grundfläche bietet der Honda N-Box viel Platz
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Autos wie der Daihatsu Copen oder der Nissan Cube waren dann letztlich aber doch zu exotisch, um ausreichend viel Kunden zu finden. Das dürfte auch der Grund sein, warum der Honda N-Box dem heimischen Markt vorbehalten bleibt. Das Van-chen bietet auf 3,40 Metern Platz für vier Insassen, wird von einem 0,7 Liter großen Dreizylinder angetrieben, verfügt serienmäßig über eine Automatik und kann auch mit Allradantrieb geordert werden. Knapp 80.000 Japaner greifen jedes Jahr zu.

Größter EU-Markt für China-Cars war im vergangenen Jahr Bulgarien mit 2.325 Neuzulassungen. In dem südosteuropäischen Land unterhält der chinesische Hersteller Great Wall ein Montagewerk. In England montiert der mittlerweile chinesische Hersteller MG Pkw, was vor Ort für gut 2.000 Neuzulassungen sorgte. Chinas Nummer drei in Europa ist Italien (520 Neuzulassungen); dort montiert Chery Fahrzeuge.

Viele der in der EU gebauten Autos gehen in Richtung Osten. Noch 2014 kamen Russland und die Ukraine gemeinsam auf rund 90.000 China-Neuzulassungen. Im vergangenen Jahr waren es aufgrund der Krise nur noch 41.000 Fahrzeuge. Marktführer unter den Herstellern aus dem Reich der Mitte sind dort Lifan, Geely, Chery und Great Wall.

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1 Kommentare zu "Chinesische Automobilhersteller in Europa : Kein Sturm aus dem Osten"

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  • Ich werd narrisch

    schon wieder erster Kommentierer.

    Das ist die Belohnung für das ständige Suchen nach solchen Möglichkeiten.

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